Émile Zolas "Das Werk" entfaltet im Paris der Moderne das tragische Schicksal des Malers Claude Lantier, dessen radikale Vision an den Konventionen des Kunstbetriebs und an der eigenen Unbedingtheit zerbricht. Als vierzehnter Roman des Zyklus "Die Rougon-Macquart" verbindet das Buch naturalistische Milieustudie mit kunsttheoretischer Reflexion: Ateliers, Salons, Kritiker und Bohème erscheinen als präzise beobachtetes soziales Gefüge. Zolas Stil ist analytisch, sinnlich dicht und von einer dramatischen Zuspitzung geprägt, die künstlerische Schöpfung zugleich als heroischen Anspruch und zerstörerische Obsession zeigt. Zola, 1840 in Paris geboren, war nicht nur Romancier, sondern auch ein scharfsinniger Kunstkritiker und früher Verteidiger der Impressionisten. Seine Nähe zu Malern wie Cézanne, mit dem ihn eine Jugendfreundschaft verband, bildet einen wichtigen Hintergrund des Romans. "Das Werk" verarbeitet Erfahrungen mit künstlerischem Aufbruch, öffentlicher Ablehnung und dem Konflikt zwischen ästhetischer Wahrheit und gesellschaftlicher Anerkennung. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Literatur als Erkenntnisinstrument der Moderne begreifen. Es bietet eine eindringliche Darstellung des schöpferischen Menschen zwischen Genie, Markt und Scheitern und bleibt für alle unverzichtbar, die Zolas Naturalismus, die Geschichte der Avantgarde oder die Psychologie künstlerischer Besessenheit verstehen wollen.