Die unheimliche Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch und sorgt für durchgehende Spannung.
Inhalt:Als die neunjährige Lena gemeinsam mit ihrem Bruder Tom heimlich am Kummersee schwimmen geht, geschieht das Unfassbare: Tom verschwindet vor ihren Augen in den dunklen Tiefen des Sees. Was damals wirklich passiert ist, konnte nie aufgeklärt werden.Dreißig Jahre später kehrt Lena in ihr Heimatdorf Horlow zurück. Eigentlich soll sie dort ein Team von Vermessern schützen, das untersucht, ob sich das Gebiet rund um den Kummersee als möglicher Standort für ein Endlager eignet. Doch die Rückkehr konfrontiert sie nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit einer Dorfgemeinschaft, die Fremden und Fragen äußerst feindselig begegnet. Als es zu weiteren Todesfällen kommt, beginnt Lena auf eigene Faust nach Antworten zu suchen. Dabei stößt sie auf alte Geheimnisse, verdrängte Wahrheiten und Mauern des Schweigens, die seit Jahrzehnten bestehen.Eigene Meinung:Kummersee konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Bereits der Einstieg ist unglaublich düster und erzeugt sofort eine beklemmende Atmosphäre. Die Ereignisse rund um den Tod von Lenas Bruder werfen viele Fragen auf und sorgen dafür, dass man unbedingt weiterlesen möchte.Besonders gut gefallen hat mir die Stimmung des Buches. Der Kummersee wirkt wie ein eigener Charakter innerhalb der Geschichte. Die düsteren Legenden, die verschlossene Dorfgemeinschaft und die ständige Ungewissheit darüber, was damals wirklich geschehen ist, verleihen dem Thriller eine fast schon unheimliche Atmosphäre. Immer wieder fragt man sich, ob hinter den Ereignissen eine ganz reale Erklärung steckt oder ob doch etwas anderes dahinter verborgen liegt.Auch die Verbindung verschiedener Themen fand ich gelungen. Neben dem eigentlichen Rätsel um Toms Tod spielen die Konflikte rund um die geplanten Vermessungen, die Ablehnung der Dorfbewohner und die Auswirkungen vergangener Ereignisse eine wichtige Rolle. Dadurch wirkt die Geschichte vielschichtig und entwickelt sich ständig weiter.Mit Lena selbst hatte ich allerdings meine Schwierigkeiten. Obwohl ich ihre Motivation und ihren Wunsch nach Antworten nachvollziehen konnte, handelte sie für meinen Geschmack oft sehr unüberlegt. Manche Entscheidungen wirkten impulsiv und brachten sie unnötig in Gefahr. Der eigentliche Fall und die zahlreichen Geheimnisse haben das jedoch mehr als ausgeglichen. Immer wieder gibt es neue Hinweise, Wendungen und Enthüllungen, die dafür sorgen, dass die Spannung konstant hoch bleibt. Besonders in der zweiten Hälfte zieht das Tempo noch einmal deutlich an. Bis zum Schluss war ich neugierig darauf, welche Wahrheit sich hinter den Ereignissen am Kummersee verbirgt.Fazit:Mit Kummersee ist Iver Niklas Schwarz ein atmosphärischer und spannender Thriller gelungen, der von seiner düsteren Stimmung, den vielen Geheimnissen und der bedrückenden Kulisse lebt. Auch wenn mich Lena als Hauptfigur nicht vollständig überzeugen konnte, hat mich die Geschichte rund um den Tod ihres Bruders und die Vergangenheit von Horlow durchgehend gefesselt. Wer geheimnisvolle Thriller mit einer beklemmenden Atmosphäre und einer Prise Gänsehaut mag, sollte diesem Debüt unbedingt eine Chance geben.