Warenkorb
€ 0,00 0 Buch dabei,
portofrei
Klick ins Buch Happy Birthday, Türke als Taschenbuch
PORTO-
FREI

Happy Birthday, Türke

Kayankayas erster Fall. 'detebe Diogenes Taschenbücher'. 'Kemal Kayankaya'.
Taschenbuch
Ein Türke wird in einem Bordell ermordet, für die Polizei offenbar kein Grund für genaue Ermittlungen. Da engagiert die Witwe den Privatdetektiv Kemal Kayankaya, und der wirbelt Staub auf.
Dieses Taschenbuch ist auch verfügbar als:
Taschenbuch

10,00 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Happy Birthday, Türke als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Happy Birthday, Türke
Autor/en: Jakob Arjouni

ISBN: 3257215444
EAN: 9783257215441
Kayankayas erster Fall.
'detebe Diogenes Taschenbücher'. 'Kemal Kayankaya'.
Diogenes Verlag AG

1. Januar 1987 - kartoniert - 176 Seiten

Beschreibung

Ein Türke wird in einem Bordell ermordet. Für die Polizei offenbar kein Grund für genaue Ermittlungen. Da engagiert die Witwe den Privatdetektiv Kemal Kayankaya, und der wirbelt Staub auf.

Portrait

http://www.mediacircus.de/buchinfo/frames/autoren/a-arj.htm

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 17.03.2002

Jakob Arjouni: Happy Birthday, Türke!
1987 - Marlowe heißt jetzt Kemal und lernt Hessisch

Vielversprechend war das nicht. Weder die Traxler-Zeichnung auf dem Cover noch das klassische schwarzgelbe Design, bei dem jeder an Chandler, Hammett, Highsmith denkt. Wer sollte diese Hypothek abstottern? Noch ein Marlowe-Spade-Epigone, der ausgerechnet in Frankfurt am Main praktiziert, erfunden von einem 23jährigen Nobody? Nicht jeder, der eine Büroflasche im Schreibtisch stehen hat, ist schon ein Melancholiker, und wer sich in der Bundesrepublik ein Schild "Private Ermittlungen" an die Tür hängt, muß ein lausiger Komiker sein. Und dann noch ein am Main aufgewachsener Türke mit deutschem Paß! Wenn es auch 1987 den Begriff "politisch-korrekt" noch nicht gab, das Phänomen war längst penetrant genug. Kemal Kayankaya aber, der da auf der ersten Seite mit einem gewaltigen Kater aufwachte, unterlief diese Erwartungen wie die rechte Gerade eines üblen Schlägers. ",Ähm . . .', ich überlegte, ,suchen Sie mich privat oder als Detektiv auf?' ,Oder als Privatdetektiv', dachte ich, aber selbst gutwillige Menschen hätte man dazu kitzeln müssen."

Kayankaya ist, was man im Amerikanischen "streetwise" nennt. Kalauer und Sottise hat er schneller zur Hand als die Parabellum. Das Frankfurt, das er durchstreift, gibt es heute nicht mehr, und so, wie es Jakob Arjouni zeichnete, hat es diese Stadt auch nie gegeben. Ein paar harte Striche, die das Bahnhofs-Bordell-Milieu konturieren, ein bißchen Mundart und viel Provinz, alles im Visier einer enormen Spottlust. Der Plot ist nicht das Ziel. Er ist nur ein Gerüst, das tragen muß. Was zählt, ist Kayankayas künstlicher kleiner Kosmos, der mit jeder Seite lebendiger wird - wie unverschämt gut das funktioniert, begriff mancher erst, als Doris Dörrie den Roman 1991 verfilmte. Spätestens da war klar, daß Realismus eben nicht alles ist, als sich das fotografierte Frankfurt von dem bei Arjouni beschriebenen immer weiter entfernte. Kayankaya wird von einer Türkin engagiert, um den Tod ihres Ehemannes aufzuklären, der im Bahnhofsviertel erstochen wurde. Kayankaya kann kein Wort türkisch, weil seine Eltern starben, als er noch ein Baby war - ein Adoptivkind, den Türken ein Deutscher, den Deutschen ein Türke. Sein Verhältnis zur Polizei ist notorisch gespannt, und er hat die Nehmerqualitäten eines Detektivs, der für seine große Klappe immer wieder eins auf dieselbe bekommt. Wie er den Rassismus pariert, der natürlich überall lauert, das hat einen Witz, der damals, in den Zeiten vor Harald Schmidt, weit und breit nicht zu finden war. Packer bei der Post, Behördenkretins, zweitklassige Luden, hessische Trinkhallenkundschaft - meist reichen ein, zwei Sätze, ein Dialog, die niemanden verschonen.

Jakob Arjouni hat nach seinem Doppeldebüt - im selben Jahr erschien auch "Mehr Bier" - dem Druck widerstanden. Er hat zwar bis heute zwei weitere "Kayankayas" nachgelegt, doch sie wirkten nie wie die verquälte Variation einer Erfolgsformel. Unter den Kommissaren, den feministisch oder ökologisch angehauchten Verbrechensaufklärern jener Jahre stand dieser Kayankaya einsam da - und steht es immer noch. Er ist auch weniger ein Imitat, eine fingerfertige Übersetzungsübung. Arjouni hat die Mythologie des Privatdetektivs geplündert, und er hat ohne falsche Ehrfurcht die Elemente benutzt, die er braucht. Und wo die unfreiwillige Parodie droht, setzt er einfach noch eins drauf, bis es wieder stimmt. Arjouni ist außer Jörg Fauser der einzige, der eine hierzulande anämische Gattung von den Heimwerkereien des Fernsehens wie des Urlaubskrimis emanzipiert hat. 15 Jahre später ist das klassische Schwarzgelb der Diogenes-Reihe ganz selbstverständlich auch zu Jakob Arjounis Farbe geworden.

pek

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Bleiben Sie in Kontakt:
Sicher & bequem bezahlen:
akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal
Zustellung durch:
¹ Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche ge-
kennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben.
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.