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Erinnerung an die Natur

Die Geschichte des Naturschutzes im deutschen Kaiserreich. 'Geschichte des Natur- und Umweltschutzes'.
Buch (kartoniert)
Mit der Industrialisierung wurde Natur von der bedrohenden zur bedrohten Größe. Die Gründungswelle von Naturschutzorganisationen im Kaiserreich zeigt, dass die Naturfrage für immer mehr Menschen zu einer Frage des Gemeinwohls wurde. Der Autor schilde … weiterlesen
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Erinnerung an die Natur als Buch

Produktdetails

Titel: Erinnerung an die Natur
Autor/en: Friedemann Schmoll

ISBN: 3593373556
EAN: 9783593373553
Die Geschichte des Naturschutzes im deutschen Kaiserreich.
'Geschichte des Natur- und Umweltschutzes'.
Campus Verlag GmbH

Mai 2004 - kartoniert - 508 Seiten

Beschreibung

Mit der Industrialisierung wurde Natur von der bedrohenden zur bedrohten Größe. Die Gründungswelle von Naturschutzorganisationen im Kaiserreich zeigt, dass die Naturfrage für immer mehr Menschen zu einer Frage des Gemeinwohls wurde. Der Autor schildert die Geschichte des frühen Naturschutzes und dessen Widersprüchlichkeit: Während Natur in Schutzgebieten als unantastbar ausgewiesen wurde, entfalteten sich außerhalb industrielle Systeme als Verursacher der Natur- und Umweltschädigungen.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Geleitwort 9
Einführung 11

1."Die Kultur als Hauptfeind der Natur": Zeitdiagnosen und Wirklichkeitsbeschreibungen 14
2. Selbstfindungsliteratur, Modernisierungstheorie,
Umweltgeschichte: Zum Stand der Forschung 26
3. Zur kulturellen Logik der Naturbewahrung 51

ERSTER TEIL: DIE NEUERSCHAFFUNG DER WELTNATUR UND LANDSCHAFT IM ZEITALTER DER INDUSTRIALISIERUNG

1. Der Weg aus der Natur 61
2. Bevölkerung 63
3. Landwirtschaft 65
4. Wald- und Forstwirtschaft 69
5. Die großen Städte 71
6. Energie/Luftverschmutzung 75
7. Verkehr 78
8.Wasser 81
9. Abfall 87
10.Zusammenfassung 89

ZWEITER TEIL: NATURBEWAHRUNG UND KULTURELLES GEDÄCHTNIS

1. Heilige Bäume 93
2. Merkwürdigkeiten: Baumgeschichten zwischen
Ressourcennutzung und Naturbewahrung100
2.1Gottfried Kellers "Die Leute von Seldwyla": Die Zerstörung
der Natur und der Verlust von Heimat100
2.2Forstwirtschaft und Waldromantik: Zur Entzauberung
und Wiederverzauberung des Waldes104
2.3Sichten, Inventarisieren, Schützen: Die systematische Erfassung
der forstbotanischen Merkwürdigkeiten107
2.4Träume des Ursprungs: Wildnis als Leitbild bei Wilhelm Heinrich Riehl111
3. Ursprung und "Eigenart": Staat und Naturschutz in Preußen und im Deutschen Reich113
3.1"Gefährdung der ursprünglichen Natur
durch die fortschreitende Kultur": Hugo Conwentz,
Wilhelm Wetekamp und die Gründung der
"Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege" in Preußen113
3.2Natur und Zeit: Zur Allianz von Naturbewahrung und Geschichtsbewußtsein 121
3.3Relikte, Lebensräume, Landschaften: Zur Differenzierung
des Krisenbewußtseins in der Naturdenkmalpflege138
3.4Ästhetik als Versöhnung: Naturdenkmalpflege und Industriegesellschaft144
3.5Netzwerke des Naturschutzes: Aus der Arbeit der
"Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege" 1906-1918148
3.6"Konwentzioneller" Naturschutz und
"Naturdenkmälerchensarbeit": Zeitgenössische Kritik am staatlichen Naturschutz150
3.7Das Tabu des Eigentums: Zum Scheitern der Initiative
für ein preußisches Gesetz der Naturdenkmalpflege155
3.8Erhalten und Gestalten: Die staatliche Organisation
des Naturschutzes außerhalb Preußens161
3.9Der Schutz natürlicher "Eigenart": Nationale und internationale Natur171
4.Vereine und Verbände - Facetten der privaten Naturschutzarbeit im Kaiserreich179
4.1Staatliche Verpflichtung und gesellschaftliche Selbstorganisation179
4.2Selbstbildung und politische Partizipation: Zur Soziologie des Vereinswesens181
4.3Wissenschaft, Kulturkritik, soziales Engagement:
Programmatische Akzente und historische Traditionen
bürgerlicher Vereinskultur182
4.4Jenseits von Klasse und Geschlecht? Natur und Gesellschaft184
4.5Zur gesellschaftlichen Bedeutung der Naturschutzverbände im Kaiserreich190
4.6Heimat, Region, Vaterland: Natur und Nationsbildung193
5.Profile und Portraits196
5.1Landschaft als sozialer und ästhetischer Raum:
Der "Verschönerungsverein für das Siebengebirge" und
der "Verein zur Rettung des Siebengebirges" 1869-1922197
5.2Die Natur in der Stadt im Schnittfeld ökonomischer und
öffentlicher Interessen: Der Münchner "Isartalverein" von 1902203
5.3Kultivierung und Erhaltung der alpinen Natur: Der "Verein
zum Schutze und Pflege der Alpenpflanzen" von 1900208
5.4Die Reservation unantastbarer Natur:
Der "Verein Naturschutzpark" von 1909212
5.5Das Scheitern einer Sammlungsbewegung:
Der "Bund zur Erhaltung der Naturdenkmäler" von 1909224
6.Zusammenfassung230

DRITTER TEIL: MENSCH UND TIER

1. Zwischen Ausbeutung und Anbetung - Beziehungsgeschichten zwischen Mensch und Tier237
2. Bedroht, verfolgt, ausgestorben - die Tierwelt und der Naturschutz243
3. Identifikation und Indikation: Die Vögel und die Vogelschutzbewegung249
3.1Traditionen und Legitimationen: Gefiederte Freunde
und nützliche Helfer253
3.2Der bürgerliche Verein: Zur Institutionalisierung
des Vogelschutzes263
3.3Konfliktfelder und Problembewußtsein - Strategien, Konzepte
und Handlungsfelder des organisierten Vogelschutzes271
3.4Utilitarismus oder Selbstzwecklichkeit - Standpunkte
der Vogelschutzbewegung289
4. Vom Verzehr zum Verzicht - der Vogelfang und ein modernes Nahrungstabu293
4.1Naturnutzung versus Naturbewahrung - die Etablierung
eines modernen Nahrungstabus294
4.2Skizzen zur Geschichte des Vogelfangs in Deutschland301
4.3Nutzen, Schönheit, Moral - Bedingungen des Tabuisierungsprozesses und
klassifikatorische Kriterien der Naturbewahrung337
5.Zusammenfassung379

VIERTER TEIL: HEIMAT UND LANDSCHAFT[...]


Portrait

Friedemann Schmoll, Dr. phil., ist Priv.-Doz. am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Uni Tübingen.

Leseprobe

Anfang der 1930er Jahre brachte der Wiener Wissenschaftstheoretiker Otto Neurath (1882-1945) die Verschiebung der
Kräfteverhältnisse zwischen Natur und Mensch auf eine griffige Formel: "Der Mensch wird immer unabhängiger vom Boden, auf dem er lebt. (-) Wenn früher ein Mensch und ein Sumpf zusammenkamen, verschwand der Mensch, jetzt der Sumpf."1 Mit den modernen
Möglichkeiten, Natur zu unterwerfen, schien menschliche Zivilisation sich endgültig aus bislang gültigen Abhängikeiten befreit zu haben. Damit einher ging jene Umkehrung in der Beziehung zwischen Mensch und Natur, die Friedrich Schiller in seinen Briefen zur ästhetischen Erziehung Ende des 18. Jahrhunderts dem Zeitalter der Vernunft zur Aufgabe gestellt hatte: "Aus einem Sklaven der Natur, solange er sie bloß empfindet, wird der Mensch ihr Gesetzgeber, sobald er sie denkt."2 Als sich allerdings um 1900 Entwicklungsprozesse in Wirtschaft, Technik, Industrie, Verkehr und Wissenschaft schneller und immer schneller vollzogen, schien die Bemächtigung der Natur durch den Menschen einen Grad erreicht zu haben, der auch Fragen nach den kulturellen und ökologischen Folgen dieser Umkehrung aufwarf. Mehr und mehr Skeptiker stellten den Errungenschaften ihrer Gegenwart die Verluste in ihren Beziehungen zur Natur und die Risiken modernen Naturumgangs gegenüber.
Keinesfalls einstimmig begleiteten um 1900 zeitgenössische Chronisten die Entfaltung von wissenschaftlichem und technischem Fortschritt mit Euphorie. In diesem Zeitraum mehrten sich die Stimmen, die Natur nicht mehr primär als feindliches
Gegenüber, sondern als Objekt bewahrender Zuwendung bestimmten: "Mit den gewaltigen Mächten der Natur mußte diese Menschheit durch ungezählte Reihen von Generationen zähe und gefahrvolle Kämpfe auskämpfen, ehe ihr Dasein gegen die Naturmächte gesichert erschien. Und nun, seit dem Ausgange des neunzehnten Jahrhunderts erst, wird den Kulturvölkern voll bewußt, daß nicht nur der Mensch gegen die Naturmächte, sonder
n umgekehrt auch die Natur gegenüber menschlichem Tun eines Schutzes bedarf."3 Natur präsentierte sich jetzt nicht mehr als bedrohende Größe und als Quell unkalkulierbarer Gefährdungen. Natur selbst schien in dieser historischen Phase eines scheinbar entfesselten Kapitalismus und zügelloser Industrialisierung zur bedrohten Größe geworden, die der bewahrenden Inobhutnahme bedurfte, um die zerstörerischen Potentiale der Zivilisation zu kontrollieren.
In dieser Studie geht es um Naturschutz in Deutschland, also um Bewegungen, die spätestens seit den Industrialisierungsschüben der 1890er Jahre gegenüber der Dominanz instrumenteller Naturaneignung alternative Naturbeziehungen einklagten. Naturschutz kontrastierte das in modernen Gesellschaften dominante Bild der Natur als Objekt instrumenteller Vernunft mit einem Verständnis, das
über deren zweckgerichtete Nutzung hinauswies. Sie wurde innerhalb jener Veränderungsprozesse der Industrialisierung, Urbanisierung, Rationalisierung, Demokratisierung und Individualisierung, die im Gesamt als Modernisierung verstanden werden, auch zu einem Objekt des Bewahrens. Thema dieser Arbeit sind also die sich im Rahmen dieser Modernisierungsprozesse formierenden Ambivalenzen von Verlust und Rettung, Bewahrung und Vernichtung, die für den Umgang der Moderne mit Natur signifikant erscheinen.



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