Drama-Krimi-Mix über einen Vater, der durch die Aufklärung eines Verbrechens über den Verlust seines Sohne hinwegkommt;
Der Roman beginnt sehr emotional, v.a. wenn die Zeit nach der Leukämie-Diagnose für Pauls kleinen Sohn Justin beschrieben wird, dessen Tod die Ehe der Eltern faktisch beendet und Paul in eine tiefe Traurigkeit wirft, die ihn in die Isolation der Insel Lamma vor Hongkong treibt, wo er ein sehr aufgeräumtes, klar strukturiertes Leben lebt und den Erinnerungen an Justin nachhängt. Er hat wenige Kontakte, regelmäßig nur zu seinem alten Freund David und seiner neuen, sehr verständnisvollen Freundin Christine, die er aber letztendlich kaum an sich heranlässt. Als der erwachsene Sohn eines amerikanischen Ehepaars ermordet wird, der als Geschäftsmann in China tätig war, wird er durch David, der Mordermittler ist, in die Aufklärung des Falls hineingezogen. Durch den Verlust eines Kindes, auch wenn das Mordopfer erwachsen war, fühlt er sich dem Ehepaar verbunden und findet durch den Bruch, den dieses Aufgabe darstellt, tatsächlich wieder zurück ins Leben.Das interessante an diesem Buch ist, dass es sich eigentlich um einen dramatischen Stoff handelt, der durch die Krimielemente aber einen interessanten Twist bekommt; tatsächlich bin ich ohne mich vorab näher damit zu befassen in die Lektüre gestolpert und war überrascht, in welche Richtung es sich entwickelt hat. Ob das glaubwürdig ist, kann ich nicht beurteilen. Aber da zugleich interessante gesellschaftliche und auch historische Informationen transportiert werden, entwickelte sich der Roman schnell zu einer unerwartet spannenden Lektüre. Dem Autor gelingt es, tiefgreifende menschlichen Krisen ohne Kitsch darzustellen und gleichzeitig einen spannenden Einblick in die chinesische Gesellschaft zu geben.