Eine schöne Liebesgeschichte mit ein paar Schwächen und sehr großer Ähnlichkeit mit dem Band ¿Wintermärchen in Virgin River¿.
Inhalt:Becca hat es noch immer nicht ganz verwunden, dass einst ihre Beziehung mit Denny zerbrochen ist, denn sie war sich sicher, dass er die Liebe ihres Lebens ist. Um mit der Vergangenheit abzuschließen reist Becca nach Virgin River um Denny ein letztes Mal zu treffen. Das folgende Wiedersehen ist für Becca und Denny emotional aufwühlend und stürzt sie in ein großes Gefühlschaos. Es zeigt sich, dass sie noch immer Gefühle füreinander haben..."Hör mal, Becca. Du kommst bei mir an erster Stelle. Ich werde dir irgendwie beibringen, mir wieder zu vertrauen. Im Moment denk einfach nur daran, dass du bei mir an erster Stelle stehst. Was immer du willst, steht auf meiner Prioritätenliste ganz oben. Immer." (S. 229)Meine Meinung:Für mich ist es das zweite Buch aus der Virgin-River-Reihe gewesen. Auch dieser Band hat eine unterhaltsame und kurzweilige Geschichte mit sympathischen Charakteren zu bieten. Die Liebesgeschichte ist sehr schön und lässt einem Becca und Denny mitfiebern. Nebenbei steht auch der Zusammenhalt der Menschen in dem kleinen Örtchen im Mittelpunkt und das ist ebenfalls rührend und gibt einem ein gutes Gefühl.Mir ist aufgefallen, dass die Handlung in diesem Band sehr ähnlich ist wie die in"Virgin River - Band 4: Wintermärchen in Virgin River". Es geht erneut um eine junge Frau, die jemanden in Virgin River aufsuchen möchte um mit der Vergangenheit abzuschließen und Antworten auf unbeantwortete Fragen zu bekommen. In beiden Bänden ist der männliche Protagonist ein ehemaliger Soldat, der durch die unerwartete Ankunft der Protagonistin zunächst überfordert ist und sich abweisend verhält ehe allmählich eine Annäherung stattfindet. Außerdem führen in beiden Büchern unvorhergesehene Komplikationen (schwere Grippe in Band 4 bzw. verstauchter Knöchel im vorliegenden Band) dazu, dass die Protagonistin ihren Aufenthalt unfreiwillig verlängern muss. Hinzu kommt noch, dass beide Bücher in der Weihnachtszeit spielen und in beiden Fällen das kleine Örtchen eingeschneit wird. Diese Ähnlichkeiten zwischen Band 4 und dem vorliegenden Band sind für mich per se kein Problem, denn ich habe den 4. Band gemocht. Allerdings habe ich in Bezug auf die Handlung des vorliegenden Bandseinige Kritikpunkte, die ich beim anderen Band nicht hatte:Das Verhalten der Protagonisten ist für mich nicht immer zu 100% nachvollziehbar und kann stellenweise auch etwas kritisch gesehen werden. Es wird zunächst beschrieben, dass sich Becca extrem unsicher ist wie ihre Zukunft aussehen soll. Sie weiß nicht, ob sie den Mann mit dem sie seit einem Jahr zusammen ist wirklich heiraten will. Trotzdem ist sie aber nach dem Wiedersehen mit ihrem Ex-Freund Denny schon nach weniger als zwei Wochen felsenfest davon überzeugt,dass es mit ihm eine Beziehung für die Ewigkeit sein wird. Sie will sofort mit Denny zusammenziehen, denkt über gemeinsame Kinder nach und ist sich absolut sicher, dass es gewiss nicht nochmal zu einem Bruch zwischen ihnen kommen wird. Meiner Meinung nach wirft sie ihre Zweifel in Bezug auf Denny viel zu schnell über Bord, wenn man bedenkt wie sehr er sie damals durch den Kontaktabbruch verletzt hat und wie sehr sie darunter gelitten hat. Mein zweites Problem ist Beccas Umgang mit ihrem aktuellen Freund, den sieim Verlauf der Geschichte für Denny verlässt. Becca lässt ihn über Wochen hinweg in dem Glauben, dass sie ihn bald heiraten wird und deutet ihm gegenüber nie auch nur an, dass sie Zweifel an der Beziehung und an ihrer Liebe hat. Sie verheimlicht ihm zunächst auch, dass sie ihren Ex-Freund aufsucht und stellt ihn schließlich am Telefon vor die vollendete Tatsache,dass sie ihn nicht heiraten möchte und macht mit ihm Schluss. Damit Becca einem als Leser dadurch nicht unsympathisch wird wird ihr Verhalten auf eine - aus meiner Sicht - etwas zu plump wirkende Weise gerechtfertigt: Als Becca am Telefonmit ihrem aktuellen Freund Schluss macht kommt heraus, dass dieser sie ohnehin wohl nie richtig geliebt hat und vielmehr die Vorstellung von ihnen als perfektes Paar mochte. Dadurch soll Beccas Verhalten gerechtfertigt werden, aber sie hat das zuvor ja gar nicht gewusst und deswegen finde nicht, dass diese Enthüllung ihr vorheriges Verhalten rückwirkend betrachtet vollumfänglich rechtfertigt.Auch die Einstellung von Beccas Mutter finde ich teilweise nicht nachvollziehbar. Es ist verständlich, dass sie sich sorgt, dass ihre Tochter erneut verletzt wird, wenn sie wieder mit ihrem Ex-Freund zusammenkommt. Es ist aber schon etwas befremdlich, dass ihr Hauptargument dafür, dass Becca stattdessen ihrem aktuellen Freund den Vorzug geben soll darin besteht, dass dieser wohlhabend ist und ein Boot besitzt. Außerdem sagt Beccas Mutter ihr, dass ihr Ex-Freund ja gar keine Geschwister hat und seine Eltern bereits verstorben sind und sie dadurch auch in dieser Hinsicht keine Gemeinsamkeiten haben. Wer bitte wirft jemandem vor, dass er keine Geschwister hat? Dieses Argument finde ich merkwürdig. Im weiteren Verlauf der Geschichte macht Beccas Mutter dann in dieser Hinsicht aber doch noch plötzlich eine 180°-Drehung, die mir einfach zu schnell daherkommt, wenn man bedenkt wie skeptisch sie zuvor gewesen ist.Außerdem finde ich, dass es der Geschichte gutgetan hätte, wenn mindestens eine erotische Szene gestrichen worden hätte. Das Buch ist ja ohnehin relativ kurz und da wäre es schön gewesen stattdessen mehr Gespräche geschildert zu bekommen, damit deutlicher wird, dass es mehr als nur körperliche Anziehung ist, die Becca und Denny verbindet. Die Geschichte wird durch ein schönes Happy End abgerundet. Ich finde allerdings, dass es etwas zu abrupt ist und dass die dazu beitragenden äußeren Umstände (selbst für ein "Wohlfühlbuch") fast schon zu schön sind um wahr zu sein:Die Einwohner beschließen eine Schule zu bauen und Becca als Lehrerin einzustellen. Daher ist sie nicht gezwungen aus beruflichen Gründen wegzuziehen.Es freut einem aber nichtsdestotrotz für die beiden Protagonisten Becca und Denny, die man liebgewonnen hat.Fazit: Es handelt sich um eine rührende Liebesgeschichte in der auch der herzliche Umgang und der Zusammenhalt der Bewohner des kleinen Örtchens sehr bewegend sind. Wenn man eine kurzweilige und aufheiternde Geschichte mit Happy End braucht, die positive Gefühle transportiert, ist dieses Buch die richtige Wahl. Die Geschichte hat allerdings auch die eine oder andere Schwäche und wirkt ehrlicherweise in Teilen wie eine Kopie von "Virgin River - Band 4: Wintermärchen in Virgin River", der mir besser gefallen hat.Zum Schluss noch ein besonders lustiges und ein besonders schönes Zitat aus dem Buch:"Ich bin vermutlich der letzte Mensch, den er hier zu sehen erwartet hätte." - "Nein", entgegnete Rich gereizt. "Das wäre Luke Skywalker. Du bist nur der vorletzte." (S. 21)"Ich habe keine Ahnung, was als Nächstes auf uns zukommt, aber was auch immer es sein wird, es wird ein Du und Ich. Für immer." (S. 202)