"Revenge - Heute Abend bist du tot" ist ein Jugendthriller von Autorin Svenja Diel. Auf interessante Art und Weise wird der Titel auf dem Cover in Szene gesetzt. Zielgruppe der Buchlektüre sind laut Verlag Jugendliche ab ca. 14 Jahren. Aufgrund der durchaus detailreich geschilderten Szenen würde ich persönlich die Altersempfehlung ab ca. 16 Jahren aussprechen. Insgesamt 384 Seiten umfasst die Taschenbuchausgabe, welche Ende März diesen Jahres im Thienemann-Esslinger-Verlag erschienen ist.
Der Thriller thematisiert sexuellen Missbrauch, Schuld und Vergebung, Mord, Entführung Lügen und Intrigen. Eine entsprechende Triggerwarnung findet sich gleich zu Beginn des Buchs.
Jedoch stehen auch Freundschaft und verschiedenste Familien-/ Eltern-Kinder-Beziehungen eine Rolle.
Und darum geht es genau: Eines Abends wird Saras Freund Vince bei der Arbeit als Tankstellenmitarbeiter angeschossen. Sara und Liv werden unfreiwillig Zeugen der Tat. Während Vince weiterhin im Krankenhaus für sein Leben kämpft, gerät das Leben der beiden Mädchen aus den Fugen: Nicht nur dass die Polizei unangenehme Fragen stellt, auch kommen dunkle Geheimnisse ans Licht und der Täter ist weiterhin auf freiem Fuß. Auch wenn sich Sara und Liv zuvor nicht wirklich kannten, das gemeinsam erlebte Verbrechen schweißt die Zwei zusammen. Gemeinsam wollen sie herausfinden, was wirklich geschah...
Mit einem packenden Prolog, betitelt mit 'Die Nacht' wird man als Leser gleich neugierig auf die Geschichte gemacht. Sodann folgen Rückblenden, jeweils aus der Sichtweise einer der Charaktere geschrieben. Die Kapitel sind recht kurz gehalten und hat man als Leser das Gefühl von Szene zu Szene zu springen. Die Handlung an sich ist zu Beginn packend und aufgrund einiger Wendungen bleibt die Spannung erhalten. Leider schwächelt die Geschichte ab ca. der Hälfte des Thrillers. Eine wirkliche Beziehung zu den handelnden Figuren habe ich als Leser erschwert bzw. gar nicht aufbauen können. So blieben mir selbst die beiden Mädchen, Sara und Liv, bis zum Ende 'fremd' und unnahbar.
Die letzten Kapitel, quasi die Enthüllung und Auflösung des Falls, haben mich persönlich enttäuscht zurück gelassen. Die geschilderten Szenen sind recht kurz aus der Sicht einer der jeweiligen Handlungscharaktere. Die raschen Wechsel der Kapitel aus verschiedenen Perspektiven lassen das Ende chaotisch und unstrukturiert werden. Als Leser hatte ich das Gefühl, dass die Autorin schnell zum Ende kommen wollte - ohne dabei auf Schlüssigkeit oder eine Struktur zu achten. So hat mich der Thriller leider eher enttäuscht als wirklich von der Handlung gefesselt zurückgelassen. Der vielversprechende Beginn ist irgendwie 'verpufft'. Meinerseits daher zwei Sterne.