Penibel recherchiert und gekonnt erzählt
Eine kurze Zusammenfassung über die Ereignisse zu geben, aber dennoch nicht allzu viel verraten, ist hier ziemlich schwierig, daher nur so viel: Der junge Theo muss miterleben, wie sein Vater, Friederich von Isenberg, 1228 für seine Beteiligung am Mord des Kölner Erzbischofs hingerichtet wird. Er fühlt sich durch den letzten Blick des Sterbenden an sein Erbe erinnert und beauftragt, das erlittene Unrecht der Familie zu rächen. Da sich einer seiner Onkel, nicht nur das Erbe unter den Nagel gerissen hat, sondern Theo auch nach dem Leben trachtet, wird der Junge kurzerhand von den wenigen Getreuen des Vaters in einem Kloster der Deutschordensritter versteckt. Dort durchläuft er die Ausbildung zu einem Elitesoldaten. Doch die Kirche vergisst nie und ihre Handlanger versuchen mehrmals Theo zu töten. Gemeinsam mit einem anderen Onkel, Herzog Heinrich von Limburg, setzt Theo alles daran, die geraubten Ländereien um die Isenburg, Stammburg der Familie, zurückzuerobern. Seine Gegenspieler sind dabei der neue Erzbischof von Köln, Heinrich von Molenark, und Ado von der Mark.Meine Meinung: Diese historische Roman ist penibel recherchiert und mitreißend geschrieben. Er erzählt die packende Geschichte über einen der zahlreichen Machtkämpfe zwischen Rhein und Ruhr. Autor Henning Isenberg gelingt es durch seine detaillierten Recherchen die damaligen Gegebenheiten/Lebensbedingungen plastisch auferstehen zu lassen. Besonders raffiniert stellt er die Machenschaften zwischen den geistlichen und weltlichen Herrschern dar. Auf Grund der hohen Anzahl der mitwirkenden Personen auf beiden Seiten, ist es empfehlenswert, sich über das ausführliche Personenregister vorab zu informieren, wer mit wem gegen wen kämpft und eventuell die Seiten wechselt. Ein zusätzlicher Blick zwischendurch, hilft auch, die Übersicht über die historischen Personen zu behalten. Ergänz wird das Buch durch Landkarten, die die Herrschaftsansprüche auf die Ländereien darstellen. Es ist nicht immer einfach, auf der "richtigen" Seite zu stehen. Natürlich ist ein Aufstand gegen die herrschende Ordnung (so grausam sie auch ist) Hochverrat und damit mit Hinrichtungen zu ahnden. Das ewige Dilemma ist, wann ist Tyrannenmord ein legitimes Mittel, um Missstände zu beseitigen? Und an Despoten mangelt es der Kirche ebenso wenig wie den weltlichen Herrschern. Fazit:Gerne gebe ich diesem penibel recherchierten und gekonnt erzählten historischen Roman, der uns ins Mittelalter entführt, 5 Sterne.