Das Konzept dieser Geschichte und der dazugehörigen Reihe gefällt mir gut, die Umsetzung hat mich hier aber nicht restlos begeistern können.
Worum geht's?Als frisch gebackene Polizeichefin von Qunicy möchte Winslow eigentlich bloß ihr neues Leben beginnen und endlich zur Ruhe kommen. Leider hat sie die Rechnung ohne Griffin Eden gemacht, der ganz unabsichtlich nicht nur ihr Herz, sondern auch jeden ihrer so sorgsam gefassten Pläne durcheinander bringt. Als dann jedoch plötzlich eine Leiche auftaucht, ist es schlagartig vorbei mit der Idylle - denn im Gegensatz zu ihren Kollegen glaubt Winslow nicht an einen Suizid, sondern vermutet ein viel dunkleres Geheimnis hinter den mysteriösen Todesfällen der letzten Jahre.Meine MeinungKleinstadt-Romanzen sind für mich tatsächlich immer eine Fifty-fifty-Chance auf einen absoluten Lesehit oder einen richtigen Flop. Die erste Hälfte dieser Geschichte hat mich definitiv begeistert, bis zum Schluss konnte sich diese Begeisterung bei mir dann aber leider nicht halten, was meinen Gesamteindruck etwas wackelig erscheinen lässt.Schreibstil und Setting haben mir wirklich gut gefallen, ich war gerne in Quincy unterwegs und wollte definitiv mehr über die Figuren und vor allem über die Familie Eden wissen. Die Kombination aus Kleinstadt-Setting und Großfamilie ist dabei zwar definitiv keine Neuerfindung, hin und wieder ist das aber einfach genau mein Ding.Auch Protagonistin Winslow fand ich ganz nett, wobei ich mir ehrlicherweise deutlich mehr Tiefe bei ihrer Figur gewünscht hätte. Wirklich zur Geltung gekommen sind ihre Stärke und Durchsetzungsfähigkeit in meinen Augen leider nicht, auch wenn sie auf dem Papier genau so war, wie ich mir eine starke und vor allem erwachsene Protagonistin eigentlich vorstelle. Sehr irritiert haben mich außerdem die ständigen Wortspiele mit ihrem Namen, die nach ein paar Kapiteln zwar verschwanden, bei mir aber trotzdem einen sehr seltsamen Eindruck hinterlassen haben.Nicht ganz so überzeugt war ich dann leider von der zweiten Hälfte der Geschichte, auch wenn ich durch das erste Drittel des Buches regelrecht geflogen bin. Mit der Zeit ließ die Spannung bei mir merklich nach, was es mir stellenweise wirklich schwer gemacht hat, aufmerksam dabei zu bleiben. Grund dafür war meiner Meinung nach vor allem die Tatsache, dass mir der Kriminalfall zu konstruiert vorkam und gleichzeitig nicht genug Aufmerksamkeit erfahren hat. Die Kombination aus Ermittlungen und Liebesgeschichte stört mich zwar grundsätzlich nicht, da außer Winslow niemand an einen Mord geglaubt hat, sie aber gleichzeitig in ihrer Rolle als frisch gebackene Polizeichefin davon völlig unbehelligt agieren konnte, kamen mir die Ereignisse leider nicht wirklich geschickt konstruiert vor. Bei der Kürze und dem Fokus des Buches ist das sicherlich keine allzu große Überraschung, verschenktes Potenzial sehe ich in der Umsetzung aber leider trotzdem.FazitDiese Geschichte hatte auf jeden Fall Potenzial und konnte mich über weite Teile hinweg auch durchaus gut unterhalten. Für die Kombination aus Todesermittlung und Liebesgeschichte bin ich grundsätzlich zwar zu haben, hier ist der Funke für mich aber schlussendlich nicht so übergesprungen, wie es für ein wirklich begeistertes Leseerlebnis der Fall hätte sein müssen.Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.