In der Fremdenlegion entfaltet Erwin Rosen einen eindringlichen Bericht über Anwerbung, Drill, Entbehrung und koloniale Einsatzräume der französischen Fremdenlegion. Zwischen autobiographischer Erfahrungsliteratur, Reisebericht und militärischer Sozialstudie angesiedelt, verbindet das Buch anschauliche Szenen mit nüchterner Beobachtung. Sein Stil ist lebhaft, episodisch und zugleich dokumentarisch; im Kontext der frühen modernen Abenteuer- und Kolonialliteratur korrigiert Rosen romantische Legionärsmythen durch genaue Darstellung von Härte, Disziplin und Fremdheit. Rosen, ein deutschsprachiger Journalist und Schriftsteller mit ausgeprägter Neigung zu Grenzerfahrungen, kannte die Milieus, über die er schrieb, nicht nur aus zweiter Hand. Seine Biographie war von Reisen, prekären Existenzen, internationalen Begegnungen und dem Blick des Außenseiters geprägt. Gerade diese Beweglichkeit zwischen bürgerlicher Herkunft, journalistischer Recherche und persönlichem Risiko erklärt die Schärfe, mit der er militärische Institutionen, Kameradschaft und Entwurzelung beschreibt. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die historische Abenteuerliteratur nicht als bloße Unterhaltung, sondern als Quelle mentalitäts- und kulturgeschichtlicher Einsichten verstehen. Rosen bietet Spannung ohne Verklärung und Anschauung ohne akademische Trockenheit. In der Fremdenlegion bleibt deshalb ein aufschlussreiches Dokument über Europa, Kolonialismus und die Sehnsucht nach einem neuen Leben.