"Auf Sendung" befasst sich mit der KI und dem Unheil, den sie, in Hände gut Meinender, aber von jeglichem Selbstzweifel befreiten überheblichen Weltverbesserer geraten, anrichten kann, weil sie sich verselbstständigt. Rutschmann greift in vollen Zügen in die Trickkiste eines guten Thrillers. Das kann er richtig gut und das Buch verschlingt man in zwei Tagen. Es ist hochaktuell, verstörend, hallt nach. Als Film- und Fernsehschaffender schreibt Rutschmann im Stile eines Drehbuches, sodass man sich schnell das Buch als einen Film herbeiträumt. Vom Profi geschrieben und mit vielen höchst interessanten technischen Details gefüllt, versetzt uns "Auf Sendung" in die Welt einer Live-Übertragung.
Die Spannung schwillt an, wird unerträglich, facettenreich. Für mich besonders wertvoll ist die Gegenüberstellung der Banalität der menschlichen Beweggründe, wohl als hochtrabende Ziele verkleidet versus die unerschöpflichen Möglichkeiten und der abgründigen Tiefe der Gefahren und de facto Bösartigkeiten, die eine unüberschaubare Masse an Logarithmen hervorbringen kann.
Ein hochaktuelles, besonderes Buch!