Atlanta, Mitte der 1970er-Jahre. Amanda Wagner und Evelyn Mitchell ermitteln in einem grausamen Serienmordfall und geraten dabei selbst in Lebensgefahr. Zudem müssen sie sich in einem von Gewalt und Rassismus geprägten Umfeld gegen patriarchale Strukturen und sexistische Herabwürdigungen der Kategorie "unterste Schublade¿ seitens machistisch veranlagter Arbeitskollegen behaupten. Dreißig Jahre später wird ein damals verurteilter Frauenmörder aus der Haft entlassen und bald darauf eine junge Studentin vermisst. Amanda Wagner, inzwischen zur stellvertretenden Direktorin der Ermittlungsbehörde von Georgia ernannt, übernimmt die Nachforschungen. Ihr Mitarbeiter Will Trent, den sie vom Fall abzuschirmen versucht, sieht sich mit einem dunklen Kapitel seiner Vergangenheit konfrontiert.Karin Slaughter wuchs im US-Bundesstaat Georgia auf. Heute lebt sie in der Hauptstadt Atlanta. Band sechs aus der Will-Trent-Reihe (auch Georgia-Serie genannt) wurde 2012 unter dem englischen Originaltitel "Criminal¿ erstveröffentlicht. Die Thematik der gesellschaftlichen Missstände in ihrer Heimat zur Zeit der 1970er-Jahre greift die Autorin im 2014 erschienenen Thriller "Cop Town¿ erneut auf. In "Bittere Wunden¿ wirkt deren Inszenierung oft plakativ, aber grundsätzlich durchaus bezeichnend. Das einst ambitionierte Sozialwohnungsbauprojekt Techwood Homes etwa galt damals als Inbegriff städtischer Verwahrlosung. Während einer Buchvorstellung des Blanvalet Verlags weist die Autorin auf den realen Hintergrund des geschilderten Verbrechens hin. Kritikern, die ihre Ausführungen als zu krass empfinden, gibt sie zu bedenken, dass sie bei der Fiktionalisierung der recherchierten Fakten die abscheulichsten Details bewusst wegließ. Gleichwohl möchte ich nicht in der Haut der Figuren stecken, die von Karin Slaughter als Opfer in die Fänge eines Wahnsinnigen getrieben werden.