Charles Dickens wurde 1812 in Landport bei Portsmouth geboren. Als sein Vater 1823 ins Schuldgefängnis in London kam, mußte Dickens bereits in der Jugend als Hilfsarbeiter arbeiten. Nach unregelmäßigem Schulbesuch wurde er 1826 Anwaltsgehilfe und arbeitete als Parlamentsberichterstatter für mehrere Zeitungen. Als Reporter beim »Morning Chronicle« begann er seine Skizzen, die in Buchform als »Pickwick Papers« veröffentlicht wurden und ihn berühmt machten. Von 1836 bis 1841 arbeitete er parallel an verschiedenen Romanen. Es folgten Amerikareisen in der vierziger und sechziger Jahren. Von 1858 an trat er in England und später auch in Amerika als Vorleser seiner eigenen Werke auf, und der Andrang war ungeheuer. Dickens starb 1870 im Alter von 58 Jahren an einem Schlaganfall. Seine Schriften sind in ungezählten Ausgaben verbreitet; in den ersten zwölf Jahren nach seinem Tode wurden über 4 Millionen Exemplare allein in England verkauft.
Der Übersetzer
Gustav Meyrink (eigentlich Gustav Meyer, 1868-1932), war ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer. Bis 1880 besuchte er das Wilhelmsgymnasium in München, dann das Johanneum in Hamburg, bevor er schließlich im Jahre 1883 in Prag sein Abitur machte. Nach dem Besuch der Handelsakademie in Prag (1885-88) wurde Meyrink 1889 1902 Mitinhaber, dann Alleininhaber des Prager Bank- und Wechslergeschäfts Meyer & Morgenstern. Seit 1895 verkehrte Meyrink im Verein deutscher bildender Künstler in Böhmen, in dem u. a. er Rainer Maria Rilke, Emil Orlik, Oskar Wiener und Hugo Steiner begegnete. 1903 ging er nach Wien, wo er die Redaktion der Wiener Satirezeitschrift »Lieber Augustin« übernahm. 1906 folgte ein Umzug nach München. 1907 erhielt Meyrink die bayerische Staatsangehörigkeit. Bis 1908 arbeitete Meyrink für die literarische Monatsschrift »März«. Von 1909 bis 1914 übersetzte er ausgewählte Werke von Charles Dickens. 1915 erschien sein erfolgreichster Roman Der Golem, mit dessen Vorarbeiten er bereits 1907 in München begonnen hatte. 1927 konvertierte Gustav Meyrink vom Protestantismus zum Mahayana-Buddhismus. 1928 kam es zum Verkauf des Hauses in Starnberg, wo Meyrink seit 1920 gewohnt hatte. Am 4. Dezember 1932 starb Meyrink in Starnberg und wurde drei Tage später auf dem Friedhof des Ortes beerdigt. Die Zentren seines literarischen Schaffens waren Prag und München. Als einer der Ersten im deutschen Sprachraum (nach Paul Scheerbart und E. T. A. Hoffmann) verfasste Meyrink phantastische Romane. Während sein Frühwerk mit dem Spießbürgertum seiner Zeit abrechnet, befassen sich seine späteren, häufig im alten Prag spielenden Werke hauptsächlich mit übersinnlichen Phänomenen und dem metaphysischen Sinn der Existenz. Arno Schmidt hielt die Meyrinksche Übersetzung der Dickens-Werke für die beste aller bisher bekannten.
Die Illustratoren
George Cruikshank (1792-1878) war ein britischer Karikaturist und Illustrator. Er gilt als Nachfolger des 1815 verstorbenen James Gillray.
Bereits im Alter von zwölf Jahren begann er Scheine für Kinderlotterien, Groschenhefte, Grußkarten und Straßenballaden zu illustrieren. Nach dem Tod Admiral Nelsons in der Seeschlacht von Trafalgar im Jahr 1805 zeichnete Cruikshank dessen Begräbnis, ein Jahr später karikierte er Napoleon und den britischen König Georg III. In den folgenden Jahren entstanden eine Reihe von Napoleon-Karikaturen, erste größere Bekanntheit erlangte Cruikshank aber 1819 mit der Illustration der Satire »The political house that Jack built« von William Hone, die das sogenannte »Peterloo-Massaker« vom 16. August 1819 thematisierte. Mit der Illustration von Pierce Egans »Life in London«, das von Oktober 1820 bis 1821 in Monatslieferungen erschien, gelang Cruikshank der endgültige Durchbruch. Die Illustrationen von William Clarke »Three courses and a dessert« (1830) und William Carpenters »Political Alphabet« (1831) festigten seinen Ruf als bester englischer Buchillustrator. Neben seinen politischen Karikaturen illustrierte Cruikshank unter anderem Grimms Märchen (1823), Defoes Robinson Crusoe (1831), den Don Quijote von Cervantes (1833), Scotts Waverley-Romane (1836) sowie den Oliver Twist von Dickens (1837).
Felix Octavius Carr »F. O. C. « Darley (1822-1888) war ein amerikanischer Illustrator, bekannt für seine Illustrationen in Werken berühmter Autoren des 19. Jahrhunderts. Darley wurde in Philadelphia, Pennsylvania, geboren. Er war ein autodidaktischer und produktiver Künstler, der als Mitarbeiter eines Verlags in Philadelphia begann. Nach seinem Umzug nach New York erschienen seine Arbeiten in Zeitschriften wie »Harper's Weekly« und in Büchern verschiedener Verlage. Darley fertigte 500 Zeichnungen für Lossing's »History of the United States« an. Der Schwung und die Kraft seines Stils, seine Leichtigkeit und Vielseitigkeit sowie das hohe Niveau seiner zahlreichen Werke machen ihn zu einem der bemerkenswertesten amerikanischen Illustratoren. Mit Edgar Allan Poe schloss er einen Vertrag über die Schaffung originaler Illustrationen für seine geplante Literaturzeitschrift »The Stylus«. Die Zeitschrift wurde nie produziert, aber Darley realisierte dennoch die Illustrationen für die letzten Folgen von Poes preisgekrönter Geschichte »The Gold-Bug«. 1848 lieferte Darley die Zeichnungen für die erste voll illustrierte Ausgabe von Irvings »Rip Van Winkle«, die von der American Art-Union gedruckt und vertrieben wurde. Im Laufe seiner Karriere fertigte er fast 350 Zeichnungen für James Fenimore Cooper an. 1851 wurde er als Ehrenmitglied in die National Academy of Design gewählt und 1852 zum ordentlichen Mitglied ernannt.