Alte Sorten

Roman.
Taschenbuch
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Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor all … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Alte Sorten
Autor/en: Ewald Arenz

ISBN: 3832165304
EAN: 9783832165307
Roman.
DuMont Buchverlag GmbH

21. Juli 2020 - kartoniert - 255 Seiten

Beschreibung

Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen.
Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeit, die auf dem Hof anfällt, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine misstrauischen Fragen. Liss bietet ihr an, auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere Anwesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.

Portrait

Ewald Arenz, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. >Alte Sorten< (DuMont 2019) stand auf der Shortlist »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2019 und platzierte sich als Hardcover wie als Taschenbuch auf den Spiegel-Bestsellerlisten. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.

Pressestimmen

»Ein bezaubernd feiner Roman«.
Olaf Pryzbilla, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Den Geschmack der alten Birnensorten hat man beim Lesen förmlich auf der Zunge.«
Dominika Schriever, LANDLUST

»Sensibel, einfühlsam und lebensweise. Ein kleines Meisterwerk.«
Dirk Kruse, BAYRISCHER RUNDFUNK

»Mit spröder Zartheit erzählt Ewald Arenz, wie sich die beiden [Hauptcharaktere] ohne viele Worte annähern und darüber unerwartet die Chance bekommen, auch bei sich selbst anzukommen.«
Silvia Feist, EMOTION

»Ewald Arenz überrascht in seinem neuen Buch als psychologisch feinfühliger Autor, der sich sehr gut in seine Charaktere hineinversetzen kann«
Steffen Radlmaier, NÜRNBERGER NACHRICHTEN

»Mit leiser, literarischer aber sehr eindringlicher Sprache, erzählt Ewald Arenz von der Macht der Natur, die Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den Wert des Wesentlichen zu erkennen und zu schätzen. Ein wunderschönes Buch, das unbedingt gelesen werden muss.«
Barbara Strauß, WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

»Ewald Arenz ist es gelungen, Gefühle in Worte zu packen.«
Evi Fuchs, ZÜRCHER UNTERLÄNDER

»Arenz [...] bietet sprachliche Präzision zum Schwelgen. Seine Geschichte ist rau und zart, hart und weich, markant und einfühlsam zugleich -und stilistisch jederzeit erstklassig. Da wird selbst die Beschreibung einfacher Tätigkeiten zum Genuss. [...] Ein Roman von der besten Sorte.«
Christian Endres, DOPPELPUNKT

»Ewald Arenz ist auf angenehme Weise ein Erziehungsroman gelungen, in dem er zeigt, wie zwei verwundete Seelen gegenseitig heilsam aufeinander wirken.«
Peter Etzel, NÜRNBERGER ZEITUNG

»Ewald Arenz lässt den Leser frische Erde riechen und dampfende Kartoffeln schmecken und man wünscht sich, sofort selbst auf einem Bauernhof zu arbeiten.«
AUTORENBUCHHANDLUNG

»Der sprachliche Spagat wirkt in diesem Buch, das mich tief beeindruckt hat, niemals aufgesetzt. Und wenn uns der Autor auch noch von der Liebe zur Natur, zur Imkerei, zum Weinanbau und vom Schnapsbrennen erzählt, dann ist dies das Sahnehäubchen auf eine ganz besondere Geschichte, die niemanden unberührt zurücklässt. Unbedingt Lesen!«
Barbara Hoppe-Vennen, AACHENER ZEITUNG

»[Ewald Arenz] verbindet mit leichter Hand Anspruch und Unterhaltung«
Alexandra Voigt, NÜRNBERGER NACHRICHTEN

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Bewertungen unserer Kunden
Berührender Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft
von sommerlese - 22.01.2021
Die Teenagerin Sally flieht aus einer Klinik und kommt zufällig auf den Bauernhof von Liss, die zurückgezogen lebt und den Hof allein bewirtschaftet. Liss erkennt, wie allein und unverstanden sich Sally gerade fühlt und lässt sie bei sich wohnen. Dieses Buch hat mich in eine wunderbare Atmosphäre auf dem Land entführt. Ich befand mich inmitten von Weinbergen, entdeckte alte Birnensorten und sah gackernden Hühner auf dem Hof zu. Unweigerlich taucht man bei den schönen Naturbeschreibungen ab in eine ländliche Idylle, von der man weiß, es steckt harte Arbeit dahinter und man braucht schon Biss, um die Weinlese und die anfallenden Aufgaben zu erledigen. Die schweigsame Liss übernimmt hier die Geschicke des Hofes, dies ist ihr Rückzugsort wo sie sich mit dem Leben arrangiert hat. Sally ist abgehauen, sie möchte nicht zurück in ihr altes Leben, sie gewöhnt sich nach anfänglicher Rebellion auf dem Hof ein und scheint einen Ort gefunden zu haben, wo sie angekommen ist. Ewald Arenz bringt in seiner melancholisch wirkenden Geschichte zwei Außenseiterinnen zusammen, die beide seelische Verletzungen erlitten haben und lässt uns teilhaben, wie sie eine besondere Freundschaft aufbauen. Beide Frauen haben mehr gemeinsam als man zunächst meinen mag. Sie reden nicht viel und doch ist gegenseitige Anerkennung vorhanden, sie stützen sich gegenseitig. Sprachlich ist die Geschichte ein Genuss, wenn man mal von einigen Kraftausdrücken und Flüchen absieht. Da hätte man sich etwas zurückhalten können, einige sind aber nötig, zeigen sie doch die Gefühlslage, die überschäumende Wut und die Emotionen der Protagonistinnen auf. Der Erzählstil wechselt von leise und poetisch zu berührend und wütend bzw. krass, je nach Stimmlage der Figuren oder des Schauplatzes in der Natur. Das Gespür und die feine Beobachtung der Stimmungen werden in diesem Buch sehr gut in Worte umgesetzt. Je mehr ich las, umso interessierter verfolgte ich die Lebenswege der Frauen und umso mehr berührten mich ihre Schicksale. Es ist eine Geschichte, die nachdenklich macht und gut unterhält, weil die Figuren sich aneinander reiben, sich weiter entwickeln und sich gegenseitig verstehen und helfen. Solche Freundschaften sind Gold wert. Alte Sorten erzählt wie aus Fremden Freundinnen werden. Es ist ein berührender Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft, der Wunden offen legt und sich vor stimmungsvoller Landschaftsbeschreibung entfalten kann.
Es funkte bereits mächtig auf Seite 1!
von miss_atticos - 22.11.2020
Wie schnell man den Alltag vergisst, wie schnell man mittendrin ist, zeigt die Geschichte von Sally und Liss. Unverstanden und genervt von der Welt flüchtet Sally aus der Klinik und trifft auf die eigenartige und alleinstehende Liss. Zwischen Feldern, Wiesen, Wäldern und Weinbergen findet Sally bald so etwas wie ein neues Zuhause. Beide Frauen scheinen sich auch ohne große Kommunikation zu verstehen. Aber wie lange kann sich Sally vor ihren Eltern verstecken und was steckt hinter Liss' anscheinend gewählter Einsamkeit? Ewald Arenz nahm mich an die Hand und ließ mich fühlen, spüren, schmecken und hören. Wenn er von Erdbeereis schreibt, schmeckt man Erdbeereis und wenn er den Herbst beschreibt, spürt man die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht und hört die Blätter rascheln. Mit wenig Figuren und wenig Schauplätzen transportiert er so viele Details, so viel nicht erzählte Geschichten, vieles bleibt dem Leser verborgen, vieles lässt sich nur erahnen. Weniger ist hier so viel mehr. Eine hier scheinbar simple Geschichte birgt so viel Lebensweisheiten in sich. Das ist eines dieser Bücher, das ich immer und immer wieder weiterempfehlen werde. Ich werde es jedem wedelnd vor die Nase halten und sagen: Lesen, lesen, lesen!!
Ausreißer und Außenseiter
von de.Susi - 04.09.2020
Liss, eine Frau im mittleren Alter, lebt zurückgezogen (oder eher gemieden) auf einem Bauernhof. Eines Tages taucht dort die junge Ausreißerin Sally auf. Dass Liss ihr keine Vorwürfe macht, überrascht sie - und sie bleibt. Anfänglich relativ wortkarg im Umgang taut sie durch die gemeinsame Arbeit auf: zwei Außenseiter, die sich gegenseitig verändern - und brauchen. Das Buch berührte mich sehr durch die leise und unaufdringliche Art, die Menschen so zu akzeptieren wie sie sind. Jeder hat und macht Fehler und dafür gibt es Gründe. Oberflächliche und wohlgemeinte Ratschläge helfen da wenig und leider auch viel zu rasch bekommt man einen Stempel aufgedrückt. "Alte Sorten" regt zum Nachdenken an und besinnt sich auch auf die Einfachheit im Leben. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und gerne empfehle ich es weiter!
Alte Sorten
von leseratte1310 - 15.07.2020
Die siebzehnjährige Sally ist wütend auf die Welt, auf alle, die ihr vorschreiben wollen, was sie zu tun hat. Aber sie ist auch wütend auf sich selbst. Dann begegnet sie Liss. Die ältere Frau fragt sie, ob sie mal eben helfen kann, den Anhänger des Traktors aus dem Graben zu ziehen. So eine einfache Frage wirft Sally etwas aus der Bahn. Ansonsten stellt Liss keine Fragen zu Sally als Person, sondern bietet ihr an, auf ihrem Hof zu übernachten. Es bleibt nicht bei einer Nacht. Liss lebt sehr zurückgezogen und spricht nicht über sich selbst. Doch die Frauen arbeiten gemeinsam und kommen sich näher. Dieses Buch habe ich inzwischen schon zweimal gelesen und es hat mich wieder gepackt. Die Sprache ist schnörkellos und doch einnehmend. Sally ist abgehauen, weil sie es satt hat, immer die Erwartungen der anderen erfüllen zu sollen. Ihre eigenen Wünsche bleiben dabei auf der Strecke. Das macht sie wütend und hilflos. Sie fühlt sich unverstanden. Dann trifft sie auf Liss, eine Frau, die in sich ruht, aber auch ihre Verletzungen davongetragen hat. Liss hat keine Erwartungen an Sally, sie stellt keine Fragen. Sie nimmt Sally, wie sie ist. Beim gemeinsamen Arbeiten erfährt Sally, dass Bäume in den Himmel wachsen dürfen und die alten Sorten Birnen aussehen dürfen wie Eier. Nichts muss, alles kann. Obwohl beide Frauen die andere nichts fragen, kommen sie sich näher und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Irgendwann fühlt Sally sich zugehörig und es fühlt sich richtig und gut für sie an. Es ist eine wunderschöne emotionale Geschichte über zwei verletzliche, aber auch starke Frauen, die erfahren, dass mehr in ihnen steckt, als sie selbst erkannt haben. Ich liebe dieses Buch und werde es sicherlich noch öfter lesen. Absolute Leseempfehlung!
Schweigen können und ohne Worte verstehen
von Elke Seifried - 13.07.2020
"Auf dem Abhang neben ihr standen verstreut ein paar Apfelbäume mit Massen an Äpfeln, die vielleicht auch den Durst gestillt hätten, aber darauf fiel sie nicht rein. Essen war heute nicht. Heute mal gar nicht. Sie hasste es, dass man essen musste, wenn die anderen das sagten oder weil man es immer so tat. Essen, weil es Morgen war. Oder Mittag. Oder Abend. Oder, weil man Hunger hatte. Sie wollte dann essen, wenn sie essen wollte. Sie wollte dann trinken, wenn sie trinken wollte. Das verstand niemand." Die siebzehnjährige Sally ist getürmt und irrt durch die Weinberge, in denen Lizz, die Bäuerin, mit ihrem Hänger in die Abzugsrinne geraten war und nun damit kämpft ihn dort wieder herauszubekommen. Möglichst heimlich und ganz schnell an ihr vorbeidrängen war der Plan, doch ein, »Kannst du eben mit anfassen?« Es war eine echte Frage. Eine Frage, auf die man mit »Ja« oder »Nein« antworten konnte.", wirft Sally, völlig perplex, dass sie einmal keiner mit diesem dämlichen, willst du, obwohl völlig unwichtig ist, ob sie wirklich will, fragt, aus der Bahn. Kurzerhand hilft sie der fremden Frau, die scheinbar nur an ihrer Hilfe und so gar nicht an ihr interessiert ist. Als Leser bekommt man Lizz, die mit ihrem einsamen Leben als Bäuerin scheinbar völlig im Reinen ist, und auch die flüchtende Sally, für die alles nur schlecht ist, vorgestellt, wird Zeuge ihrer ersten Begegnung, zieht dann mit Sally auf Lizz Hof ein und darf schließlich miterleben, wie die beiden Frauen immer mehr Berührungspunkte finden. Bei der gemeinsamen Arbeit auf Feldern, im Weinberg, im Obstgarten oder auch im Keller beim Schnaps brennen, entdecken sie immer mehr Wunden, die sich nicht nur auf Sallys, sondern auch Lizz Seele befinden, und die die beiden verbinden. Können sich die beiden Frauen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, gegenseitige Hilfe und Stütze sein und kann sich am Ende vielleicht sogar so etwas wie Freundschaft entwickeln? »Ich mag es, allein zu wohnen. Und die meisten halten es nicht mit mir aus. Ist das wichtig?« Sally legte die Reste der Birne auf eine Untertasse. Liss mochte, wie Sally aß. Es hatte immer etwas sehr Bewusstes, sie tat es nie nur nebenbei. »Wäre es nicht, wenn du glücklich wärst«, sagte sie und stand auf. »Bist du aber nicht.[[ Glücklich leben, alles bewusst tun, das sind zwei Denkanstöße, die der Autor schon mit diesem einen kleinen Dialog geben kann, und der Rest des Romans steckt voller weiterer. Man bekommt als Leser so nach und nach nicht nur ein relativ genaues Bild der Seelenlandschaft von Lizz und Sally, sondern darf zudem über sein eigenes Leben, über Selbstbestimmung, den Wert der Familie oder auch den von Freundschaften reflektieren. Das Werbeversprechen "'Alte Sorten' ist ein Roman, der entschleunigt und den Blick auf das Wesentliche lenkt", wird deshalb nicht nur wegen dem natürlichen, einfachen Leben und dem abgeschiedenen Setting gehalten. Ich bin wirklich begeistert. »Esperens Herrenbirne«, sagte sie und zeigte auf die Früchte, die eigentlich gar nicht wie Birnen aussahen. »Das sind keine Birnen«, sagte Sally, als sie näher kam, »das sind große Eier.« Liss verzog den Mund. Sally konnte nicht sagen, ob das ein Lächeln war oder nicht. »Das ist das Schöne an der Natur. Sie richtet sich nicht nach dem, was wir für richtig halten. Auch, wenn manche versuchen, sie sich so hinzuzüchten, wie es ihnen gefällt. Belgien. 1831. Probier mal.« "Alte Sorten" lautet der Titel und zwei, den Betrachter lecker anlachende Birnen zieren das Cover. Toll fand ich, dass man im Roman auf äußerst kurzweilige Art und Weise auch wirklich etwas über diese erfährt. Auch beim Schnaps brennen oder bei der Weinlese darf man einen Blick über die Schulter der Protagonisten werfen und lernt ganz nebenbei Dinge wie "Liss hatte gesagt, dass Mauersegler neun Monate in der Luft bleiben konnten, ohne je zu landen. Schlafen. Essen. Trinken" Das ist nicht nur interessant, sondern macht die Darstellung des Landlebens auch richtig authentisch. Ewald Arenz spielt mit Sprache und schafft so ein äußerst intensives Leseerlebnis. "Die Luft sah aus wie Wasser, das flüssiger war als normales Wasser. Leichter und beweglicher: Sommerwasser. Man konnte es nur mit den Augen trinken.", ist ein poetisch, besonderes Bild mit dem er schon gleich auf der ersten Seite deutlich macht, dass sich sein Schreibstil von Romanallerlei deutlich abhebt. Allerdings war ich anfangs auch fast ein wenig geschockt, dass Sally teilweise richtig mit vulgären Ausdrücken um sich wirft. Aber das nimmt schnell ab und ist sicher auch ein Stilmittel, um ihre langsame Wandlung noch authentischer darzustellen. Begeistert war ich, wie es dem Autor auch gelingt ohne große Worte, alleine durch die Szenendarstellung Entscheidendes auszudrücken. Das passt perfekt dazu, das die beiden Frauen auch ohne miteinander zu reden, allein durch Gesten, erkennen, was auf der Seele der anderen brennt. Tragische Erlebnisse, verletzte Gefühle, ich war nicht nur einmal schockiert, oft tief berührt und konnte mich aber auch mit beiden freuen. Emotional konnte mich der Autor mit seiner eindringlichen Ausdrucksweise völlig einfangen. Spannend war es für mich obendrein und zwar nicht nur gegen Ende hin, als die Polizei ins Spiel kommt. Beide Frauen haben ihr Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen und dem Autor ist ganz hervorragend gelungen, diese zwei Persönlichkeiten zu zeichnen und in Szene zu setzen. Lizz ist eine Frau, die gelernt hat, sich mit dem Gegebenen abzufinden, Sally hingegen eine, die gegen alles rebellieren will. Dadurch dass man als Leser erst nach und nach immer wieder einmal einen Blick auf deren Seelen werfen darf, sind sie unheimlich interessant dargestellt. Auch die Entwicklung der beiden, die sich aufbauende Beziehung zwischen ihnen, die auch einem Auf und Ab unterworfen ist, wird von Ewald Arenz sehr authentisch geschildert. Alles in allem konnte mich der Autor mit seiner besonderen, berührenden und Geschichte von Anfang an gefangen nehmen. Das wird sicher nicht mein letztes Buch aus seiner Feder bleiben. Fünf Sterne sind hier redlich verdient.
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