Eines muss man auf jeden Fall sagen: "Ghost Virus" sticht durch seine Originalität hervor.
Stellt euch einfach mal eine Aneinanderreihung abgedrehter Morde vor - ohne Erklärung. Einzige Gemeinsamkeit: Gebrauchte Kleidung.
Ja, Kleidung.
Schon die ersten Seiten schockieren ein wenig und machen deutlich, dass man hier nicht zimperlich sein darf; die Geschichte ist stellenweise wirklich brutal und blutig. Das Buch hätte in diesem Sinne auch gut in die Festa Extrem-Reihe gepasst. :D
Dann lernt man die zuständigen Ermittler Jerry Pardoe und Jamila Patel kennen; als immer mehr Menschen verschwinden oder nahezu verstümmelt aufgefunden werden hat das Ganze hat einen leichten Touch von Law&Order Special Victims Unit - wenn man sich nebenbei die eine oder andere Ladung Angel Dust oder so gegönnt hätte. :D
Die Story ansich hat mir auch gut gefallen und war unterhaltsam. Die mordlüsternden Klamotten waren äußerst kreativ!
Leider hat die Auflösung dazu da nicht mithalten können. Liegt in meinem Fall wohl auch daran, dass ich sie nicht verstanden habe.
Während der rund 400 Seiten überlegen Pardoe und Patel immer, was für die blutdurstigen Kleidungsstücke verantwortlich sein könnte - gen Ende verlor sich das "wieso weshalb warum" aber. Ich kam da nicht ganz mit.
Dafür trumpft das Finale mit einem absoluten Inferno, spannend bis zur letzten Seite, auf.
"Ghost Virus" wandert auf dem schmalen Grat zwischen gelungenem Horror und Trash vom Feinsten.
Ein paar Kürzungen hätten das Buch zu einer kleinen Ikone gemacht, so bleibt allerdings ein mittelprächtiger Zeitvertreib zurück.