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Das Volk der Bäume

Roman. Originaltitel: The People in the Trees. mit Lesebändchen.
Buch (gebunden)
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Hanya Yanagihara, Autorin des Weltbestsellers "Ein wenig Leben", führt den Leser in diesem brilliant geschriebenen Roman an die Abgründe des Menschlichen.
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Produktdetails

Titel: Das Volk der Bäume
Autor/en: Hanya Yanagihara

ISBN: 3446262024
EAN: 9783446262027
Roman.
Originaltitel: The People in the Trees.
mit Lesebändchen.
Übersetzt von Stephan Kleiner
Hanser Berlin

1. Februar 2019 - gebunden - 477 Seiten

Beschreibung

Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu'ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel. Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Ein brillant geschriebener, gefährlicher Dschungel von einem Roman.

Portrait

Hanya Yanagihara, 1974 geboren, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Mit ihrem Roman "Ein wenig Leben" gewann sie den Kirkus Award und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize, des National Book Award und des Baileys Prize. "Ein wenig Leben" ist eines der bestverkauften und meistdiskutierten literarischen Werke der vergangenen Jahre. Eine TV-Serie, produziert von Scott Rudin (The Social Network, No Country for Old Men, Frances Ha, Grand Budapest Hotel), ist in Vorbereitung. Yanagihara ist Chefredakteurin des "T Magazine" der "New York Times".

Pressestimmen

"Eine sehr überzeugende ästhetische Antwort darauf, wie man Werk und Verbrechen trennen beziehungsweise: mit beiden zusammen umgehen kann. ...Ein beeindruckendes, beinahe experimentelles Stück Literatur." Julia Dettke, Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung, 07.07.19

"Sprachlich imminent wuchtig, auf verschiedenen Ebenen klug komponiert inklusive wissenschaftlichen Berichten, die mit erfundenen Fußnoten über halbe Seiten Zeitungsartikel zitieren, gearbeitet. Und man kann sich nur wundern, dass damals noch eine junge Frau ihr erstes Werk so reif, so fantastisch komponieren kann. Es ist sprachlich ungeheuer fesselnd und eindringlich." Robert Habeck, Literarisches Quartett, 04.03.19

"Es ist wirklich sprachlich fantastisch, wie diese unberührte Natur beschrieben wird." Volker Weidemann, Literarisches Quartett, 04.03.19

"Ich habe irgendwann völlig vergessen, dass es ein Roman ist und habe es irgendwann für die Wirklichkeit gehalten. ... Es hat mich total fasziniert, es hat mich total reingezogen und das ist ein Buch, was ich von Herzen weiterempfehlen möchte. Das ist ein Buch, mit dem man unbedingt mit jemanden drüber reden möchte." Christine Westermann, Literarisches Quartett, 04.03.19

"Heilloser und zugleich üppiger ist die Natur, ob Menschennatur, Pflanzennatur, Tiernatur, selten einmal literarisch bebildert worden als hier. Das ist unheimlich und faszinierend." Christoph Bartmann, Süddeutsche Zeitung, 23.02.19

"Die Lektüre von Yanagiharas Roman gleicht einer Expedition in einen Dschungel der Düsternis." Claudia Voigt, Der Spiegel, 09.02.19

"[Der Autorin gelingt es] diese vielfältigen Aspekte dieses Stoffs sehr übersichtlich zu entfalten und auch klug zu organisieren. Dieser Roman hat einen große Detailreichtum und eine große Faktenfülle und damit gibt er sich einen derart überzeugenden dokumentarischen Anstrich, dass es sogar dann glaubwürdig wirkt, wo er mit dem Thema Unsterblichkeit ins Fantastische abdreht." Sigrid Löffler, Deutschlandfunk Kultur, 31.01.19

"'Das Volk der Bäume' handelt von den Abgründen der Forschung, von Ehrgeiz, westlicher Arroganz, dem Sog des Fremden und - wieder - vom Missbrauch der Schwächsten. Das alles ist im Dschungel, so sinnlich erzählt und übersetzt, dass man denkt, man ist drin." Barbara Weitzel, Welt am Sonntag kompakt, 27.01.19

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 07.07.2019

Genie und Verbrechen - kann man das trennen?
"Das Volk der Bäume", der erste Roman der großartigen Autorin Hanya Yanagihara, erscheint auf Deutsch

Neulich im Café: Alles war gerade ganz friedlich, da kam plötzlich "Billie Jean". Und dann, als der Schock sich gelegt hatte, kurz danach auch noch "Black or White". Was tun? Sofort aufstehen? Sitzen bleiben und das nicht zu verhindernde innere Mitsingen nach außen hin durch einen besonders kritisch-alarmierten Gesichtsausdruck kompensieren? Auch nach all den Feuilletondebatten über die wahrscheinlich nötige, aber höchstwahrscheinlich unmögliche Trennung zwischen zu schützender Kunst und zu verurteilendem Künstler weiß man immer noch nicht mehr, als dass das Ganze ein Dilemma ist. Unlösbar.

Ach, hätte man doch "Das Volk der Bäume" von Hanya Yanagihara im Café dabeigehabt! Dieser Roman nämlich, das Debüt der Schriftstellerin und Journalistin, die 2016 mit ihrem zweiten Buch "Ein wenig Leben" ("A Little Life") weltbekannt wurde, gibt eine sehr überzeugende ästhetische Antwort darauf, wie man Werk und Verbrechen trennen beziehungsweise: mit beiden zusammen umgehen kann.

Achtzehn Jahre hat Yanagihara an ihrem Debüt geschrieben. "Die Erinnerung daran ist vor allem die Erinnerung an eine furchtbare Zeit in meinem Leben: Es ist Sommer, alle sind irgendwo draußen am Strand, nur ich sitze am Schreibtisch", sagte sie neulich bei einer Lesung in Berlin ziemlich fröhlich. Es ist ja auch ein großes Glück: Nicht nur, dass sie achtzehn Jahre lang hartnäckig geblieben ist, sondern auch, dass das Buch sechs Jahre nach Publikation des amerikanischen Originals endlich ins Deutsche übersetzt worden ist.

"Das Volk der Bäume" ist ein grundlegend anderes Buch als "Ein wenig Leben": keines, das man fast ohne Pause verschlingt und beweint, keines, das rückhaltlose Identifikation mit den Hauptfiguren fordert. Hier geht es nicht um vier enge Freunde in New York, sondern um eine Gruppe einander nicht besonders sympathischer Wissenschaftler auf einer fiktiven Insel. Anstelle des Ortes, der einem zutiefst vertraut ist, und sei es nur aus anderen Büchern, Filmen, Songs, also ein imaginärer Ort, für dessen allererste innere Vorstellung man im Kopf erst Platz schaffen muss. Anstelle von Identifikationsfiguren eine Hauptfigur, die einem noch vor dem ersten Kapitel durch Zeitungsberichte als Verbrecher offenbart wird. Auch der sexuelle Missbrauch, der in beiden Texten zentral ist, wird von der entgegengesetzten Seite beleuchtet: in "Ein wenig Leben" durch die Psyche eines Überlebenden, in "Das Volk der Bäume" durch die Memoiren eines Täters. Wo "Ein wenig Leben" hineinzieht, hält "Das Volk der Bäume" auf Distanz. Und gerade die Konstruktion dieser Distanz ist es, die an dem Buch so sehr fasziniert, die es zu einem so beeindruckenden, beinahe experimentellen Stück Literatur macht.

Es geht um den Arzt Dr. Norton Perina, der in den 1950er Jahren als junger Medizinabsolvent zusammen mit einem berühmten Ethnologen eine Forschungsreise zu einer Inselgruppe in der Südsee unternimmt. Die wichtigste der fiktiven Inseln ist Ivu'ivu, Perina ist dort für die Untersuchung der indigenen Bewohner des Dschungels zuständig. Ziel der Forschungen ist es vor allem, hinter das Geheimnis der hohen Lebenserwartung der Inselbewohner zu kommen: Einige sind schon über zweihundert Jahre alt. Dabei entdeckt er unter anderem eine Schildkrötenart namens Opa'ivu'eke, verschiedene, auch problematische Rituale - und seine große Liebe zu den Kindern der Inselfamilien, von denen er über die Jahre insgesamt mehr als vierzig adoptieren und mit sich zurück in die Vereinigten Staaten nehmen wird. In den 1970er Jahren wird ihm für seine Entdeckungen der Nobelpreis verliehen, seine Veröffentlichungen machen die Insel aber auch bekannt und setzen sie massiven Eingriffen und Veränderungen aus. Perina ist darüber entsetzt. Für seine eigenen Taten, für die er 1997 angeklagt und verurteilt wurde, die mehrfache Vergewaltigung von einem seiner Adoptivsöhne, gilt das nicht.

Mehr braucht man zum Inhalt des Romans nicht zu wissen - höchstens noch, dass Dr. Perina ein reales Vorbild hat: der Mediziner Dr. Daniel Gajdusek, ebenfalls Nobelpreisträger, ebenfalls wegen sexuellen Missbrauchs an einem Adoptivsohn verurteilt, arbeitete mit Yanagiharas Onkel am gleichen Forschungszentrum, sein Name war ihr als Kind sehr vertraut. Dass sie eines Tages über ihn schreiben wollte, wusste sie schon früh. Für Recherche und Schreiben hat sie allerdings noch einmal achtzehn Jahre gebraucht. Als "Das Volk der Bäume" dann 2013 erschien, bekam es ein paar positive Rezensionen, wurde insgesamt aber wenig beachtet. Den zweiten Roman schrieb sie daraufhin in nur achtzehn Monaten, der Erfolg machte sie 2016 weltweit bekannt.

Das Entscheidende aber ist die Textform. "Das Volk der Bäume" ist als Herausgeberfiktion konstruiert. Das heißt, die Veröffentlichungsumstände der Erzählung werden miterzählt, als ebenfalls fiktionale Geschichte: Ronald Kubodera, Perinas ihm treu ergebener Assistent, spricht in einem Vorwort und in umfangreichen Fußnoten, und er schickt dem Text eine Karte der Inseln und zwei Zeitungsartikel zur Verhaftung Perinas voraus. Daran muss man erst einmal vorbei, ehe man zu den Memoiren kommt. Ganz am Ende folgen noch ein Epilog, ein Nachtrag, ein Anhang mit zeitlichem Überblick und einem Glossar ausgewählter u'ivuanischer Begriffe.

So entsteht eine Schutzzone um die Stimme des Verbrechers herum: Sie ordnen das, was er erzählen wird, in einen Kontext ein, sorgen zum Beispiel dafür, dass der Roman mit der Benennung der Taten beginnt und endet. Dazwischen folgt man Perinas eigener Erzählung seines Lebens, von der Kindheit über das Studium und die minutiöse Entdeckung und Erforschung der Insel bis zur Adoption und Erziehung der Kinder. Er scheint genau und beinahe naiv offen zu beschreiben. Entlarvend wirkt erst recht die bedingungslose Loyalität seines Assistenten. "Norton ist ein Genie, und das ist alles, was in meinen Augen zählt und meiner Ansicht nach für die Geschichte zählen sollte", schreibt er gleich zu Anfang: "Ich möchte nicht weniger als Nortons Ruf wiederherstellen. Weniger als das für einen Mann zu tun, welcher der Welt der Wissenschaft und der Medizin so viel gegeben hat, wäre, in einem Wort, unverzeihlich." Die übrigens großartige Übersetzung von Stephan Kleiner lässt den doppelbödigen Humor der stellenweise satirischen Übertreibungen und der Wissenschaftssprache der Fußnoten perfekt durchscheinen.

Zwischen diesen verschiedenen Textbausteinen findet das Spiel zwischen Distanz und Einfühlung statt: Man kann ja nicht anders, als sich in jemanden, dessen Lebenserzählung man liest, hineinzuversetzen - auch, wenn man von Anfang an weiß, dass man der Erzählung eines Verbrechers folgt. Ständig ist man beim Lesen damit beschäftigt, diese beiden Gefühlszustände auszutarieren: ohne Anteilnahme kann man einer Erzählung nicht folgen, ohne Distanz aber kann man eine Ich-Erzählung, die in die Vergewaltigung eines Kindes münden wird, nicht ertragen.

Und geht es bei der Hilflosigkeit gegenüber Michael Jacksons eingängiger Musik nicht genau darum: um die Angst, nichts tun zu können gegen eine automatische Identifikation, die Angst davor, den nötigen Abstand nicht halten zu können, sondern beim Zuhören automatisch zu bejahen und zu bestärken, weiter zu erhöhen und zu bewundern? Gibt es eine Art der Kunstrezeption, die nicht überhöhend, nicht affirmativ ist? Hanya Yanagihara zeigt mit "Das Volk der Bäume", dass es geht.

Die Haltung der Erzählerin ist dennoch eindeutig. Ein Zitat aus Shakespeares "Der Sturm" ist dem Roman als Motto vorangestellt: "Prospero: Ein geborner Teufel ist's, / An dem Erziehung nichts verbessern kann." Erziehung kann nichts verbessern. Erzählung schon. Vor allem wenn sie so vollkommen undidaktisch und erfinderisch ist wie in "Das Volk der Bäume".

"Ich interessiere mich dafür, was es bedeutet, menschlich zu sein" ("what it means to be human", formulierte sie neulich in einem Gespräch mit dem Fotografen Alec Soth im "T Magazine" der "New York Times", dessen Herausgeberin sie ist, ihren eigenen Schreibantrieb. Menschlich ist es auch, sich nach der vollkommenen Identifikation und Bejahung in der Kunst zu sehnen. "Ich kann verstehen, wenn jemand die Musik von Michael Jackson nicht mehr hören mag", sagte sie in Berlin auch: "Ich aber höre sie weiter." Kein Wunder: Sie weiß schließlich, wie das gelingt, die großartige Hanya Yanagihara.

JULIA DETTKE.

Hanya Yanagihara: "Das Volk der Bäume". Aus dem Englischen von Stephan Kleiner. Hanser Berlin, 480 Seiten

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Sascha K.
von Sascha K. - Hugendubel Buchhandlung Wiesbaden Kirchgasse - 16.05.2019
Das Geheimnis des ewigen Lebens trifft auf die Gier der Wissenschaft! Eine Expedition führt ein Forscherteam nach Mikronesien und lässt sie die Entdeckung des ewigen Lebens machen. Der Roman nimmt den Leser mit auf diese Reise, schildert das Leben der Ureinwohner packend und reflektiert die Hier der westlichen Wissenschaft. Yanagihara führt den Leser souverän durch die Konflikte und wartet mit Überraschungen auf. Ein Lesevergnügen, welches dem Vorgängerbuch der Autorin in nichts nachstehen muss.
Bewertungen unserer Kunden
In Wirklichkeit ein Monster?
von Sikal - 29.07.2019
Nachdem ich von "Ein wenig Leben" begeistert war, musste ich auch dieses Buch der Autorin unbedingt lesen. Dass der Schreibstil von Hanya Yanagihara fesselt und zugleich schwierig zu fassen ist, war mir klar. Dass das Thema bis ins kleinste Detail ausgebreitet wird, ebenso. Dass Ekel, Abscheu, Faszination und Vielschichtigkeit sich abwechseln werden, war mir von vornherein bewusst. Doch zwischendurch hat sich eine Langatmigkeit eingestellt, die mir einiges abgefordert hat. Weiterlesen oder nicht? Diese Frage stellte ich mir mehrmals, doch schlussendlich habe ich es durchgezogen. Der Roman beginnt mit der Verurteilung von Dr. Norton Perina, Mediziner, Nobelpreisträger, angeklagt wegen Kindesmissbrauch und verurteilt. Er sitzt nun im Gefängnis, während sein Assistent und Freund Kubodera die Schuld vertreiben möchte und ein Schutzschild für sein großes Vorbild hochhält. Kubodera bringt Perina dazu, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben, ergänzt wird mit Fußnoten und subjektiver Wahrnehmung - alles zum Teil sehr verworren. Quasi als Biographie beginnt Perina seine Aufzeichnungen, seine Kindheit und seine Beziehung zu seinem Bruder Owen, seine Forschungsarbeiten, seine Beweggründe, dem Angebot auf die Insel Ivuivu und die Erforschung eines unbekannten Stammes zu folgen. Perina findet heraus, dass jahrhundertelanges Leben möglich ist - einige Stückchen vom Fleisch einer Schildkröte reichen hier aus. Ebenso findet er eigenartige, abstoßende Rituale des Naturvolks vor, von denen er immer wieder angezogen wird. Was hier alles im Sinne der Forschung geschildert wird, welche Vergewaltigungen Mensch und Natur auszuhalten haben, wie selbstverständlich Kultur zerstört wird - die Autorin leitet hier an, sich Gedanken darüber zu machen was hier alles im Argen liegt, nicht nur der Kindesmissbrauch, der natürlich auch zum Thema gemacht wird. Welche Beziehung Perina zu seinen vielen Adoptivkindern hat, kann man lange Zeit nicht so recht einordnen. Hier wird erst am Ende eine furchtbare Überraschung den Leser mit voller Wucht treffen. Perina sieht natürlich an sich selbst keinen Fehler, er argumentiert (unterstützt von Kubodera), seine Beweggründe wirken glaubwürdig - und doch so dermaßen abstoßend, dass man auch nach dem Zuschlagen des Buches nicht so recht weiß, wie einem geschieht. Fazit: Kein einfaches Buch, es ist definitiv nichts für schwache Nerven. Der Schreibstil der Autorin hat mich auch hier fasziniert, wenngleich ich "Ein wenig Leben" um einiges besser finde. Nach wie vor bin ich gespalten in meiner Meinung - für des grandiosen Schreibstil, die Anregung zum Nachdenken über diverse Themen und die Idee mit der fiktiven Biographie vergebe ich 3,5 Sterne (aufgerundet 4).
Nicht ganz so gut, wie Ein wenig Leben
von lesebiene - 02.03.2019
Meine Meinung zum Hörbuch :  Nachdem ich ein Ein wenig leben letztes Jahr gelesen habe und dieses seitdem als ein Lieblingsbuch bezeichne, war ich sehr gespannt den einzigartigen Stil der Autorin in ihrem neu erschienen Buch, dieses mal in Hörbuch Form wieder genießen zu können.  Und auch wenn das Volk der Bäume nicht ganz daran heran reicht, ist dieses Buch dennoch ein absolut literarisches Highlight, welches anspruchsvoll und dennoch leicht lesbar erscheint.  Mal wieder schafft es die Autorin ihre Leser auf eine höchst ungewöhnliche Art und Weise zu berühren und an eine so ungewöhnliche Geschichte zu fesseln. Genauso gelungen ist die Hörbuch Version, die das literarische perfekt zu unterstützen weiß !
Mensch oder Scheusal?
von Sab - 24.02.2019
In ihrem Debüt-Roman Das Volk der Bäume führt uns die amerikanische Bestseller-Autorin Hanya Yanagihara auf eine von der Zivilisation unberührte Südseeinsel und in tiefe menschliche Abgründe. Der junge Arzt Norton Perina bricht nach einem eher lustlos absolvierten Medizinstudium und einem grausamen Job in einem Tierversuchslabor mit seinen Forscherkollegen zu einer Expedition nach Ivuivu auf, wo er auf ein geheimnisvolles Volk stößt, dessen Sprache, Rituale und Traditionen sie studieren. Nach einigen Tagen im Dschungel macht er eine erstaunliche Entdeckung. Er findet heraus, dass die vermeintliche Unsterblichkeit einiger Stammesmitglieder durch den Verzehr der seltenen Opaivueke-Schildkröte Nach langjährigen Versuchen an Mäusen und den Ivuivu wird allerdings klar, dass zwar der Körper jung bleibt, aber der Geist verfällt. Mit seiner Entdeckung wird Perina zum gefeierten Held der Wissenschaft und gibt die Insel zugleich der Zerstörung durch Horden von Forschern und Pharmakologen preis, die den großen Ruhm und das große Geld wittern. Bei weiteren Besuchen auf der Tropeninsel nimmt Perina insgesamt 43 Kinder mit in seine Heimat, adoptiert sie und zieht sie groß. Erst in einem Nachtrag erfahren wir schließlich die Wahrheit über seinen Missbrauch wie auch über sein späteres mysteriöses Verschwinden. Die fiktive, aber an den Mediziner Daniel Carleton Gadjusek angelehnte Biografie, wird sehr packend und sinnlich von Hanya erzählt. Es stellen sich unweigerlich viele Fragen, wie die, was von der modernen Wissenschaft erwartet und toleriert wird und wie viel man einem Genie verzeihen kann und darf. Wir lernen viel über Nortons Vergangenheit, den frühen Tod seiner Mutter und seines Vaters, die Beziehung zu seinem Bruder Owen, das erfundene Volk der Ivuivu, Nortons Forschungen und das nicht immer einfache Zusammenleben mit seinen Adoptivkindern. Mir gefiel die Geschichte nach anfänglichen Schwierigkeiten ganz gut, was nicht zuletzt am Können des Sprechers und dem fesselnden Schreibstil der Autorin lag. Ein großes Lob auch an das wirklich bezaubernde Cover.
Ein Buch, das den Streit sucht
von Oblomow - 22.02.2019
Dr Abraham Norton Perina ist ein hochnäsiges, arrogantes, sich selbst anderen überlegen fühlendes Arschloch. Die Mutter war dumm, der Vater faul und seine Kommilitonen wie Kollegen seien allesamt Neidhammel. Seine vermeintliche Überlegenheit teilt Perina dem Leser über den gesamten Text mit, lässt keine Zweifel an der Richtigkeit seiner Entschlüsse zu. Gestützt wird diese Haltung von Kubodera, seinem einzigen ihm verbliebenen Freund. Gemeinsam arbeiten sie an Perinas Geschichte des Lebens, welche dieser in seiner Meerzeit schreibt. Kubodera redigiert die Texte seines wegen Pädophilie einsitzenden Freundes, fügt diesen einige die Umstände erklärende Anmerkungen hinzu. Kurzum: das Buch liest sind toll. Sobald ich die beiden dem eigentlichen Text vorangestellten Pressemitteilungen sowie Kuboderas Vorwort gelesen hatte war ich ge- und befangen. Dieses Buch sucht den Streit. Dabei kommt der Text erstmal als ein leichter Abenteurerroman daher wenn Norton die Eindrücke seines ersten Besuches von Ivu ivu beschreibt. Doch mit jeder weiteren Visite werden dem Leser die Folgen von Perinas Entdeckung dargelegt. Mich hat diese Entwicklung an Vians Gischt der Tage erinnert; dort, wo einst Licht und Leben regierten, verdunkelt sich der Himmel mit jedem weiteren Besuch der Insel ein Stück weit mehr, verschwinden Natur und Tierwelt; am Ende bleibt ein Klumpen Stein. Das Verbrechen Perinas kündigt sich derweil in mehreren kurzen Einschüben an, übernimmt erst zum Ende hin eine tragende Funktion und kulminiert im Nachtrag, der mich in seiner Widerwärtigkeit an die Vergewaltigung in Grishams Jury erinnerte. Ein Buch ist für mich dann gut, wenn es mich an dem Ort, an dem ich mich gerade aufhalte, abholt und gemeinsam mit mir entweder einen Berg hinaufsteigt oder mit mir durch ein tiefes Tal wandert. Volk der Bäume ist eine wunderbare Talwanderung.
Reichlich Diskussionsstoff
von TanyBee - 28.01.2019
Schon auf den ersten Seiten erhalten wir eine Kurzzusammenfassung, worum es in diesem Buch geht. Es sind die Aufzeichnungen von Norton Perina, einem Wissenschaftler, über siebzig Jahre alt, Nobelpreisträger, der im Gefängnis sitzt wegen Missbrauchs. Die Aufzeichnungen sind mit einem Vorwort und Kommentaren seines wissenschaftlichen Mitarbeiters Ronald Kubodera versehen. Norton Perina erzählt uns seine Lebensgeschichte, die vor allem nach Abschluss seines Medizinstudiums richtig interessant wird. Denn er bricht zu einer Forschungsreise auf, um zusammen mit einem Anthropologen ein völlig isoliert lebendes Volk auf einer mikronesischen Insel zu finden und zu studieren. Diese Reise wird sein ganzes Leben verändern, beruflich wie auch privat, denn er stößt dort auf eine Schildkrötenart, deren Verzehr den körperlichen Alterungsprozess verlangsamt, beinahe stoppt, nicht aber den geistigen Verfall. Dieses Buch hat mich sehr fasziniert. Zum einem das Setting. Diese Inseln, auf denen die Regeln, nach denen wir hier leben, gar keine Bedeutung haben. Die Schilderung des Urwalds, mit seinen Tieren und Früchten. Sie ist so lebhaft, als wäre man selbst dort und müsste sich von dem ernähren, was der Wald zu bieten hat. Und zum anderen wirft das Buch ständig neue ethische Fragen auf, über die man stundenlang diskutieren könnte! Ich will nicht zu viel verraten, aber hier einige Beispiele: Ist es in Ordnung, ein isoliert lebendes Volk zu stören? Dinge der Zivilisation in ihr Leben zu bringen? Und wenn das Volk Rituale hat, die bei uns strafbar sind, was soll man davon halten? "Das Volk der Bäume" ist ein Roman, der einem ständig durch den Kopf schwirrt. Ich habe gekocht und an Hunonos gedacht. Ich bin Auto gefahren und habe mit dem Schicksal der Träumer gehadert. Ich habe das Bad geputzt und über die Kinder nachgedacht, die Perina adoptiert hat. So ein Buch ist das! Ich will keinesfalls spoilern, aber was mich auch begeistert hat, ist der Aufbau des Buches. Es sind Perinas Erinnerungen, kommentiert von einem Mitarbeiter (und Freund). Der Leser bekommt also eine sehr subjektive Erzählung präsentiert und die Wahrheit steht zwischen den Zeilen. Und nun die große Frage, die sicher jeder stellen wird: ist das Buch so gut wie "Ein wenig Leben"? Ich finde es schwierig zu beantworten, da die Bücher so unterschiedlich sind. Was Ihnen gemeinsam ist: Die Wucht, die Intensität, mit der die Autorin erzählt. Mit der sie dem Leser den Boden unter den Füssen weg zieht. Für mich persönlich ist "Das Volk der Bäume" besser als "Ein wenig Leben". Ich mag das Setting: das Abenteuer, den Urwald, die Forschung. Ich liebe Bücher zu diesen Themen, deswegen bin ich da voreingenommen. Außerdem ist dieses Buch nicht ganz so schmerzhaft für den Leser wie "Ein wenig Leben". Zusammenfassend kann ich also sagen: Wen das Thema auch nur im Geringsten interessiert, der sollte das Buch lesen! Ich denke aber, dass es zu diesem Buch nicht nur positive Meinungen geben wird und bin sehr gespannt auf die Diskussion.
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