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Ukrainisches Tagebuch

Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests. 2. , aus dem Russischen von Steffen Beilich.
Buch (gebunden)
DIE UKRAINE-KRISE VERSTEHEN.
Erschütternde und erhellende Tagebuchaufzeichnungen von Andrej Kurkow

Rund zehn Jahre nach der Orangen Revolution blickt die Welt wieder gebannt auf die Ereignisse in der Ukraine: wochenlange Demonstrationen auf dem Kiewer … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Ukrainisches Tagebuch
Autor/en: Andrej Kurkow

ISBN: 3709971543
EAN: 9783709971543
Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests.
2. , aus dem Russischen von Steffen Beilich.
Haymon Verlag

2. Juni 2014 - gebunden - 280 Seiten

Beschreibung

DIE UKRAINE-KRISE VERSTEHEN.
Erschütternde und erhellende Tagebuchaufzeichnungen von Andrej Kurkow

Rund zehn Jahre nach der Orangen Revolution blickt die Welt wieder gebannt auf die Ereignisse in der Ukraine: wochenlange Demonstrationen auf dem Kiewer Majdan-Platz, die Eskalation der Gewalt, die Annexion der Krim durch Russland, die drohende Spaltung des Landes - aber wie ist es dazu gekommen? Und wie wird es weitergehen?
Andrej Kurkow lebt wenige Gehminuten vom Majdan-Platz entfernt und hat das Geschehen hautnah miterlebt. Als einer der bekanntesten ukrainischen Autoren und Kolumnist internationaler Zeitungen lädt Kurkow in diesem hochaktuellen Buch ein, die Ukraine besser kennenzulernen, zu verstehen, was sie geprägt hat und was die Menschen bewegt. Jenseits gängiger Klischees schildert er die Tage des Umbruchs in seiner Heimat und liefert so eine sehr persönliche Chronik der Ereignisse. Zudem beleuchtet er schlaglichtartig die wechselvolle Geschichte der Ukraine und porträtiert handelnde Personen, zentrale Schauplätze und Ereignisse.

- Tagebuch über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine
- vom ukrainischen Starautor und Kolumnisten internationaler Zeitungen
- der Ukraine-Konflikt aus der Innenperspektive
- man erfährt, was tatsächlich passiert ist!
- liest sich spannend und flüssig wie ein Roman
- schöner Erzählton
- wissenswerte Hintergrundinformationen: der politisch engagierte Autor kennt viele Akteure persönlich

Wie eine Reihe von Serienaufnahmen schildert Andrej Kurkow die Geschehnisse ausgehend von den Protesten am Majdan-Platz, die sich im November 2013 beginnen zu entflammen. Während des Lesens bildeten sich authentische, ausdrucksstarke Bilder vor meinem geistigen Auge, wodurch die Revolution in der Ukraine für mich plastisch und wirklich erfahrbar wurde. Ein persönlicher, historisch wertvoller Erlebnisbericht mit Live-Charakter - Geschichten auch von Nebenschauplätzen, die nur vermeintlich solche sind, machen das Ukrainische Tagebuch besonders lesenswert!
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Portrait

Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt in Kiew. Er studierte Fremdsprachen (spricht insgesamt elf Sprachen) und war u.a. Zeitungsredakteur, Kameramann und Drehbuchautor. Seit 1996 ist er freier Schriftsteller, Romane wie Picknick auf dem Eis (1999) und Der Milchmann in der Nacht (2009) machten ihn einem breiten Publikum bekannt. Zudem kommentiert er regelmäßig für internationale Medien wie The Guardian, The NY Times oder Die Welt das politische Leben der Ukraine. Bei Haymon erschienen die Romane Der wahrhaftige Volkskontrolleur (2011) und Der unbeugsame Papagei (2013).

Pressestimmen

"Doch bewahrt er sich trotzdem eine angenehme Leichtigkeit, einen Optimismus und Witz, der nur selten in Sarkasmus abgleitet. Es gelingt Andrej Kurkow, den Geist der Majdan-Revolution einzufangen; vermutlich ist es ein typisch ukrainischer." NDR HF Kultur, Claudio Campagna "Andrej Kurkow hat uns mit einem lesenswerten Tagebuch beschenkt, aus dem man mehr über die Ukraine erfährt als aus jedem Artikel in der Presse." MDR Figaro, Ulf Heise "ein persönlicher Erlebnisbericht aus dem Herzen des Aufstands und ein spannendes historisches Dokument" Berliner Zeitung, Mathias Schnitzler "Wer es liest, begreift vieles, das sich aus den Fernsehnachrichten oder Zeitungsberichten nicht erschließt: wie sich ein Umsturz im Alltag niederschlägt, wie er sich anfühlt, wie er Gewohnheiten verändert ... Was ein Tagebuch von einem historischen Roman unterscheidet, ist genau das, was es so aufregend macht: Der Autor weiß in dem Moment, in dem er die Geschichte niederschreibt, selbst noch nicht, wie sie weitergehen wird ... Er bleibt aber auch dann ein scharfer Beobachter, als Janukowytsch flieht und der Umsturz gelingt." Falter, Sibylle Hamann "ein mitreißendes Dokument" BR 2, kulturWelt, Dirk von Westphalen

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 24.07.2014

Aus dem Herzen des Protests
Ein Romancier verflucht Putin: Andrej Kurkow schildert in seinem "Ukrainischen Tagebuch" den Aufstand in Kiew

Einen Romantiker, gar einen weltfremden Spinner wird man Andrej Kurkow, den geschäftstüchtigsten und erfolgreichsten Schriftsteller seines Landes, nicht nennen können, doch er erzählt in seinem "Ukrainischen Tagebuch" in ruhig abwägenden Sätzen von etwas Unglaublichem: Binnen Tagen entsteht in einem autoritären Land eine selbstbewusste Bürgergesellschaft. Kurkows mit dem Ethos eines Chronisten verfasste Aufzeichnungen enden am 24. April 2014, einen Tag nach seinem 53. Geburtstag und vier Wochen vor der ersehnten und gefährdeten Wahl eines neuen ukrainischen Präsidenten.

Kurkow lebt mit seiner Frau und drei Kindern im Zentrum von Kiew, in "einer Wohnung in der dritten Etage, von deren Balkon aus wir den Rauch der brennenden Barrikaden sahen, die Explosionen der Granaten und die Schüsse hörten, einer Wohnung, die wir regelmäßig verließen, um zur Arbeit, zum Majdan oder anderswohin zu gehen. All diese Zeit ging das Leben weiter, blieb kein einziges Mal stehen." Kurkows Bericht beginnt am 21. November 2013, dem Tag, an dem "kurz nach Mitternacht, gegen halb eins, ein Meteorit über Sewastopol, ..., der russischsten aller ukrainischen Städte", abstürzte und der Premierminister Mykola Asarow das Assoziierungsabkommen mit der EU aussetzte. Dann begann das Unerwartete: Einem Aufruf auf Facebook, zu friedlichem Protest, nur mit Isomatten und Proviant bewaffnet, auf den Unabhängigkeitsplatz von Kiew zu kommen, folgen Tausende, während im Fernsehen der russische Präsident Putin mit breitem Grinsen auftritt und der Nachrichtensprecher munter verkündet, Russland freue sich, die enge Zusammenarbeit mit der Ukraine weiter auszubauen.

Die Stoffe für seine Romane findet Kurkow als spöttischer, mitunter zynischer Beobachter seines Landes in der ihn umgebenden Groteske: Witzig und böse erzählt er vom qualvollen Alltag einer abgestürzten Gesellschaft, die Kurkows in absurden Arbeitsverhältnissen steckende sanftmütige Helden kopfschüttelnd beobachten, wenn sie nicht gerade vor Mafia-Gangstern fliehen. Der seit langem in Kiew lebende Schriftsteller wurde 1961 in Leningrad geboren, wuchs in Russland auf und schreibt auf Russisch. Er sieht sich als postsowjetischen Schriftsteller, der über eine prekäre, experimentelle Zone schreibt - die Annäherung der Ukraine an Europa erfüllte ihn noch Mitte November 2013 mit Euphorie. Eine Woche später beobachtet er die scheinbar aussichtslosen Anfänge der Revolution mit traurigem Spott und liest im Internet: "Verkaufe fertiges Set für Kundgebungsteilnehmer ... Es enthält alles, um in der kalten Jahreszeit über einen längeren Zeitraum seine Interessen und Ansichten zu behaupten."

Die Menschen harren auf dem Majdan aus, nationalistische oder europaorientierte Gruppen stehen neben Fantasy-Kriegern. Es gibt keine einheitlichen Forderungen, und die ersten "Tituschki" (bezahlte Schlägertrupps) rücken mit Knüppeln an. Mal versucht die eine, mal die andere Partei erfolglos, sich an die Spitze der Majdan-Bewegung zu setzen, was Kurkow erstaunt und freut. Als geübter Erzähler beschreibt er die Komitees und Bürgerwehren, die Majdan-Universität (vor allem Englisch und Selbstverteidigung) und die "Festtagsstimmung" auf dem Platz, trotz zunehmender Gewalt der Spezialeinheiten, die am "Blutsamstag", dem frühen Morgen des 30. November, zu mehr als hundert Verletzten führt.

Ungeachtet der ständigen Anspannung versucht der Schriftsteller, ein normales Leben zu führen, geht in die Sauna (wo ein Freund verlangt, den Namen Julija Timoschenko nicht zu erwähnen - er schädige die Gesundheit), trifft sich mit seinem Verleger und arbeitet am "Litauischen Roman". Doch nach den Weihnachtsferien auf der Krim - wo er eher lakonisch die allgegenwärtige Korruption und die Diskriminierung der Krim-Tataren beobachtet - ist alles anders: In Kiew herrscht offener Bürgerkrieg, überall Kontrollstellen, Barrikaden und Trupps der Bürgerwehr. Kurkow, der während der orangen Revolution von 2004 politische Debatten organisierte, räumt sein Romanmanuskript weg und beginnt, ausländischen Journalisten zu erklären, warum Kiews europaorientierte Bürger Wache bei den Barrikaden des Rechten Sektors halten und dass die Sehnsucht nach einem zivilisierten Land sie vereine. Tagelang hält er sich im Künstlerzelt auf dem Majdan auf, beschreibt die Begegnungen an den Feuertonnen, würdigt eine ästhetisch besonders gelungene Barrikade und mokiert sich über die russischen Filmsternchen, die dort vor Kameras posieren. Gegen seine Niedergeschlagenheit - "Ein gottvergessenes Land. Rauch steigt darüber auf. Und unter dem Rauch wird die Macht verteilt" - witzelt er: "Habe die Kinder zur Schule gebracht und bin zur Revolution gegangen."

Die Vielschichtigkeit ist die Stärke des Majdan, zugleich aber auch seine Schwäche. Unbekannte kontrollieren die Rednertribüne, immer öfter gelingen Provokationen, Kriminelle tarnen sich auf ihren Raubzügen als Bürgerwehr, es gibt vorgetäuschte Entführungen. "Die Revolution braucht allmählich ihre Revolutionäre nicht mehr", hält Kurkow am 3. Februar 2014 fest. Während einer nächtlichen Fahrt durch die Stadt glaubt er sich in einen Endzeitfilm versetzt, doch schon am nächsten Tag patrouillieren Miliz und Aktivisten gemeinsam, über ihren Fahrzeugen weht die Fahne des Automajdan.

Es gibt viele Hoffnungszeichen wie dieses, doch der skeptische Beobachter Kurkow versucht, nicht nur die ganze Widersprüchlichkeit des Volksaufstandes in den Blick zu bekommen, sondern auch die Nachwehen der Revolution. Es wird eine der intensivsten und wehmütigsten Passagen. In den letzten drei Monaten sei er um fünf Jahre gealtert, stellt er Ende Februar beim morgendlichen Blick in den Spiegel fest, während die Krim-Krise schon die Nachrichten beherrscht. Putin, seinen Lieblingsfeind, beobachtet Kurkow intensiv, und selten hat jemand den Machtstrategen genauer und wütender charakterisiert, samt der gezielten Umwandlung des russischen Patriotismus in einen Chauvinismus, aus dem leicht ein gewöhnlicher Faschismus werden könne: Dann würden die staatsnahen Schriftsteller den Kindern erklären müssen, "dass der russische Faschismus etwas Gutes sei, während alle anderen seiner Spielarten etwas ausgesprochen Schlechtes sind".

Die ruhige Genauigkeit, das historisch-politische Wissen und der aufgeklärte Bürgerstandpunkt dieser Aufzeichnungen haben etwas ungeheuer Tröstliches, und dass Kurkow ein unermüdlicher Sammler entlegener faits divers ist, macht ihren besonderen Reiz aus. So trug die Medaille "Für die Wiedergewinnung der Krim", die Putin an verdiente Soldaten verlieh, die Daten: "20. 02. 2014 - 18. 03. 2014". Am 19. und 20. Februar herrschten aber noch die Bluttage, die zu Janukowitschs Sturz führen sollten, die Annexion der Krim begann erst eine Woche später. Eher heiter liest sich dagegen die Meldung, dass dreihundert Denkmäler auf der Krim noch vor deren Einwohnern russische Pässe erhielten.

NICOLE HENNEBERG

Andrej Kurkow: "Ukrainisches Tagebuch". Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests.

Aus dem Russischen von Steffen Beilich. Haymon Verlag, Innsbruck 2014. 280 S., geb.

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