Irre als Taschenbuch
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Irre

Roman. 'suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe'. Mit Abbildungen.
Taschenbuch
Rainald Goetz schreibt in seinem ersten Roman über die Psychiatrie und einen Helden unserer Tage. Wie weh tut der Irrsinn den Irren? Wie schlimm ist das Arbeiten als Arzt in einer psychiatrischen Klinik? Wie, bitteschön, geht das Leben? Muß das wirkl … weiterlesen
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Irre als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Irre
Autor/en: Rainald Goetz

ISBN: 3518377248
EAN: 9783518377246
Roman.
'suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Mit Abbildungen.
Suhrkamp Verlag AG

1. Oktober 2010 - kartoniert - 333 Seiten

Beschreibung

Rainald Goetz schreibt in seinem ersten Roman über die Psychiatrie und einen Helden unserer Tage. Wie weh tut der Irrsinn den Irren? Wie schlimm ist das Arbeiten als Arzt in einer psychiatrischen Klinik? Wie, bitteschön, geht das Leben? Muß das wirklich so zerrissen und zerfetzt sein?

Portrait

Rainald Goetz, geboren 1954 in München, studierte Medizin und Geschichte, lebt in Berlin.

Er hat bisher fünf Bücher geschrieben über die folgenden Themen: über PSYCHIATRIE den Roman Irre; über REVOLUTION die Stücke Krieg; über die RAF: Kontrolliert. Geschichte; über SPRACHE: Festung. Stücke; und über PARTY die Geschichte der Gegenwart Heute Morgen.

Mit seinem neuen Roman setzt Goetz das Buch Schlucht, eine Analyse der Nullerjahre, fort; bisher erschienen: Klage, loslabern, elfter september 2010.


Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 17.03.2002

Rainald Goetz: Irre
1983 - Das Buch denkt und bleibt im Hirn wie ein Popsong

Von diesem Buch zu erzählen: Das heißt, von seinem Leser viel mehr als von seinem Autor zu erzählen - was, paradoxerweise, auch daran liegt, daß der Autor ja da war, gut sichtbar, nicht in irgendeinem Dichterversteck verborgen, sondern am Rand der Tanzfläche beispielsweise, im damals sogenannten Tanzlokal Größenwahn in der Münchner Klenzestraße (und wer, bitteschön, konnte es sich damals, 1983, leisten, nicht in München zu wohnen); oder, noch viel besser ausgeleuchtet, im Fernsehen, Kulturberichterstattung aus Klagenfurt, vom Ingeborg-Bachmann-Preis, der damals noch was zu bedeuten hatte, und dort war es eben nicht nur das Blut, das floß, nachdem der Autor sich mit einer Rasierklinge in die Stirn geritzt hatte; es war schon auch der Text, in welchem er genau die Peinsäcke als Peinsäcke beschimpfte, welche man selber auch gern Peinsäcke genannt hätte, wäre einem das Wort Peinsack nicht zum erstenmal in Goetz' Prosa begegnet.

Was nicht heißt, daß der Autor aufs Einverständnis des Lesers gehofft hätte - und das Einverständnis der Rezensenten produzierte ja das groteske Mißverständnis, daß die deutlich erkennbare kunstvolle Konstruktion von "Irre", dieses dreigeteilten Romans, der mit einem Gewirr von unidentifizierten Stimmen beginnt, und dann, im zweiten Teil, klärt sich scheinbar alles, weil da der Irrenarzt erkennbar wird, und die Irren werden es auch, und im dritten Teil klärt sich alles noch mehr, weil der Arzt sich von der Psychiatrie ab- und dem Kulturbetrieb zuwendet - das also, so konnte man dann in den wohlwollenden Besprechungen lesen, sei schon ein Plot, eine Handlung, und das Thema des Buchs sei ja wohl auch ganz klar; es gehe um einen Irrenarzt, um die Irren und um die Frage, wo die Grenze verlaufe.

Es war aber so, daß, wenn man sich später zu erinnern versuchte, vielleicht an den Abend eines seltsam überhitzten Frühlingstags, man gar nicht mehr wußte, ob man sich wirklich an einen Abend erinnerte oder an einen Satz im zweiten Kapitel von "Irre": "Eines Abends, oder war es später Nachmittag, die Wärme des vergangenen, seltsam überhitzten Frühlingstages lag noch auf den Sträuchern, Wiesen und Kieswegen . . ."

Das ist es, wovon die Erinnerung an "Irre" handelt: daß es da Sätze und Begriffe gab, einen Rhythmus des Schreibens und des Denkens, und das alles hatte eine solche Evidenz, daß der Leser sich fragte, ob das noch Lesen sei oder schon etwas ganz anderes.

"Es denkt", denkt sich einmal eine der Stimmen, und als Leser dachte man sich dabei: Genau. Es denkt. Das Buch denkt. Es denkt mich.

Und natürlich dachte und erfand sich das Buch auch einen Autor, welchen sich der Leser dann schon als eine Art Psychiater vorstellen konnte, wie er der Wirklichkeit erstmal zuhörte, sich Notizen machte, seine Aufgabe vor allem darin sah, die Leute und die Verhältnisse nur zum Sprechen zu bringen. Wobei dann plötzlich ganz egal war, ob es ein sogenannter Irrer war, den das Buch da zum Sprechen brachte. Die Sprache selber war verrückt - das schien die Bedingung für ihre Poesie zu sein.

Steckt also ganz besonders viel Welt in "Irre" - gemäß der damals populären Forderung, daß die Bücher endlich den germanistischen Seminaren entkommen und sich hineinwagen sollten in die Bars und die Schallplattenläden, ins sogenannte wahre Leben? Eher war fortan "Irre" in der Welt: Wer das Buch gelesen hatte und dabei vielleicht leise mitgesprochen und mitgedacht in diesen Sätzen, die nur scheinbar vertrackt und in Wirklichkeit auf sehr intellektuelle und zugleich wunderbar einfache Art rhythmisiert waren, dem blieb das, wie ein Popsong im Ohr, sehr lange mittendrin im Hirn.

cls

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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