Die Reihe um die Kamelieninsel in der Bretagne war meine liebste Serie aus der Feder von Tabea Bach. Dass nun ausgerechnet diese fortgesetzt wird, hat mich vor Freude jubeln lassen. Und meine durchaus hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht, sondern sogar noch übertroffen!
Mit dem Kamelienhaus unternehmen wir einen Zeitsprung von 26 Jahren. Aus der am Ende der Kamelieninselreihe geborenen kleinen Lucy ist eine junge Frau geworden, die nach dem Abschluss ihres Studiums zurückkehrt auf diese einzigartige Insel in der Bretagne, wo ihr Vater Maël hingebungsvoll Kamelien züchtet, während ihre Mutter Sylvia sich eine Kosmetikfirma mit Kamelienöl aufgebaut hat. Und genau diese besondere Essenz ist es, die Lucy alsbald auf ihre erste Geschäftsreise bringt, denn sie soll in Japan den Nachschub des Kamelienöls sicherstellen. Diese Reise wird Lucys Leben von Grund auf verändern.
Natürlich ist diese neue Reihe ohne Probleme lesbar, auch wenn man die Bücher rund um die bretonische Kamelieninsel nicht kennt. Ungleich größer war das Vergnügen aber für mich, bekannte Charaktere wiederzusehen, und dies nach so vielen Jahren. Diese Entwicklungen fand ich ganz besonders spannend und auch jederzeit glaubwürdig geschildert.
Der wirkliche Zauber dieses Romans liegt aber in der Zartheit und Poesie, die in der Erzählung stecken. Japanische Lebensart wird nicht trocken vermittelt, sondern spürbar und verständlich gemacht. Tiefgründige Gedanken und Vorstellungen lernen wir kennen. Die Atmosphäre der (fiktiven) Insel Soshima und der Menschen dort haben mich verzaubert und in eine andere Welt mitgenommen. Zart und behutsam wird uns diese nähergebracht, so dass ich in der Geschichte völlig aufgehen und mich mittragen lassen konnte. Die Charaktere und ihre Konflikte konnte ich jederzeit spüren und ich kann es kaum erwarten, ins Kamelienhaus zurückzukehren.
Ich habe ein neues Lieblingsbuch aus der Feder von Tabea Bach und spreche eine Herzensempfehlung aus!