Ein ungewöhnlicher Fall voller Spannung, Kulinarik und tragischer Menschlichkeit ¿ typisch Luc Verlain
Alexander Oetker ist für mich ein Ausnahmeautor - und auch der zehnte Band der Luc-Verlain-Reihe zeigt eindrucksvoll, warum. Wieder gelingt es ihm, Spannung, Kulinarik, regionale Besonderheiten und menschliche Schicksale zu einer Geschichte zu verweben, die weit über einen klassischen Kriminalfall hinausgeht.Dieses Mal führt die Reise unter anderem nach Euronat, dem größten FKK-Campingplatz Europas. Dass Luc Verlain dort auf ganz besondere Weise ermitteln muss, sorgte bei mir nicht nur für Überraschung, sondern auch für das ein oder andere amüsierte Kopfkino. Gleichzeitig bleibt sich die Reihe treu: Die atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen und die kulinarischen Genüsse lassen einen förmlich nach Frankreich reisen - und hungrig werden.Doch hinter der ungewöhnlichen Kulisse verbirgt sich eine tragische Geschichte. Es geht um Macht, gesellschaftliche Erwartungen und den Preis, den Menschen manchmal bereit sind zu zahlen, um ein Leben führen zu können, das ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Gerade diese menschliche Komponente hat mich sehr berührt und nachdenklich zurückgelassen.Spannend erzählt, mit überraschenden Wendungen und Figuren, die einem längst ans Herz gewachsen sind, hat mich auch dieser Band bis zur letzten Seite gefesselt. Und einmal mehr zeigt Alexander Oetker, dass die wahren Abgründe oft nicht in spektakulären Verbrechen liegen, sondern in den Entscheidungen, die Menschen aus Angst, Ehrgeiz oder dem Wunsch nach Anerkennung treffen.Ein weiterer gelungener Fall für Luc Verlain, der Lust auf viele weitere literarische Reisen durch Frankreich macht.