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Inhalt: Äußerst bedenklich

Empfohlen ab 12 Jahre. Paperback.
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Die Großmutter ist eine Schmugglerin. Ihre Enkelin hat eine Freundin, die einen Totenkopf besitzt. Einen echten. Die Postfrau weiß, dass weihnachtliche Pakete Charakter haben und der Fleischer will nicht immer nur Fett essen.

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Inhalt: Äußerst bedenklich als Buch
Produktdetails
Titel: Inhalt: Äußerst bedenklich
Autor/en: Johanna Marie Jakob

ISBN: 3945605261
EAN: 9783945605264
Empfohlen ab 12 Jahre.
Paperback.
Verlag Tasten & Typen

30. Oktober 2017 - kartoniert - 144 Seiten

Beschreibung

Die Großmutter ist eine Schmugglerin. Ihre Enkelin hat eine Freundin, die einen Totenkopf besitzt. Einen echten. Die Postfrau weiß, dass weihnachtliche Pakete Charakter haben und der Fleischer will nicht immer nur Fett essen.

Aus dem Blickwinkel der kleinen dörflichen Welt erzählen die Geschichten leise und genau: Vom Blick eines Kindes in den Schrank des katholischen Pfarrers, vom Erinnern der Verkäuferin aus dem Konsum, die einmal im Intershop gearbeitet hatte. Oder dem Tankwart, der auf Ablösung wartet. Und zwischen allen ein zotteliger gelber Hund. Irgendetwas stimmt nicht mit seinem Ohr.

Geschichten wie Mosaiksteine aus den achtziger Jahren in der DDR. Vor und nach der Wende. Keine Sentimentalität, ein präzises Erzählen zwischen Gegenwart und Vergangenem. Historisch für die einen und wahrhaftig für die anderen. Lebensbilder aus einem ausklingenden Land.

Portrait

Aufgewachsen ist Johanna Marie Jakob dort, wo sie auch heute noch lebt: im Norden Thüringens, am Fuße des Harzes. Über ihrem Heimatdorf Großlohra wacht - oder besser: schläft - die halbvergessene Burgruine Laura (altdeutsch: Lare), die von Historikern wegen ihrer romanischen Doppelkapelle geschätzt wird.. Ein Wanderer benötigt von dort aus höchstens eine Stunde bis zur Basilika Münchenlohra (Mönkelare), ebenfalls romanischen Ursprungs.
In Erfurt studierte sie Mathematik und Physik und kehrte wieder in die Heimat zurück, wo sie heute an einem Gymnasium unterrichtet. Als ihre beiden Kinder erwachsen wurden, fand sie Zeit sich einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen. Die alten Mauern auf dem Berg faszinierten sie und sie wollte mehr über die Menschen Fundihre Schicksale erfahren, die im Mittelalter auf Laura gelebt hatten. Sie stieß auf eine Fülle von interessantem Material, das sie immer mehr in ihren Bann zog. Unter dem Namen Simone Knodel erschien 2004 im amicus-Verlag der erste historische Roman "Adelheid von Lare", im Jahr 2008 folgte "Radegunde von Thüringen"
Doch jedes Jahrhundert birgt eine Fülle von Schicksalen und Persönlichkeiten. Sie fand die Geschichte der Judith von Lohra, Äbtissin im Kloster Eschwege, und es entstand der dritte Roman: "Das Geheimnis der Äbtissin", der im Dezember 2011 beim Weltbild-Verlag erschien.
Im Spätsommer 2014 verlegt sie eigenständig "Taterndorf", ein Roman über ihr Heimatdorf Friedrichslohra im damaligen Preußen. Es wird noch heute "Taternlohra" genannt, denn es gelangte im 19. Jahrhundert zu einer traurigen Berühmtheit, weil es seine ganz eigene Geschichte im Umgang mit Zigeunern schrieb.
Seit 2015 gibt es eine Fortsetzung der Geschichte der Judith von Laxe, die auch das Leben des römisch-deutschen Kaisers Heinrich VI. erzählt: "Das Erbe der Äbtissin" erscheint bei Kroemer Knaur.
Quelle: www.johanna-marie-jakob.de (10/2017)
Bewertungen unserer Kunden
Alltag macht Geschichte spannend
von Elke Seifried - 24.11.2017
Ich bin selbst im Westen Deutschlands aufgewachsen, immer an Geschichte interessiert und was macht Vergangenes lebendiger als Alltagserzählungen? Deshalb war ich sehr gespannt auf diese Sammlung, die möglichst viele Menschen aus den letzten Jahren Ostdeutschlands berichten lässt. Nach einer einleitenden Geschichte, die den Titel erklärt, geht es mit dem ersten Teil los. Sechzehn kurze Erzählungen berichten von der Zeit vor der Wende. Für mich war es super interessant zu lesen, wie Arzneimittel z.B. in Haribo-Päckchen oder Würste in einem Kalten Hund geschmuggelt werden. Auch die Verkäuferinnen, die von Konsum, aber auch aus dem gehobenen Intershop berichten, haben mich spannend und aufschlussreich unterhalten. Gerührt war ich, wenn die Kinder sich so über Geschenke wie Haribo, richtige Schokolade oder auch ein Päckchen Capri Sonne freuen konnten. Als ich gelesen habe, dass ein Tintenkiller, der sich bei uns in jedem Mäppchen gefunden hat, als "kapitalistisches Betrugsgerät" bezeichnet wurde, habe ich zudem nicht schlecht gestaunt. In einem zweiten Teil werden in neun weiteren Erzählungen Alltagserlebnisse aus der Zeit nach der Wende geboten. Die langen Staus an der Grenze will ich mir gar nicht ausmalen und den Tankwart, der da an einem Tag so viel arbeiten musste, wie sonst im ganzen Monat zusammen nicht, weil alle zusätzlich Kanister füllen, damit sie mit ihren Trabbis und Wartburgs, die Mischungen benötigen, möglichst weit kommen, habe ich nicht beneidet. Richtig gefreut habe ich mich aber, als ich die Euphorie, mit der die Ostbürger hier im Westen begrüßt wurden, gelesen habe. Den Abschluss bildet ein interessantes Glossar, das Ostbegriffe wie "blaue Fliesen" als Deckname für Westmark oder "Bückware", für die Dinge, die man selten und deshalb nur unter der Ladentheke bekam, erklärt. Einige Geschichten bekommt man aus der Perspektive der Familie der kleinen Eva. Deren Großeltern haben sich aufs Schmuggeln spezialisiert, ihr Onkel ist nach Bottrop geflüchtet. Aber auch der Blickwinkel vieler anderer wird beleuchtet, beim Zöllner angefangen, für den es das "Salz in der Suppe ist", wenn er jemanden beim Schmuggeln erwischt, über den Nachbar und Elektriker, der sich mit dem Nach- und Einbau von ZDF Konvertern ein besseres Leben machen kann, bis hin zum Pfarrer, der natürlich bedauert, dass nach der Öffnung der Grenzen seine Kirche "leer bleibt, wie das Grab Christi nach der Auferstehung". Mir hat die Zusammenstellung gut gefallen, abwechslungsreich kann man sich als Leser so einen relativ breit gefächerten Eindruck machen. Durch die Geschichten wird man von einem kleinen, zotteligen Hund begleitet, der in vielen eine kleine Nebenrolle spielen darf. Meiner Meinung nach eine gelungene Idee. Der Schreibstil liest sich locker, leicht und man kann sicher immer wieder zwischendurch zum Buch greifen um die eine oder andere Erinnerung aufleben zu lassen. Ich habe aber alle durchwegs kurzen Geschichten an einem Stück verschlungen. Alles in allem eine bunte und gelungene Sammlung kurzer Geschichten aus der jüngeren Geschichte, die authentisch und ohne Sentimentalität von den letzten Jahren der DDR, vor und nach der Wende, erzählt und noch fünf Sterne verdient.
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