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Die Zeit der Töchter

Roman. 2. Auflage.
Taschenbuch
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Der Mut der Frauen: Liebe und Leid in den Nachkriegsjahren
In ihrem neuen Roman "Die Zeit der Töchter" erzählt Katja Maybach die dramatische Familiengeschichte ihres Bestsellers "Die Stunde unserer Mütter" weiter.

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Produktdetails

Titel: Die Zeit der Töchter
Autor/en: Katja Maybach

ISBN: 3426523655
EAN: 9783426523650
Roman.
2. Auflage.
Knaur Taschenbuch

2. September 2019 - kartoniert - 349 Seiten

Beschreibung

Der Mut der Frauen: Liebe und Leid in den Nachkriegsjahren
In ihrem neuen Roman "Die Zeit der Töchter" erzählt Katja Maybach die dramatische Familiengeschichte ihres Bestsellers "Die Stunde unserer Mütter" weiter.

Maria und Vivien haben den Krieg überstanden, ihre Töchter entdecken im München der 50er-Jahre das Leben. Doch während Anna und Antonia heimlich ein Wiedersehen ihrer Mütter mit den Frauen vorbereiten, die sie bei Kriegsende aus dem Lager retten konnten, sehen Maria und Vivien sich erneut Anfeindungen ausgesetzt: Ihr Einsatz für Flüchtlinge aus dem Osten sowie die sogenannten "Besatzungs-Kinder" führt immer wieder zu teils handgreiflichen Auseinandersetzungen. Als dann auch noch eine junge Ostpreußin auftaucht, deren Kind offensichtlich einen dunkelhäutigen Vater hat, bahnt sich eine Katastrophe an.

Portrait

Katja Maybach war bereits als Kind eine echte „Suchtleserin", was beinahe automatisch zum eigenen Schreiben führte. Schon mit zwölf Jahren schrieb sie ihren ersten Roman und einige Kurzgeschichten. Doch sie hatte immer schon eine zweite Leidenschaft: die Mode. Und so gewann sie mit fünfzehn Jahren den Designerpreis einer großen deutschen Frauenzeitschrift für den Entwurf eines Abendkleides. Mit siebzehn ging sie nach Paris und wurde zuerst Model in einem Couture Haus, später eine erfolgreiche Designerin.
Nach einer schweren Krankheit begann sie, Romane zu schreiben. Bereits ihr Debüt „Eine Nacht im November" war ein großer Erfolg und wurde in Frankreich ein Bestseller. Heute lebt die Autorin in München, sie hat zwei erwachsene Kinder.

Pressestimmen

"Spannend, emotional berührend und zu Herzen gehend." Bücherplaza.de (Blog) 20190928

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Die Stunde unserer Mütter
Taschenbuch
von Katja Maybach
vor
Bewertungen unserer Kunden
Die Zeit der Töchter
von A.M. - 10.12.2019
Es gibt wenige Bücher, die mich richtig packen und nicht so schnell wieder loslassen, über die ich noch lange nachdenken muss und die ich nicht so einfach vergessen kann. Das Buch "Die Zeit der Töchter" von Katja Maybach ist definitiv ein solches Exemplar. Ich habe den ersten Teil "Die Stunde unserer Mütter" nicht gelesen, doch das machte überhaupt nichts aus. Schon nach den ersten gelesenen Seiten war ich von der Schreibweise und der Story so angetan, dass ich nur sehr ungern das Buch aus der Hand legen wollte. Das Buch spielt in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Antonia und Anna, die Töchter von Maria und Vivienne, sind selbstbewusste und engagierte Frauen, die nicht in das typische Frauenbild "Hausfrau und Mutter" passen. Sie sind unabhängig, haben ihre eigene Meinung, die sie sich nicht scheuen auszusprechen und bewältigen ihren, nicht immer einfachen, Alltag. Der Kontakt zu ihren Müttern ist, trotz vorhandener räumlicher Distanz, sehr gut und sie planen eine große und emotionale Überraschung für die beiden - die Heldinnen vieler vor dem sicheren Tod geretteter Frauen. Maria und Vivienne haben es nicht leicht als sie eine Mutter mit ihrem dunkelhäutigen kleinen Jungen bei sich aufnehmen. Hass und rassistische Vorwürfe seitens der Mitbürger werden ihr täglicher Begleiter. Doch die beiden Frauen lassen sich nicht unterkriegen und engagieren sich weiterhin in der Flüchtlingshilfe und in der Schule, um junge Frauen zu motivieren einen Beruf zu erlernen und sich nicht nur von einem Ehemann abhängig zu machen. Sie stoßen auf viel Widerstand und Abgrenzung, bleiben aber gemeinsam stark und bieten ihren Gegnern die Stirn. Das Buch "Die Zeit der Töchter" hat mich gefesselt und mir sind das ein oder andere Mal die Tränen gekommen. Es ist unglaublich emotional und spannend geschrieben. Die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und sind hervorragend herausgearbeitet worden. Im Großen und Ganzen muss ich zugeben, dass ich bei diesem Buch nichts zu beanstanden habe. Hier kann ich bedenkenlos eine absolute Leseempfehlung aussprechen!
Gelungene Fortsetzung
von Sikal - 16.11.2019
Bereits der Band "Die Stunde unserer Mütter" war sehr gelungen und berührte. Nun ist der Nachfolgeband erschienen, der das Leben der vier Frauen in den 50er Jahren spiegelt. Die Mädchen Anna und Antonia sind erwachsen geworden, haben ihren Weg gefunden und sich einige Jahre nicht gesehen. Als die Schauspielerin Anna ein Engagement in München bekommen, nähern sich die beiden Cousinen wieder an und geben sich gegenseitig Halt. Außerdem wollen die beiden ein Treffen der überlebenden Frauen aus dem KZ organisieren, die von ihren Müttern Maria und Vivian gerettet wurden. Ob dieser Plan wohl aufgeht? Die beiden Schwägerinnen Maria und Vivian setzen sich nach wie vor für benachteiligte Mitmenschen ein. Während Maria in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, engagiert sich Vivian als Schuldirektorin für ausgegrenzte Kinder. Beide spüren, dass das rassistische Gedankengut noch nicht abgelegt wurde. Besonders Daniel - ein kleiner schwarzer Junge - und seine Mutter Veronika bekommen dies zu spüren und haben zum Glück in Vivian eine Fürsprecherin gefunden. Doch auch sie kann die Katastrophe nicht verhindern. Die Autorin Katja Maybach hat wieder einen berührenden Roman geschrieben, der die fehlende Toleranz und Rassismus zum Thema hat. Wenn man dies so liest, könnte die Geschichte auch in der heutigen Zeit spielen und nicht in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Allzu viel hat sich nicht verändert und auch die populistische Partei, die hier "Freunde der Heimat" genannt wird, finde ich gut getroffen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der vier Frauen erzählt und auch Veronikas Geschichte wird immer wieder eingeflochten, die sehr erschüttert und bestimmt kein Einzelschicksal war. Durch den Wechsel der Perspektive wartet man gespannt auf die weitere Entwicklung der Geschichte, trotzdem hätte so manches Mal ein wenig Straffung der Geschichte gutgetan. Katja Maybach schreibt tiefsinnig, emotional, mit sorgfältig gewählter Melancholie. Mit viel Empathie lässt sie uns teilhaben an dem Engagement der Frauen, dem Kampf um eine gerechtere Welt. Eine Geschichte über Mut und Vertrauen, Freundschaft und Liebe, Wertschätzung, aber auch Wut, Trauer und immer wieder Hoffnung. Eine berührende Geschichte, bei der ich aber unbedingt empfehle den Vorgängerband zuerst zu lesen, um die Feinheiten der Erzählung zur Gänze zu erfassen. Über einige Längen darf man großzügig hinwegsehen. Gerne vergebe ich für dieses Buch 4 Sterne.
Ein beeindruckender Roman, der starke Emotionen erzeugt!
von Gina1627 - 14.11.2019
Katja Maybach ist nach "Die Stunde unserer Mütter" eine beeindruckende Fortsetzung der schicksalhaften Wege von Maria, Vivien, Antonia und Anna gelungen. Es war ein unglaublich fesselndes, berührendes und bedrückendes Leseerlebnis. Ein Roman, der für mehr Empathie, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft plädiert. Elf Jahre ist es schon her, dass sich Antonia und Anna nach der gemeinsam erlebten Kriegszeit wiedersehen und im ersten Moment herrscht eine gewisse Distanz zwischen ihnen. Beide haben während ihrer Trennung ein falsches Bild voneinander bekommen, doch schnell entsteht zwischen ihnen wieder die gewohnte Nähe, als sie sich in München eine Wohnung teilen. Sie genießen ihr Leben, lassen sich treiben, freuen sich über Annas Erfolg als Schauspielerin und die wachsende Zuneigung zu zwei beeindruckenden Männern. Doch neben all den Entwicklungen denken sie auch an ihre mutigen Mütter, denen viele Menschen ihr Leben zu verdanken haben. Diese starken Frauen setzen sich immer noch für Benachteiligte ein und helfen den Menschen, die nach dem Krieg ihre Heimat verloren haben und flüchten mussten. Kein leichtes Unterfangen für die beiden, da Ablehnung und Hass von vielen geschürt wird. Umso schöner, dass ihre Töchter für sie eine große Überraschung planen, mit der sie überhaupt nicht gerechnet haben. Ich liebe die wunderbare und aussagekräftige Erzählweise von Katja Maybach, die so viel Wert auf Gefühle, Botschaften und winzige, wichtige Details in ihren Romanen legt. Auch mit "Die Zeit der Töchter" hat sie mich wieder vollkommen überzeugen können! Durch diese beeindruckende Familiengeschichte bringt sie ihre Leser zum Nachdenken, zeigt auf, dass viele Menschen damals wie auch heute noch, nicht aus ihrer Vergangenheit gelernt haben, appelliert sie zu mehr Hilfsbereitschaft und Aufeinanderzugehen und sich mit Fremdenhass auseinander zu setzen. Alle diese Themen bringt sie sehr ausdruckstark durch das Verhalten und Engagement ihrer tollen Charaktere zur Geltung. Maria und Vivien haben so ein großes Herz. Sie geben dem kleinen farbigen Daniel und seiner Mutter Veronika ein neues zu Hause und werden dadurch mit dem verachtenswerten Verhalten von Nachbarn konfrontiert. Die Schicksale dieser beiden ausgegrenzten Menschen haben mich tief bewegt, genauso wie die Überraschung, die Maria und Vivien Dank Antonia und Anna erleben durften. Geschockt war ich über die Sensationsgier der Presse, wenn es um Marie-Luise ging. Ein junges Mädchen, das wegen ihrer Herkunft verfolgt wird und sich so sehr wünscht, ein ganz normales Leben führen zu können. Doch auch die persönliche Entwicklung von Maria, Vivien, Antonia und Anna steht im Mittelpunkt der Geschichte. Ihre Wünsche, Sehnsüchte und das Planen ihrer weiteren Zukunft haben mich sehr gefesselt. Sie sind so tolle Charaktere, die unheimlich authentisch und lebensnah rüberkommen. Katja Maybach hat am Ende der Geschichte für sie alle eine nachvollziehbare und positiv aussehende Zukunft dargestellt und mir damit einen wunderschönen Abschluss des Romans beschert. Mein Fazit: "Die Zeit der Töchter" ist ein eindrucksvoller Roman, der die Nachkriegszeit in den fünfziger Jahren hervorragend wiederspiegelt. Voll gepackt mit Emotionen war es für mich ein tolles Leseerlebnis. Sehr gerne vergebe ich hierfür eine 5 Sternebewertung und eine unbedingte Leseempfehlung!
Mitreißender Nachkriegsroman
von Furbaby_Mom - 03.11.2019
Katja Maybach hat mit diesem bewegenden, gut recherchierten Werk wunderbar den Zeitgeist der 50er Jahre eingefangen. Es ist schon erschreckend, wie oft Geschichte sich wiederholt - und dennoch scheint die Menschheit einfach nicht dazuzulernen. Viele der damaligen Probleme sind auch heute leider noch allgegenwärtig. Es ist das Jahr 1957. Der Krieg mag vorbei sein, doch noch immer gibt es Ausgrenzung und Hassparolen in Deutschland. Wie kann das möglich sein? Die Schwägerinnen Vivien und Maria verfolgen entsetzt, wie der Fremdenhass von der Partei Freunde der Heimat wieder neu befeuert wird. Seit Jahren setzen sich die beiden Frauen für Flüchtlinge aus dem Osten ein. Auch Besatzungskinder haben es nicht leicht, werden oftmals schikaniert und angefeindet. Vivien freundet sich mit dem fünfjährigen Daniel an, dem Sohn eines dunkelhäutigen Amerikaners. Daniel hofft seit Jahren vergeblich auf die Heimkehr seines Vaters, während seine Mutter, eine junge Ostpreußin, Tag und Nacht schuftet und nie Zeit für den kleinen Jungen hat. Vivien ist wild entschlossen, dem Kind und seiner Mutter zu helfen und ahnt nicht, dass sie sich mit ihrem Mitgefühl selbst zur Zielscheibe macht¿ Währenddessen leben die Cousinen Anna und Antonia gemeinsam in München und beschließen, ihren Müttern eine große Überraschung zu bereiten: sie wollen die Frauen aufspüren, die einst von Maria und Vivien aus einem Lager gerettet worden waren. Ich hatte den Vorgängerband, Die Stunde unserer Mütter , noch nicht gelesen, trotzdem habe ich dem Geschehen problemlos folgen können - mehr noch: die Autorin versteht es, die Leser von der ersten Seite an so gekonnt in den Bann zu ziehen und immer wieder subtil kleine Rückblenden und Erklärungen zur Vergangenheit der Figuren einfließen zu lassen, dass man sich von Anfang an mittendrin fühlt. Alle Figuren sind intensiv ausgearbeitet und facettenreich gestaltet worden; so unterschiedlich die Frauen auch sind, so geeint sind sie in ihrem Mut, ihrer Hilfsbereitschaft und ihrer Güte. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, wobei auf eine sehr übersichtliche und stets nachvollziehbare Struktur geachtet worden ist. Auch die Kapitellänge habe ich als sehr angenehm empfunden. Neben den vier weiblichen Hauptfiguren erhält man zudem einen Einblick in die Gedanken von Veronika (- der hübschen jungen Ostpreußin, die als Kellnerin im Wirtshaus regelmäßig Avancen wie auch Feindseligkeiten abwehren muss -) und Marie-Luise (- einem Teenager, dessen Vater ein Kriegsverbrecher gewesen war -). Für mich stand hauptsächlich das Schicksal von Vivien und dem kleinen Daniel im Vordergrund (- viele Tränen habe ich darüber vergossen, wie herzlos manche Menschen selbst Kindern gegenüber waren -), auch wenn die anderen einzelnen Handlungsstränge ebenfalls interessant waren. Der emotionale Schreibstil der Autorin hat mich absolut begeistert - die Lektüre war eine regelrechte Achterbahn der Gefühle für mich, berührende Szenen wechselten sich ab mit Momenten der Wut und Fassungslosigkeit. Das Werk ist keine leichte Kost, wie das lebensfrohe Cover vielleicht suggerieren mag, aber zeitgleich ist es auch voller Hoffnung. Fazit: Ein ergreifender historischer Roman, dessen Thematik heute aktueller denn je ist.
Tiefgründiger und bewegender historischer Roman
von Hermione - 29.10.2019
Deutschland in den 1950er Jahren: Der Krieg ist überstanden, doch immer noch ist Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und Hass gegenüber Flüchtlingen alltäglich. Das macht den beiden Cousinen Antonia und Anna, die in München zusammen wohnen, sowie ihren Müttern Vivien und Maria, die Flüchtlinge aufgenommen haben, schwer zu schaffen. Darüber hinaus haben sie auch alle mit ihrer eigenen Geschichte zu kämpfen und müssen schauen, wie sie sich beruflich und privat etablieren können¿ Meine Meinung: Ich bin von Anfang an sehr gut in den Roman hineingekommen und war sofort von seiner Tiefe fasziniert, auch wenn mir die Vielzahl der handelnden Personen zunächst etwas unübersichtlich vorkam. Doch dieses Gefühl der Unübersichtlichkeit hat sich schnell gelegt und ich habe die Lektüre dieses wunderbaren anspruchsvollen Romans dann einfach nur noch genossen. Der Roman gibt ein sehr fundiertes und gutes Bild der Situation nach dem Zweiten Weltkrieg, so dass man den Alltag der Menschen, aber auch ihre Sorgen und Nöte sowie ihre Traumatisierungen und Ängste gut nachvollziehen kann (sofern das möglich ist). Man merkt, dass die Autorin sehr gut und gründlich recherchiert hat, auch wenn sie nicht mit ihrem Wissen protzt, sondern es ganz "nebenbei" und sehr authentisch einfließen lässt. Die handelnden Personen haben alle ihre Geschichte und ihre Beweggründe und Motivationen, die man im Laufe der Handlung mehr und mehr kennen und schätzen lernt. Die Entwicklung der Hauptpersonen hat mir sehr gut gefallen, weil ich sie schlüssig und logisch fand. Vor allem aber hat mich der Roman sehr bewegt, denn die fremdenfeindlichen und rassistischen Ansichten vieler Menschen nach dem Krieg finden wir ja erschreckenderweise heute auch wieder in der Flüchtlingskrise oder den hohen Gewinnen der AfD! Das Thema ist so aktuell wie eh und je und daher finde ich den Roman umso erschreckender. Nicht genug, dass Deutschland zwei Weltkriege angezettelt und sich des Genozids schuldig gemacht hat, auch in den 1950er Jahren gab es genug Menschen, die nach wie vor gegen Flüchtlinge, gegen Juden, gegen Schwarze und sowieso gegen alles Fremde eingestellt waren. Die sehr eindrückliche Darstellung anhand des konkreten Schicksals einzelner Menschen hat mich tief berührt und bewegt. Fazit: Wieder ein toller Roman von Katja Maybach, der sich nicht hinter den vorherigen Werken verstecken muss. Die Geschichte wird tiefgründig und fundiert sowie sehr berührend und bewegend erzählt. Klare Empfehlung!
Wie sehr die Geschichte Menschen prägt und doch wird so wenig daraus gelernt
von Elke Seifried - 24.10.2019
So wie sich Maria und Vivien am Ende des Zweiten Weltkriegs für die Befreiung von KZ Häftlingen eingesetzt und so vielen Menschen das Leben gerettet haben, setzen sie sich nun in den 50er Jahren in einer Kleinstadt in der Nähe von München vor allem für Flüchtlinge aus dem Osten ein. Vivians Tochter Antonia lebt in München, hat ihr Studium der Medizin aufgegeben und findet als Krankenschwester mehr oder weniger Erfüllung. Anna, die in Wien eher mäßig erfolgreich versucht hat, sich als Schauspielerin zu etablieren, bekommt ein tolles Angebot am Münchner Residenztheater und kommt bei ihrer Cousine unter, schließlich haben sie ja auch in den Kriegsjahren alle unter einem Dach gelebt. Als Leser bekommt man nach und nach alle vier Frauen vorgestellt und darf sie in wechselnden Perspektiven mit all ihren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen immer besser kennenlernen. Während man Anna hauptsächlich bei ihrer Karriere am Theater begleitet, sich mit ihr in den Intendant verliebt, stürzt man sich mit Antonia auf die heimliche Vorbereitung eines Treffens ihrer Mütter mit geretteten Frauen aus dem Lager. Zudem bieten die beiden bald schon Marie-Louise, ein Mädchen, das ein schweres Päckchen zu tragen hat und auf das sich die Journalisten stürzen, Zuflucht an. Auch diese darf man auf ihrem holprigen Weg im Leben begleiten. Auf dem Land muss man mit den Müttern in zunehmendem Maße Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit erleben. Schon die Heimatvertriebenen sind nicht willkommen, dass die beiden sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, sogar einem Unterschlupf bieten, ist in der Kleinstadt ebenso unwillkommen, wie eine Schulleiterin Vivian, die ihren Mädchen am Gymnasium solche Flöhe ins Ohr setzt, wie Familie und Beruf sei vereinbar. Immer haltloser wird die Situation, als sie Daniel, ein dunkelhäutiges Besatzungskind , das trotz des Fraternisierungsverbot das Licht der Welt erblickt hat, und dessen Mutter Veronika nicht nur ein Dach über dem Kopf bieten, sondern sich zwischen Vivian und Daniel auch noch ein dickes Band der Zuneigung entwickelt. Aber mehr will ich gar nicht verraten. Der atmosphärisch dichte, Schreibstil hat mich von Anfang an gefangen genommen. Mit zahlreichen Perspektivwechseln verleiht Katja Maybach ihrer Geschichte unheimlich viel Spannung und Fahrt Die Autorin versteht es durch eine gekonnte Mischung aus schönen, berührenden Momenten, solchen, in denen man schmunzeln darf und solchen, die einen betroffen machen und mitten ins Herz treffen, sowie einigen, die regelrecht entsetzen, unheimlich zu fesseln. Ich habe gebannt gelesen und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Besonders lobend erwähnen möchte ich auch das Regionalkolorit. Man merkt stets, dass man sich im München Ende der Fünfziger Jahre aufhält. Da dreht einen Antonia in ihrem Cabrio schon öfters mal eine "schnelle Runde die Leopoldstraße rauf und brauste dann wieder zurück auf die Ludwigstraße", es wird eine Postkarte vom Oktoberfest verschickt, oder es werden bei Hertie die Weihnachtsschaufenster bestaunt. Auch der Gegensatz zum Leben auf dem Land, in dem kleinen Örtchen, das den Müttern Heimat bietet, wird gut deutlich. So wird in der Großstadt schon selbstverständlich Gelato gelutscht, während dort noch gilt. "Eine italienische Familie hat sich hier vor ein paar Wochen niedergelassen und ein kleines Lokal eröffnet. Bis jetzt bleiben die Gäste den Italienern aber fern. Den Gastarbeitern, wie man sie nennt." Auch wenn der Titel Anna und ihre Cousine Antonia in den Mittelpunkt rückt, sind auch alle anderen Charaktere grandios gezeichnet. Sie haben allesamt ihre ganz eigenen Ecken und Kanten, haben mit sich und ihrem Platz im Leben zu kämpfen und spiegeln den Zeitgeist der Jahre, in denen der Roman handelt, deutlich wieder. Mit einer Vivian wird u.a. deutlich, dass eine Frau in einer führenden Position, hier als Schulleiterin, immer noch alles andere als anerkannt wird. Eine Maria kämpft als Kriegswitwe mit dem Alleinsein, ein Walter mit dem Unwillkommensein als Heimatvertriebener. Veronika spiegelt nicht nur den Kummer durch den Verlust der Heimat und die Nachwirkungen der Grausamkeiten der sowjetischen Besatzer, sondern auch noch das Ausgegrenztwerden, wenn man sich mit den amerikanischen einlässt, wider. Mit einem Daniel, ihrem Sohn, dem dunkelhäutigen süßen Fratz, der mir so ans Herz gewachsen ist, wird der Fremdenhass aufs Erschreckendste erlebbar. Mit diversen anderen Mitspielern wird auch gezeigt, wie unterschiedlich die jüdische Bevölkerung die Schrecken der Nazi Herrschaft verarbeitet, bei solchen angefangen, die nie wieder in Deutschland leben wollen, bis hin zu solchen, die sich hier wieder eingerichtet haben. Mit Marie-Louise bekommt man als Leser zudem einen Einblick in eine Generation, in der viele damit klar kommen mussten, dass sich ihre Eltern im Zweiten Weltkrieg schuldig gemacht haben. "Und hasste sie jetzt ihren Vater? Nein, sie konnte ihn nicht vergessen. Aber das war ihre Geschichte, die ganz eigene, die niemand verstehen konnte, wenn Marie-Louise sie erzählen würde. Denn auch trotz aller Grausamkeiten, denen man ihn beschuldigte, erinnerte sie sich auch an den zärtlichen, liebenden Vater. Konnte sie das einfach nur so vergessen?", trifft diesen Zwiespalt meiner Meinung nach sehr gut. "Maria, Rassismus wird nie aufhören. Wir haben ihn seit den Zwanzigerjahren wachsen sehen. Nach dem Krieg hat sich jeder gesagt, nie wieder darf Hass auf anderen Rassen oder Religionen so schreckliche Ausmaße annehmen, niemand wollte es. Und jetzt?", mit ihrem Roman der in den 50ern spielt, könnte die Autorin nicht aktueller sein. Sie hilft so gegen das Vergessen, spornt mit Romanfiguren zu "Werden Sie mutig, sehen Sie nicht weg, wenn Sie der Ungerechtigkeit begegnen.", an und leistet damit für mich einen wertvollen Beitrag gegen Fremdenfeindlichkeit, gerade in unserer heutigen Zeit doch so, so wichtig. Alleine schon deshalb ist es wert, das Buch zu lesen. Ich habe den Roman "Die Stunde der Mütter", der dieser Geschichte vorangeht nicht vorher gelesen. Es ist sicher möglich ohne Vorwissen zu lesen. Durch einige Rückblicke klären sich nach und nach auch alle Familienverhältnisse, wirkliche Verständnisprobleme gibt es daher nicht. Aber durch die Hinweise bin ich während des Lesens so neugierig geworden, dass ich den ersten Teil unbedingt noch haben musste, den ich jetzt im Anschluss lese. Hätte ich noch einmal die Wahl, würde ich diesen aber auf jeden Fall vorher lesen. Alles in allem bin ich wirklich begeistert und ich bin sicher, dass ich die Autorin nie wieder von meinem Radar lassen werde. Fünf lobende Sterne sind hier wahrlich verdient.
Ein aufwühlender, authentisch erzählter Roman, der noch lange nachklingt.
von sommerlese - 19.09.2019
Die Zeit der Töchter ist die Fortsetzung von Die Stunden unserer Mütter von Autorin Katja Maybach. Der Roman erscheint ab September 2019 im Knaur Verlag. 1950er Jahre in München. Maria und Vivien haben sich nach dem Krieg für Flüchtlinge aus dem Osten eingesetzt und ebenfalls für die Besatzungskinder . Deshalb werden sie immer wieder angefeindet. Tochter Anna zieht zu ihrer Cousine Antonia und wird Schauspielerin, beide Frauen organisieren heimlich ein Treffen mit den von ihren Müttern geretteten Frauen. Während der Vorbereitungen werden sie mit Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz konfrontiert, besonders als eine Frau auftaucht, die die Mutter eines kleinen Sohnes mit dunkler Hautfarbe ist. Katja Maybach hat diesen sehr ergreifenden Roman als Folgeband zu Die Stunde der Mütter geschrieben und damit die Mütter-Töchter-Dilogie abgeschlossen. Man kann diesen Roman auch ohne Vorkenntnisse des ersten Titels wunderbar lesen. Die Handlung zeigt die Jahre von 1957 bis 1959, es herrscht wieder Frieden in Deutschland, die Menschen erleben das Wirtschaftswachstum und können wieder aufatmen. Aber leider nicht alle Menschen, denn Vertriebene und Mischlinge werden angefeindet, verhöhnt und ausgegrenzt. Aktueller kann dieses Thema kaum gewählt werden. Damit hält Katja Maybach unserer heutigen Gesellschaft den Spiegel vor und zeigt die Parallelen zur derzeitigen Rechtsradikalität und Intoleranz auf. Sie lässt starke, emanzipierte Frauenfiguren agieren, die sich mutig entgegen aller Widerstände für ihre Mitmenschen einsetzen. Dabei lässt sie kein Leid und Ungerechtigkeit aus und zeigt viele emotionale Zustände, die sehr berühren. Ich konnte von Anfang an direkt in die Handlung eintauchen und habe die verschiedenen Figuren gut mitverfolgen können, weil sie kapitelweise abgehandelt werden. So ist die personelle Zuordnung gut verständlich. Die Themen sind vielfältiger Art, da geht es um Einsamkeit, um Verzweiflung und Angst, aber auch um junge Liebe. Besonders berührend fand ich das Schicksal von Veronikas Sohn Daniel, der von einem Freund träumt und von der Wiederkehr seines Vaters. Wie sehr ein unschuldiges Kind unter Missgunst und Gemeinheit von anderen Kindern leiden muss, ist nur schwer zu ertragen. Bei diesem sehr einfühlsam geschriebenen Buch war ich sehr betroffen, die ergreifenden Schicksale der Figuren gingen mir sehr nahe. Es ist dennoch kein negatives Buch, es zeigt die Botschaft zur Hilfe und Akzeptanz auf und deshalb sollte man es lesen. Mir gefällt der fesselnde Schreibstil von Katja Maybach, die ihre Figuren sehr lebendig ausarbeitet und auch die Nebenfiguren zu wichtigen Bestandteilen ihrer Geschichte werden lässt. Der Zeitgeist und die damaligen Lebensumstände wirken sehr authentisch und man kann sich gut in die Zeit hineinversetzen. Diesen aufwühlenden Roman werde ich so schnell nicht vergessen, von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung!
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