"Das ist so ein Donnie-Darko-Scheiß, Bruder, oder?" "Stehst du auf American Psycho?" "Bist du ein Fan von Echo and the Bunnymen?"
- Dialog, S. 302
Eine kleine Kostprobe, womit "We love you, Bunny" mein kleines, von Pop-Kultur zerfressenes, Herz erfreut hat. :D
Im Allgemeinen ist diese Fortsetzung ein Meisterwerk an Sprache. Ein Genius einer verpackten Parabel. Eine der schönsten Hommagen an "Alice im Wunderland", die ich je gelesen habe.
Und unglaublich nervig.
Ja, Tatsache - ich war gleichermaßen begeistert von der Genialität des Buches, und gleichzeitig unglaublich gelangweilt.
Da haben wir nämlich die Krux: Die 630 Seiten Umfang merkt man irgendwann deutlich.
Inhaltlich kann ich gar nicht wirklich auf "We love you, Bunny" eingehen - man muss hier wirklich den Vorgänger gelesen (und am besten noch geliebt) haben.
Aber ich kann verraten, dass man hier verschiedene Erzählperspektiven serviert bekommt - das lässt sich schon durch den beeindruckend schlauen Beginn des Buches erahnen, überrascht aber mit einer zusätzlichen Erzählstimme, die gleichermaßen rührt wie auch anstrengt.
Dieser Roman ist so geistreich konstruiert, dass ich mir ziemlich sicher bin den Anspruch nicht vollkommen gerecht geworden zu sein.
Definitiv nichts für zwischendurch - und so bleibt Mona Awad's Schöpfung auch noch lange im Gedächtnis.
Meisterwerk oder Müll?
Beides. So ambivalent hat mich selten ein Buch zurückgelassen.