Interessanter Reisebericht, weniger Dalai Lama als der Untertitel verspricht.
Was ich mir erhofft habe: Ich glaube, ich habe das Buch schon mal als Jugendliche gelesen, auf jeden Fall habe ich den Spielfilm gesehen, als er im Kino kam. Mit so viel Abstand (und in einem anderen Medium) interessiert es mich, ob mich die Geschichte immer noch fesseln kann.Fazit: Sehr gut zu lesen, ich fand besonders die Beobachtungen über Tibet und die Menschen außerhalb Lhasas interessant. Die Zeit, die Heinrich Harrer nicht in Lhasa verbracht hat war viel länger, als die Werbung und der Buchuntertitel vermuten lassen und die Zeit, die er mit dem Dalai Lama verbrachte war dann nochmal deutlich kürzer.Das Buch ist durchaus ein Produkt seiner Zeit, mit sehr viel unterschwelligem Rassismus (z.B. wenn die Rede davon ist, dass manche Tibeter sehr helle Haut haben und dass manche vergleichbare Intelligenz mit Weißen haben) und Seximus (wie über die Frauen gesprochen wird), das sollte aber nicht davon abhalten, die guten Abschnitte wertzuschätzen (die Beschreibung des Landes, der Reisebericht).Danke an Netgalley und Ullstein Buchverlage für das Leseexemplar.