"Niemand kann von sich behaupten, das Meer zu kennen, weil er sich einmal am Strand vorgewagt und nasse Füße bekommen hat."
Jan versucht sein Leben halbwegs in den Griff zu bekommen, nachdem seine Freundin sich von ihm getrennt hat. Dazu gehört es auch, zur unliebsamen Geburtstagsfeier seiner Großmutter nach Helgoland zu gehen und sich den vielen Fragen seiner Verwandtschaft zu stellen. Doch die Überfahrt auf der Fähre läuft alles andere als normal ab. Als Jan über Board geht, wacht er nicht nur an einem unbekannten Strand , sondern auch in einer anderen Epoche auf. Doch das ist nur der Anfang seiner außergewöhnlichen Reise, in der er nicht nur einige Epochen streift, sondern auch auf die sonderbare Alva trifft, die sein Schicksal teilt. Gemeinsam suchen sie einen Weg raus aus den Wirrungen von Zeit und Raum.
Wer Thomas Frankes Bücher kennt, der weiß, dass er nicht nur fantastische Geschichten erzählt, sondern auch herausfordert . So sind auch in dieser Geschichte philosophische Grundfragen aufgeworfen, die man mit den Protagonisten zu ergründen versucht. Einmal springt man ins frühe Mittelalter, nur um sich dann im Zeitalter der Pest wiederzufinden. Dabei begegnet der Protagonist außergewöhnlichen Menschen mit einer für ihn fremden, aber auch sehr interessanten Glaubenshaltung. Jan, sich selbst anfangs als Atheist bezeichnend, wird durch die Zeitreise ordentlich in seinen moralischen und glaubenstechnischen Grundfesten durchgeschüttelt.
Die Ufer der Zeit ist meisterhaft und komplex erzählt. Wer sich darauf einlässt, der wird einige Schätze zum Thema Glauben bergen können. Es gab beim Lesen viele Stellen, die noch immer in mir nachklingen. Es ist nicht nur eine Geschichte über den Glauben. Vielmehr geht es um uns Menschen und wie wir in Raum und Zeit gesetzt sind, andere prägen und Fußspuren hinterlassen. Und vor allem geht es um einen Gott, der mit uns Geschichte schreibt und diese erst in der Ewigkeit vollenden wird.