Seit dem College gelten Harriet und Wryn als das perfekte Paar. Davon sind ihre nicht nur ihre Freunde überzeugt, sie selbst waren bis vor ihrer Trennung auch. Sechs Monate später will sich die Clique ein letztes Mal in ihrem Ferienhaus treffen bevor es verkauft werden soll und niemand darf erfahren, dass das Traumpaar keines mehr ist. Und es kann ja wohl nicht zu schwer sein, so zu tun, als sei man immer noch schwer verliebt, oder ?Meine Meinung:Irgendwie ist dieses Jahr merkwürdig. Zumindest, was viele Autoren angeht, sie ich eigentlich immer sehr gerne las und die mich nun reihenweise enttäuschen. Vielleicht ändert sich mein Geschmack oder das Buch war einfach nicht meins, aber dass nach Hazelwood nun auch Henry bei mir floppt, finde ich echt merkwürdig. Happy Place lag lange auf meinem SuB und das vielleicht nicht ohne Grund, denn bis auf ein paar gute Momente konnte es mich nicht überzeugen. Das hin und her zwischen den Handlungen, sowie Zeiten und das alberne Versteckspiel von Harriet und Wryn nervte mich zusehends immer mehr, bis ich dann sogar die letzten Kapitel eher quer las, weil es mich fertig machte.Und dabei klang die Ausgangssituation sehr interessant und bot viel Stoff für Dramen, Emotionen und eine fesselnde Liebesgeschichte, bei der ich mit dem Paar mitfiebern könnte. Nur leider schaffte Henry es nie, das vorhandene Potenzial zu nutzen und verstrickte sich zu sehr in ausschweifende Nichtigkeiten. Dadurch zog sich die Geschichte ziemlich und die Charaktere empfand ich zunehmend anstrengender. Teilweise wirkte es sehr albern, beinahe schon kindisch und ich musste mich zwischendurch beherrschen, nicht die Augen zu verdrehen.Second Chance mag ich als Trope eigentlich echt gerne, aber bei dem unsympathischen Paar machte es mir kaum Spaß. Ich fieberte weder mit ihnen mit, noch riss es mich emotional irgendwie mit und ich hätte einen anderen Ausgang eher begrüßt. Wryn und Harriet passten nicht zusammen und ich bin mit ihnen einfach nicht warm geworden. Das lag zum Teil auch an den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, in der der Leser erfuhr, wie die beiden zusammenkamen und welche Gründe zur Trennung führten. Eigentlich waren beide Ebenen für sich gesehen interessant und gerade bei den Parts in der Vergangenheit gab es Momente, die mich unterhielten und begeisterten. In der Gegenwart wurden wichtige Themen verarbeitet, die in Ansätzen auch funktionierten. Freundschaften verändern sich, geanuso wie Menschen und das schaffte Henry auch emotional einzubinden, aber diese Wechsel machten dies oft eben wieder zunichte, weil ich völlig rausgerissen wurde und die Momente nicht wirklich passend gewählt wurden.Und beinahe jeder tolle Moment wurde dann durch überzogenes oder anstrengendes Drama, sowie Langatmigkeit, kaputt gemacht. Die Wechsel machten es nicht besser, eher das Gegenteil, da ich immer wieder rausgerissen wurde und einfach keine Verbindung zu der Geschichte, den Charakteren oder dem Schreibstil aufbauen konnte. Aufgrund des Klappentextes erwartete ich eine andere Geschichte und fand es schade, wie wenig es mich begeistern konnte. Es wirkte zudem nicht wie eine RomCom, die ich zum Teil erwartete, eher zog es mich ziemlich runter und machte keinen Spaß. Hier habe ich von Henry eine wesentlich bessere Ausbalancierung erwartet und mir auch gewünscht.Fazit:Die Ausgangssituation klang vielversprechend und bot ein gewisses Potenzial, das allerdings kaum genutzt wurde. Leider wurde ich weder mit der Gerschichte, noch den Charakteren wirklich warm geworden und fand gerade die Charade von Harriet und Wryn ziemlich anstrengend und langweilig, was auch daran lag, dich zu beiden keine Verbindung aufbauen konnte und es mir dann auch egal war, ob sie es schaffen würden oder nicht. Auch mit ihren Freunden konnte ich nicht viel anfangen, aber wenigstens boten diese ein paar gute Momente, in denen wichtige Themen behandelt wurden. Henry will ich zwar jetzt nicht völlig abschreiben, aber seitdem traue ich mich nicht mehr wirklich an meine SuB-Bücher ran. Happy Place klang super, wirkte aber öde und lustlos.2 von 5 Sterne