Ein gelungener Cozy-Krimi
In nunmehr 4. Fall für das Duor Keeser & Stern, darf Bernd Keeser, Paula Sterns Lieblingskollege, nicht offiziell ermitteln, ist er doch wegen seiner im letzten Fall (siehe Metzlsupp) erlittenen Verletzung dienstunfähig. Privat trifft man sich zu einem Orgelkonzert in einer Kirche. Mit dabei ist Othello, der Pudel, der aktuell bei Paula in Kost und Quartier ist. Der büxt kurzfristig aus und buddelt im Kirchgarten eine Leiche aus. Paul beginnt mit den Ermittlungen und bekommt zu ihrem Leidwesen Matthias Weber, jenen Ungustl und Macho erster Güte, der daran schuld ist, dass sich Paulas Freund Sebastian aus der Beziehung verabschiedet, als Partner zugeteilt. "Konnte der Typ [Weber] sie nicht einfach in Ruhe lassen? Paula überlegte, wie es wohl wäre, ihre Waffe zu ziehen und ihn abzuknallen. Sie ließ es bei der wunderbaren Vorstellung und sah ihn nur giftig an.¿ Doch das ist nicht das einzige Ungemach mit dem Paula konfrontiert wird. Sie ist etwas dünnhäutig und leidet an einer Gastroenteritis. Welchen Bazillus hat sie sich da eingefangen?Als es dann einen weitern Mordanschlag gibt, verbeißt sich Weber wieder einmal in einen falschen Verdächtigen ... Meine Meinung: Wie in den Vorgängern legt Autorin Gina Greifenstein zahlreiche Spuren, denen das ungleiche Duo nachgehen muss und die immer wieder in einer Sackgasse enden. Besonders Weber ist anfällig dafür, auf dem Holzweg zu landen. Das wäre ja grundsätzlich kein Problem, denn irren ist menschlich. Doch auf dem Irrtum zu beharren, ein wenig dämlich. Die gewiefte Krimileserschaft hat den Täter natürlich bald ausgemacht. Der Krimi lebt von seinen unterschiedlichen Charakteren. Da ist zum einem Paula, der der Pfälzer Dialekt nach wie vor wie ein Buch mit sieben Siegeln vorkommt, weshalb Bernd Keeser häufig dolmetschen muss. Keeser ist Paula ein väterlicher Freund und mit der Oberstaatsanwältin Marianne liiert, was immer wieder günstig ist, wenn es darum geht, den "kleinen Dienstweg" zu benützen. Mit Matthias Weber hat nicht nur Paula ihre Probleme, sondern auch ich. Was ist in seinem Leben schief gelaufen, das er sich so seltsam benimmt? Oder ist das alles nur ein Schutzschild, weil er doch empathischer ist, als alle glauben? Immerhin fährt er ebenso wie Paula Motorrad, kennt die Umgebung wie seine Westentasche und hat ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter. Schmunzeln musste ich über so manchen Dialog, z. B. wenn Keeser Paula über den Messwein aufklärt. "Der ist übrigens sehr fein, heißt ¿Teufelstropfen¿. Ist doch originell in einer Kirche, oder?" Fazit:Gerne gebe ich diesem kurzweiligen Regionalkrimi aus der Pfalz 5 Sterne.