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Die Farben des Feuers

Roman. Originaltitel: Couleurs de l'incendie. 1. Aufl.
Buch (gebunden)
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"Die Farben des Feuers" - der neue große Roman
des Goncourt-Preisträgers Pierre Lemaitre

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Farben des Feuers
Autor/en: Pierre Lemaitre

ISBN: 3608963383
EAN: 9783608963380
Roman.
Originaltitel: Couleurs de l'incendie.
1. Aufl.
Übersetzt von Tobias Scheffel
Klett-Cotta Verlag

1. März 2019 - gebunden - 479 Seiten

Beschreibung

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß, die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen, und dreht den Spieß kurzerhand um.

Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine, deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis sitzt, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums - in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Pericourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.

Portrait

Pierre Lemaitre, geboren 1951 in Paris, ist Autor mehrerer preisgekrönter Romane und Kriminalromane. Sein 2014 erschienenes Buch, »Wir sehen uns dort oben«, wurde mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet. Nun liegt sein neuer, hochgelobter Roman »Die Farben des Feuers« in deutscher Übersetzung vor.

Pressestimmen

"Ausschweifend wie in einem Gesellschaftsroman von Balzac oder Zola erzählt Pierre Lemaitre mit ruhigem Fluss von den Hässlichkeiten und Gemeinheiten auf allen sozialen Ebenen, vor allem den obersten. [...] Lemaitre verschwendet keine Zeit darauf, die wenigen Schönheiten der menschlichen Seele aufzuspüren. Sein Augenmerk gilt dem Skurrilen und Schäbigen. Seine Figurenzeichnungen sind brillant, grell überzeichnet, aber nie die Grenze zur Karikatur überschreitend"
Dina Netz, Deutschlandfunk, 03.05.2019

"Mit fliegenden Szenen- und Perspektivenwechsel versetzt Lemaitre uns in die knisternde Atmosphäre der Zwischenkriegszeit. Börsenkrach, soziale Spannungen, neue Wirtschaftsimperien etwa der Flugzeugindustrie, demokratiemüde Nationen, ein wiederaufrüstendes Deutschland, der Machtantritt faschistischer Regime und Anzeichen eines neuen Kriegs bestimmen den Kontext."
Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung, 18./19.04.2019

"Lemaitres Roman ist ein tolles Gesellschaftsporträt Frankreichs in den 1930er-Jahren und besticht durch außergewöhnliche Charaktere, die bis in die Nebenfiguren wie dem polnischen Kindermädchen Vladi oder der Opernsängerin Solange prachtvoll gezeichnet sind. Das Buch ist aber vor allem eine Hommage an starke Frauen."
Reutlinger General-Anzeiger, 04.04.2019

""Die Farben des Feuers" ist ein lesenswertes Gesellschaftsporträt Frankreichs in den Dreißigern und besticht durch seine außergewöhnliche Charakterzeichnung. Das Buch ist vor allem eine Hommage an starke Frauen."
Münchner Merkur, 21.03.2019

"Zusammen mit seiner historischen Genauigkeit und seiner psychologischen Schärfe bildet [die abgründige wie vergnügte Phantasie von Pierre Lemaitre] die Grundlage für einen Roman, der wieder zum Besten zählt, was man an unterhaltender Literatur in die Hände bekommen kann."
Lena Bopp, FAZ, 09.03.2019

"Wohl eher selten hat der Leser einen so spannenden, einen so wenig langwierigen und langweiligen zeitgenössischen Roman gelesen."
Bernhard Windisch, Nürnberger Nachrichten, 25.03.2019

"In einer Zeit, in der Frauen noch kein Wahlrecht hatten und nicht einmal selbst einen Scheck unterzeichnen durften, fokussiert dieser Roman die persönliche Revanche einer entmachteten Frau. Spannend und humorvoll erzählt, ist dies auch eine Hommage an Romane im Stil von Balzac und Alexandre Dumas."
Nicole Trötzer, Bücher Magazin, April/Mai 2019

"Lemaitres Roman ist ein tolles Gesellschaftsporträt Frankreichs in den 30er Jahren und besticht durch außergewöhnliche Charaktere, die bis in die Nebenfiguren wie dem polnischen Kindermädchen Vladi oder der Opernsängerin Solange prachtvoll gezeichnet sind."
Hamburger Abendblatt, 19.03.2019

"Es ist ein gleichermaßen packendes wie erkenntnisreiches Lektüreerlebnis, dessen Spannung sich auch einer überzeugenden Übersetzungsleistung (von Tobias Scheffel) verdankt. Selten sind uns Paris und die 30er-Jahre so nah, so unverfälscht erschienen."
Johannes Bruggaier, Südkurier, 13.03.2019

"Der preisgekrönte Autor sorgt für Leichtigkeit mit Substanz, indem er dieses lebenspralle Epochengemälde geschickt zwischen Melodrama und Situationskomödie ansiedelt. Ein Roman wie ein Schokoladensoufflé: zartbittere Süsse, Luft und Können französisch inszeniert."
annabelle, Ausgabe 03/2019

"Wie zehn Stunden Binge Watching [...] Lemaitre ist ein Meister der funkelnden Ironie [...] Gewicht erhält der historische Krimi, der sich frei, aber nicht ungenau an reale Fakten und Wahrheiten der skandalgesättigten Dritten Republik anlehnt [...], durch den Aufbau der politischen und gesellschaftlichen Kulisse, die seine Bühne darstellt und sich fast mühelos in die Gegenwart verschieben lässt [...] Seine Leser lässt Lemaitre nie im Unklaren, wo er steht und von wo er spricht. Aber er überlasst ihm die Moral daraus."
Romain Leick, Spiegel Online, 01.03.2019

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 09.03.2019

Skrupel können wir uns jetzt nicht mehr leisten
Zwischen den Weltkriegen erlebten auch Frankreichs Banken harte Zeiten: Pierre Lemaitre setzt seine so abgründige wie vergnügliche Familiensaga fort

Am Anfang geht eine Epoche zu Ende. Pierre Lemaitre benötigt dafür keine zehn Seiten. Sein neuer Roman beginnt mit dem Tag, an dem Marcel Péricourt beerdigt werden soll, dem Rang des Mannes entsprechend hat sich im Hof seines Stadtpalais in Paris eine beachtliche Menschenmenge versammelt. Sie wartet auf den Beginn des Trauerzuges, als plötzlich aus einem Fenster im zweiten Stock des Hauses der sieben Jahre alte Enkel des Patriarchen stürzt. Der Alte gestorben, der einzige männliche Nachkomme fortan im Rollstuhl - man muss keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, um zu wissen, dass die Karten im Haus Péricourt nun neu gemischt werden.

Das Haus dürfte Lesern von Pierre Lemaitre vertraut sein. Vor ein paar Jahren spielte es in seinem Roman "Wir sehen uns dort oben" eine Rolle, denn einer der Protagonisten in jenem Buch war der Sohn des Hauses, der Soldat Edouard Péricourt, dem in den letzten Tagen des Ersten Weltkrieges beim Versuch, einen Kameraden zu retten, der Unterkiefer von einem Granatsplitter weggerissen worden war. Derart entstellt, traute er sich nicht mehr unter die Augen seines Vaters, dessen Gnadenlosigkeit er fürchtete. Vielleicht zu Unrecht, wie der neue Roman von Lemaitre nahelegt, denn Marcel Péricourt ist in "Die Farben des Feuers" altersmilde geworden. Zwar rät er seiner Tochter Madeleine dringend zur Heirat mit Gustave Joubert, dem Prokuristen und Generalbevollmächtigten seiner Péricourt-Bank. Aber er zwingt sie nicht, als sie sich entscheidet, diese Heirat abzulehnen und auf die mit ihr einhergehende Sicherheit zu verzichten.

Damit beginnen die Probleme, die bei Lemaitre, wie man es gewohnt ist, vom Kleinen stets ins Große verweisen, von den Geschichten seiner Figuren in die große Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts. So war es in "Wir sehen uns dort oben", in dem die Leidenswege der Soldaten, die nach dem Krieg nicht endeten, auf die strukturelle Unfähigkeit, auch den Unwillen der französischen Gesellschaft aufmerksam machten, ihre ehemaligen Helden wieder aufzunehmen. Und so ist es in dem neuen Buch, das zwischen 1927 und 1933 spielt. Hier ist es die Geschichte von Madeleine Péricourt, die auf den Zeitgeist verweist. Die neue Protagonistin ist nach dem Tod ihres Vaters um ihr Erbe betrogen worden, die Millionen, das Haus, die Sicherheiten sind weg, sie fällt in Windeseile aus der Haute Bourgeoisie in die Kleinbürgerlichkeit. Und sinnt auf Rache, die in dieser Zeit des l'entre-deux-guerres auch auf ganz andere Weise in der Luft liegt. Die "Farben des Feuers" (der Titel ist einem Gedicht von Louis Aragon entnommen), das Deutschland über den Kontinent bringen wird, zeichnen sich am Horizont bereits ab.

Aber in Frankreich vermag diese Farben niemand richtig zu deuten. Man ist mit sich selbst beschäftigt, jedenfalls im Roman von Lemaitre, der noch gelungener ist als sein Vorgänger, der 2013 schon mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde. Es wirkt, als habe dieser Preis den Autor befreit, er ist noch witziger, zynischer, ironischer, auch frivoler als zuvor, wobei er seiner bewährten Methode treu bleibt. Das Gerüst seines Buches besteht aus einer Reihe von wahren Geschichten, für die er, wie die lange Danksagung am Ende zeigt, das Wissen zahlreicher Historiker in Anspruch genommen hat. Im Mittelpunkt steht die "Renaissance française" (die auf das "Redressement français" zurückgeht) von Gustave Joubert (dessen Figur sich an Ernest Mercier anlehnt), eine Bewegung, die mit dem Ziel gegründet wurde, Politiker durch Technokraten zu ersetzen. Gustave Joubert, der sich durch die geplatzte Hochzeit mit der Erbin Madeleine Péricourt um ein Vermögen gebracht sieht, verschafft sich dieses Vermögen auf die krumme Tour und lässt Madeleine fallen. Als Einziger erkennt er, dass sich, von Amerika kommend, eine Bankenkrise zusammenbraut, also investiert er das Geld aus der abgewickelten Péricourt-Bank in ein Luftfahrtunternehmen. Seine "Renaissance française" verschafft ihm politische Unterstützung und staatliche Subventionen.

Wie er sind fast alle anderen Figuren getrieben von Habgier, sie sind besessen von Macht und Sex. Auch Madeleine, die als erstes Opfer die Sympathien auf ihrer Seite hat, ist und bleibt frei von Skrupeln, selbst wenn der Sturz in die soziale Bedeutungslosigkeit einen Reifungsprozess in Gang setzt, der für Frauen in der Dritten Republik noch ungewöhnlich war. Madeleine war zum Heiraten geboren. Als die Welt, in der dies hätte geschehen sollen, aufhört zu existieren, lernt sie Selbständigkeit und verliert ihren Dünkel, aber nicht die Gewissheit, zu Höherem berechtigt zu sein.

Nicht nur sie ist mit einem sehr schlüssigen psychologischen Profil ausgestattet. So gut wie alle Figuren werden in knappen, aber auf den Punkt formulierten Porträts charakterisiert, die immer den Eindruck erwecken, dass nichts zufällig geschieht. Sie verleihen dem ganzen Geschehen etwas Unausweichliches, sie verdichten, beschleunigen und führen den Roman auf ein Finale zu, das an Kriminalliteratur erinnert, an jenes Genre also, dem Pierre Lemaitre mehrere Bücher widmete, bevor er begann, von der Familie Péricourt zu erzählen.

Wie er es angekündigt hatte, setzt Lemaitre mit "Die Farben des Feuers" sein Projekt fort, am Beispiel dieser Péricourts eine Art Streifzug durch das vergangene Jahrhundert zu schreiben. Bislang kommt Frankreich dabei nicht gut weg. Auch die Dritte Republik wird zersetzt von Korruption und Intrigen, die viel Raum bieten für eine ebenso abgründige wie vergnügte Phantasie wie die von Lemaitre. Zusammen mit seiner historischen Genauigkeit und seiner psychologischen Schärfe bildet sie die Grundlage für einen Roman, der wieder zum Besten zählt, was man an unterhaltender Literatur in die Hände bekommen kann.

LENA BOPP

Pierre Lemaitre: "Die Farben des Feuers". Roman.

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2019. 479 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Stefan G.
von Stefan G. - Hugendubel Buchhandlung Frankfurt/Main Steinweg - 16.05.2019
Pierre Lemaitres neuer Roman überzeugt erneut durch seine feine Sprache, die leichte Ironie, die Spannung und die Atmosphäre. Ein starkes Zeitporträt meines französischen Lieblingsautors!!
Bewertungen unserer Kunden
Ich hatte eine starke Frau erwartet
von Andrea Karminrot - 10.05.2019
Ich liebe Bücher über starke Frauen und als ich den Klappentext dieses Buches las, dachte ich noch, genau meins. Nach mehreren Kapiteln, war ich mir aber nicht mehr so sicher... Die Hauptfigur Madeleine, ist die Tochter eines außerordentlich großen und reichen Bankunternehmers, der gerade am Anfang des Buches verstorben war. Madeleines Sohn Paul, fällt (oder springt) während der Beerdigung seines Großvaters aus dem Fenster direkt auf den Sarg und erleidet dabei eine Querschnittslähmung. Madeleine ist mit der Situation komplett überfordert. Die Erkrankung ihres Sohnes macht ihr sichtlich zu schaffen und die Leitung einer Bank traut ihr ohnehin niemand zu. Immerhin, ist sie eine Frau und hat keine Ahnung. Zum Glück steht ihr der vertraute Jourbert zur Seite. Der hat schon all die Angelegenheiten für ihren Vater gemanagt. Sie muss sich also nur einfach zurücklehnen und machen lassen. Aber genau das führt zu mehreren Katastrophen... Mir fiel es nicht leicht in dieses Buch einzusteigen, bis ich begriffen hatte, dass es aufgebaut ist wie eine Komödie, ein Theaterstück, ein Roman aus alten Zeiten. Dumas und Co wären stolz auf Pierre Lemaitre gewesen. Vermutlich fehlt mir auch das Wissen, um die Geschichte Frankreichs, um die kleinen Spitzfindigkeiten und Insider zu verstehen, die der Autor in dem Roman versteckt hat. Es gibt unendlich viele Figuren, die erst einmal erklärt werden. Ein Vielfaches an Drumherum. Auch viele Zusammenhänge erschlossen sich mir Anfangs nicht. Trotzdem machte es irgendwie Spaß, das Buch zu lesen. Es sind die Intrigen, die Hinterhältigkeiten, die es lesenswert machen. Man findet Verbindungen in die heutige Zeit. Steuerhinterziehung, kriminelle Machenschaften, politisches Durcheinander und Geklüngel. Die Sucht nach Macht und Geltungsbedürfnis, Neid und Missgunst machen den Roman tatsächlich lesenswert. In den Roman hineingelesen, findet man tatsächlich eine gewisse Freude daran, dieser Madeleine über die Schulter zu schauen. Nur hat der Roman meine Erwartungen nicht erfüllt. Sicherlich ist der Autor wirklich begabt. Sehr sogar. Nur habe ich eine Story über eine besondere Frau erwartet. Einer Frau, die der Männerwelt beweist, dass sie weit mehr ist, als "nur eine Frau".
Rache, kalt serviert
von Julia Lindner - 09.05.2019
Ich gebe zu, Pierre Lemaitre hat es bei mir wirklich nicht leicht. Und doch gebe ich ihm immer wieder eine Chance, weil mich etwas Undefinierbares an seinem Schreibstil einfach fesselt. In Die Farben des Feuers erzählt er auf seine unnachahmliche Art die Geschichte von Madeleine, die nach dem Tod ihres Vaters plötzlich das Bankiersimperium der Familie erbt. Davon vollkommen überfordert und nur auf ihren (dank eines Unfalls auf der Beerdigung des oben genannten) querschnittsgelähmten Sohn fokussiert, verlässt sie sich auf die Hilfe anderer und vertraut dabei den falschen Leuten. Was anschließend passiert, bedingt die Entwicklung Madeleines zu einer starken Frau mit eisernem Willen. Wer den Klappentext des Buches gelesen hat, könnte ich davon leicht in die Irre und zu falschen Erwartungen verleitet sehen. Doch nach Beendigung des Buches ist es doch eine nicht vollkomen abwegige Zusammenfassung der Ereignisse, auch wenn sie viel Spielraum lässt. Auf teils sehr nüchterne und emotionslose Art erzählt Herr Lemaitre hier eine klassische Rache-Geschichte, die mich von den Intentionen her ein wenig an Der Graf von Montecristo erinnert. Und doch überrascht er mich durch Einwürfe und unerwartete Bemerkungen, die von tiefstem schwarzen Humor erfüllt sind und mich schmunzeln lassen. Allein durch die überspitzte Zeichnung seiner Figuren, die hinter ihren glänzenden Fassagen die tiefsten Abgründe offenbaren, bringt er seine Gesellschaftskritik hervorragend zum Ausdruck. Die Geschichte an sich hatte für mich einige Längen, die interessanten Passagen waren oftmals nicht vordergründig ersichtlich, man musste zwischen den Zeilen suchen, und doch bleibt sie im Gedächtnis hängen und regt zum Nachdenken an.
Schwer zu beschreiben
von yesterday - 05.05.2019
Dieser Roman ließ mich sehr zwiegespalten zurück, ich musste erst einmal einige Tage darüber nachdenken und das Gelesene analysieren. Nun, da ich dies schreibe, bin ich es immer noch. Ein auffallender Punkt: Die Inhaltsangabe weckt im Schnitt doch etwas andere Erwartungen als das Buch dann tatsächlich erfüllt, hier sollte man vorsichtig sein und sich zum Beispiel nicht zu viele geschichtliche Anteile erhoffen. Klar, die Handlung um eine Pariser Bankenfamilie ist natürlich eingebettet in die Zeit von 1927 bis 1933, dennoch ist der Fokus relativ eng an den Hauptpersonen und ihren Problemen ausgerichtet, sodass der Leser über weite Strecken auch nur diese wahrnimmt und nicht geschichtlich zusätzlich viel Informationen bekommt. Der Schreibstil ist auf seine Art besonders, aber leider nicht konsistent. Zu Beginn eher flapsig mit Anteilen von schwarzem Humor wechselt er später zu einem nüchternen Erzähler, der aus dem Hintergrund die Geschehnisse begleitet. Punkten kann der Roman mit den Figuren, vor allem den Nebenrollen. Das polnische Hausmädchen/Pflegerin, die niemand versteht und die daher auch der nicht polnisch-sprechende Leser nicht versteht, bringt Witz in die traurige Geschichte rund um den zutiefst verletzten Paul, einen Buben, der charakterlich einige Wandlungen vollführt und der ein - im Vergleich zu dem was ihm vorherbestimmt war - ungewöhnliches Leben führt. Ein Buch, geschrieben aus seiner Sicht, hätte mir auch besser gefallen als das vorliegende. Dieses stellt eine Frau, Madeleine - Pauls Mutter, in den Mittelpunkt, von der man zuerst viel erwarten darf, dann enttäuscht wird, dann wieder Hoffnung für sie schöpf und sich am Ende erst recht nicht mehr sicher ist, was man von ihr halten soll. Unterschätzt und behütet, beginnt sie ihren eigenen Rachefeldzug gegen jene, die ihr übel mitgespielt haben und verteidigt zunächst ihren Sohn und am Ende auch sich selbst heldenhaft. Dennoch, mit einem "Graf von Monte Christo" konnte ich wesentlich mehr mitfühlen als mit Madeleine. Mit dieser Rezension ist es ein bisschen so wie meiner Meinung nach mit diesem Buch: Viel gesagt und dennoch irgendwie Verwirrung hinterlassen. Ich bin also zwiegespalten, kann den Roman nicht komplett verteufeln, aber auch nicht direkt empfehlen. Wer komplett ohne Erwartungen an die Sache herangehen kann und einfach nur Literatur lesen möchte, kann hier zumindest gut unterhalten werden.
Über den Rachefeldzug einer betrogenen Frau
von AnjaP - 29.04.2019
Zum Buch: Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß, die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen, und dreht den Spieß kurzerhand um. Zum Cover: Die Farbgebung des Covers ist super. Das Schwarz-Weiß-Bild läßt direkt einen historischen Hintergrund erwarten. Die rote Farbe des Titels passt super zum Feuer . Der Titel selbst ist sehr poetisch und läßt nach dem Lesen verschiedene Interpretationen zu. Zum Inhalt: Der Schreibstil des Autors gefällt mir gut. Er ist leicht gehoben und passt zu der Familie, über die anfangs berichtet wird. Der Autor versteht es, durch teilweise witzige und süffisante Bemerkungen einige Schmunzler beim Leser zu erzeugen. Trotz der sehr emotionalen Themen, die in der Geschichte dargestellt werden, fehlt es mir an einigen Stellen an emotionaler Tiefe. Oft habe ich mir gewünscht, mehr über das Innenleben der Handelnden zu erfahren. Der Anfang der Geschichte ist durch den Auftritt von Paul sehr spektakulär. Leider verfällt Madeleine lange Zeit in eine Art Lethargie - das machte das Lesen zeitweise anstrengend. Von der Buchbeschreibung hatte ich die Geschichte einer starken Frau erwartet. Im Mittelteil wird die Geschichte sehr spannend. Die Hauptdarstellerin spinnt Intrigen und nimmt Rache an all denen, die sie belogen und betrogen haben. Teilweise war die Art und Weise der Rache echt raffiniert und die Spannung war sehr hoch. Das Ende war dann sehr abrupt und ging mir zu schnell. Die letzte Rache wirkt arg übertrieben und passt nicht zu den gut durchdachten Vorgängern. Hier hätte sich der Autor m.E. etwas mehr Zeit für das Finale nehmen können. Insgesamt ein lesenswerter Roman mit süffisanten Bemerkungen und spannendem Schreibstil.
Vom Rachefeld-Zug überrollt
von dj79 - 01.04.2019
In einer Zeit, wo die Emanzipation der Frau noch nicht stattgefunden hat, stirbt der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt und hinterlässt fast sein gesamtes Vermögen seiner einzigen Tochter Madeleine. Die alleinerziehende Mutter wird sofort von den Herren in ihrem Umfeld - Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Péricourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und ihrem Liebhaber André Delcourt - umgarnt. Alle wollen letztlich nur eins, ein möglichst großes Stück vom Kuchen. Zu allem Übel kommt es während der Beerdigung ihres Vaters zu einem weiteren Schicksalsschlag. Ihr siebenjähriger Sohn Paul springt aus dem Fenster eines angrenzenden Gebäudes, just in dem Moment, in dem der Trauerzug starten soll. Pierre Lemaitre schenkt uns mit "Die Farben des Feuers" einen Roman , der die Abgründe des Menschseins, nicht im Sinne von Mord und Totschlag, sondern vielmehr in Richtung von Gemeinheit, Intriganz und Rücksichtslosigkeit, offenlegt. In einer von Spitzen durchtriebenen, humorvollen Sprache berichtet Lemaitre von schlimmen Gewalttaten, von eiskalten Berechnungsstrategien zur Maximierung des eigenen Vorteils, auch auf Kosten anderer, vom Ausleben extremer Rachegelüste sowie von Zügellosigkeit und Ehebruch. Seine Geschichte ist eingebettet in das Paris der 1930er und 1940er Jahre, könnte aber in ähnlicher Form auch heute so geschehen. Lemaitres Charaktere sind recht individualistisch angelegt, die vorhandenen Beziehungen wirken eher locker. In meiner Wahrnehmung richten alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr ganzes Handeln am eigenen Nutzen aus. Von einem darüber hinausgehenden Interesse am Gemeinwohl oder am Wohl des Umfeldes ist kaum etwas zu spüren. Lemaitres Schreibstil entwickelt sich von einer detaillierten Vorstellung der handelnden Personen, hin zu einer lückenhaften Erzählweise, die dem Leser Interpretationsspielräume lässt. Während Pierre Lemaitre zu Beginn den Leser an den Gedanken der Charaktere teilhaben lässt, was dem Leser das Gefühl vermittelt, in die Köpfe der Figuren schauen zu können, lässt er im Verlauf seine Figuren nur noch durch ihr Handeln sprechen. Normalerweise finde ich es gut, wenn der Leser nicht ganz genau erfährt, warum und wieso die Protagonisten auf eine bestimmte Art und Weise handeln. Für die Glaubwürdigkeit der Entwicklung von Madeleine Péricourt hätte ich mir gewünscht, sie in ihrer Gedankenwelt weiter begleiten zu dürfen. So erscheint ihre Metamorphose vom unwissend gehaltenen Hausmütterchen zum Engel der ausgeklügelten Rache doch recht überzeichnet. Ähnlich habe ich auch die Entwicklung des durch den Fenstersturz querschnittsgelähmten Paul empfunden, der zunächst lethargisch vor sich hin vegetiert und später als er beginnt, sich mit Musik und wissenschaftlicher Literatur zu beschäftigen, schon fast zum Manager mutiert. Diese starke Überzeichnung der Figuren wirkte für mich übertrieben, fast wie ein Theaterstück, wo in begrenzter Bühnenzeit möglichst viel Handlung gezeigt werden soll. Insgesamt waren es mir zu viele Charaktere. Ich hätte beispielsweise auf die ausgiebigen optischen Beschreibungen der Töchter von Charles Péricourt, sogar auf die Diva Solange mit ihrer Rechtschreibschwäche verzichten können. Wen ich nicht missen möchte in diesem Roman ist Vladi, die polnische Assistentin (würde man heute sagen) von Paul. Mit ihrer Herzlichkeit und ihrer konsequenten Verweigerung der französischen Sprache hat sie mir sehr gut gefallen. Der geschichtliche Hintergrund plätschert die meiste Zeit im Hintergrund der Geschichte, tritt nur wenige Male deutlich in den Vordergrund. Fazit: "Die Farben des Feuers" ist aus meiner Sicht ein Roman, den man ganz gut lesen kann, aber nicht gelesen haben muss. Es war zeitweise amüsant, die eher lästernde Sprache zu lesen, aber für einen vollendeten Lesegenuss hat mir das gewisse Etwas, insbesondere Nachvollziehbarkeit, gefehlt.
Rachefeldzug einer Mutter - Anspruchsvoller Roman mit Krimi-Elementen und...
von Sandra8811 - 24.03.2019
... ironischem Unterton Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Ich habe schon viel Positives über dieses Buch gehört und wollte mich selbst davon überzeugen. Der Klappentext deutet auf eine starke Frau in Frankreich vor dem zweiten Weltkrieg hin die sich alleine im Bankenwesen umherschlagen muss, das klang sehr interessant. Cover: Ich finde, dass das Cover ein bisschen Traurigkeit innehat. Die Frau, die im Regen alleine durch die Stadt geht. Man erkennt, dass es ein altes Foto sein muss, da darauf ein Oldtimer abgebildet ist und das Bild schwarz-weiß ist. Trotzdem gefällt mir das Cover sehr gut und es macht neugierig auf den Inhalt. Inhalt: Frankreich zwischen zwei Weltkriegen: Macht und Habgier beherrschen das Land, so auch bei Familie Péricourt. Madeleines Vater verstirbt und hinterlässt seiner Tochter als Alleinerbin sein Vermögen. Madeleine ist nun nicht nur für das Anwesen verantwortlich, sondern auch für die Bank Péricourt. Als ihr Sohn Paul aus einem Fenster stürzt, ändert sich Madeleines Leben plötzlich komplett. Handlung und Thematik: In diesem Buch werden viele Themen behandelt. Zuerst mal zur Haupthandlung: Madeleines Rachefeldzug gegen die Personen die ihr geschadet haben fand ich sehr amüsant zu lesen. Es war sehr ideenreich und dadurch mitreißend. Auch wenn viele Bankenbegriffe vorkamen, war es doch gut zu verstehen. Man merkte während der ganzen Handlung die Angespanntheit des drohenden zweiten Weltkrieges. Auch das nationalsozialistische Deutschland mit dem Reichskanzler wurde erwähnt und in die Handlung miteinbezogen. Man bekommt auch einen guten Einblick in die verschiedenen Gesellschaftsschichten, die damals vorherrschten. Nett fand ich, dass zum Schluss nochmal erzählt wurde, was aus allen wurde. Charaktere: Madeleine hat kein einfaches Leben. Sie muss nicht nur für Paul stark sein, sondern auch für eine Bank die Verantwortung tragen. Ihre Liebe und Aufopferung für Paul erinnerte mich etwas an eine Löwenmama. Ich mochte sie anfangs sehr, später wurde sie dann ein wenig krass (aber lest selbst!). Paul war nicht ganz so mein Fall. Er gab sich immer als armes Opfer und seine Entscheidungen und Ideen fand ich ein wenig unrealistisch. Vladi war meine Heldin in diesem Buch. Ich mochte ihre Art und ihre Einstellung. Schade fand ich, dass ihr Text nicht übersetzt wurde. Schreibstil: Der Schreibstil konnte mich gleich fesseln. Die Erzählebenen fand ich gut gewählt und es las sich manchmal wie eine erzählte Geschichte. Der Autor verwendete immer wieder einen ironischen Unterton, was mich immer mal wieder schmunzeln ließ. Die Kapitellängen fand ich perfekt und es wirkte sehr Französisch. Es gab einige Überraschungen und manchmal fühlte es sich so an, als würde man einen Krimi lesen. Mir gefielen die Charaktere allesamt, alle hatten etwas Einzigartiges und wurden super beschrieben. Ich musste mich allerdings gewöhnen, dass manchmal die Personen mit Vornamen und manchmal mit Nachnamen erwähnt wurden. Persönliche Gesamtbewertung: Ich bin mit wenigen Erwartungen an das Buch gestartet und wurde überrascht. Auch wenn es manchen zu seicht oder zu konstruiert war, habe ich mich bestens amüsiert und konnte das Buch genießen. Mir gefiel vor allem, dass es manchmal mehr wie ein Krimi wirkte. Von mir gibt's eine Leseempfehlung ;-)
Eine Frau rächt sich
von leseratte1310 - 23.03.2019
Als der französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 in Paris verstirbt, hat er zwar eine Erbin, doch die ist gar nicht darauf vorbereitet, ein Bankhaus zu führen. Es ist seine Tochter Madeleine. Ihr Mann sitzt wegen eines Skandals im Gefängnis. Sie verlässt sich auf ihren Onkel Charles Péricourt, der Prokurist in der Bank ist, und die Angestellten. Daher unterschreibt sie alles, ohne zu wissen, was sie da tut. Doch die Familie hat Neider, die die Gunst der Stunde nutzen, um ihr zu schaden. Aber Madeleine nimmt das nicht einfach hin. Um ihres Sohnes willen plant sie, sich zu rächen. Ich habe vor einiger Zeit das Buch "Opfer" des Autors Pierre Lemaitre gelesen. Mir hat sein anspruchsvoller Schreibstil, der allerdings nicht so ganz einfach zu lesen ist, gut gefallen. Die Geschichte spielt in einer Zeit als die politischen Verhältnisse etwas wirr sind. Es deutet sich bereits an, dass es zum Krieg kommen könnte. Die Charaktere sind interessant, aber auch etwas überzeichnet. Niemand kam mir wirklich nahe. Frauen hatten in jener Zeit nicht allzu viele Rechte. Für alles benötigten sie die Zustimmung des Vaters beziehungsweise des Ehemanns. Nicht einmal einen Scheck durften sie unterschreiben. Madeleine braucht die Unterstützung männlicher Personen, leider gerät sie an die falschen, denn jeder verfolgt seine eigenen Interessen. Zunächst recht naiv, ändert sie sich und passt sich dem Stil ihrer Widersacher an. Gut überlegt geht sie ihre Rache an. Ich konnte ihre Motive nachvollziehen, mit ihr zu fühlen gelang mir allerdings nicht. Es ist eine Geschichte mit vielen Facetten. Mir hat dieser Roman gut gefallen, auch wenn es zwischendurch etwas langatmig wird.
von Jazz - 22.03.2019
Die Farben des Feuers von Pierre Lemaitre ist ein ausgezeichneter Roman, der sich in der Zeit zwischen beiden Weltkriegen abspielt. Inhaltlich geht es um Madeleine, die ihr gesamtes Erbe aufgrund von falschen Freunden und Verwandten falsch investiert und alles verliert. Doch das will sie sich nicht gefallen lassen und beginnt bald darauf einen perfiden Akt der Rache, der ausgefeilt ist, der es in sich hat, auf den man niemals, auch nicht in den kühnsten Träumen, kommen würde. Stilistisch: Die ersten 100 Seiten sind eine Etappe, die man wirklich zurücklegen muss. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig, wenn nicht sogar anstrengend, aber wenn man dies eben geschafft hat, absolut lohnenswert und humorvoll! Kritik: Es kommen ein paar Sätze auf polnisch, die nicht übersetzt werden. Fazit: Man wird sich nach dem Lesen des Romans fragen: Wem kann ich trauen? Was für Fehler habe ich bisher begangen? Empfehlenswert für Fans von Gone Girl und Jonas Jonassons Humor. Ein Buch, das im Kopf bleibt und sicherlich nach einiger Zeit erneut gelesen wird.
Gelungene Mischung aus Dallas und Der Graf von Monte Christo
von Aischa - 20.03.2019
Zugegeben, es gibt ein paar Kritikpunkte an diesem französischen Gesellschaftsroman, der in den 1920er und 30er Jahren spielt: Die Figuren sind teils stark überzeichnet, der Plot wirkt manchmal arg konstruiert und manche Sachverhalte sind widersprüchlich. Und dennoch sehe ich über diese Mängel großzügig hinweg und vergebe fünf Sterne. Wieso? Weil mich der Roman von Anfang an gepackt und bis zum Ende nicht losgelassen hat. Weil die Charakterisierung der Personen vielschichtig ist: Auch die Fieslinge zeigen gute Seiten und so manche sympathisch wirkende Figur entwickelt sich unerwartet zum Bösewicht. Weil ich den schwarzen Humor Lemaitres schätze, der noch in den schlimmsten Situationen eine gewisse Skurrilität zu Tage fördert. Der Roman rund um eine angesehene Bankiersfamilie ist auch ein Sittengemälde der damaligen Zeit. Der Leser bekommt Einblick in Politik, Zeitungswesen und Bankgeschäfte. Die Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft ist ebenso Thema wie Sexualität in verschiedensten Spielarten, das Erstarken des Naziregimes im benachbarten Deutschland oder Verbrauchertäuschung durch Werbung. Es geht um die Gier nach Macht und Geld, um Aufstieg und Fall und es geht vor allem um Rache. Man kann die Geschichte als eine gelungene Mischung aus der Fernsehserie Dallas und dem Klassiker Der Graf von Monte Christo sehen. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!
Die Farben des Feuers
von Gelinde - 19.03.2019
Die Farben des Feuers, von Pierre Lemaitre Cover: Diese trübe Stimmung und der nostalgische Flair gefallen mir gut und passen gut zum Buch. Inhalt: Bei der Beerdigung des Chefs des mächtigen Bankimperiums Péricourt, schlägt das Schicksal erstmals zu. Die Alleinerbin Madeleine ist geschockt und wie gelähmt, so dass sie sich für geschäftliche Angelegenheiten keine Zeit nimmt. Dies rächt sich und bald ist sie ruiniert und steht mit nichts in den Händen da. Doch Madeleine dreht den Spieß kurzerhand um und nimmt nach und nach an allen grausame Rache. Meine Meinung: Eine unglaubliche Geschichte. In den Schreibstil musste ich mich erst ein bisschen einlesen, ich empfand ihn als recht steif, was aber der damaligen Zeit finde ich sehr gut entspricht. Es gibt einen Erzähler (der z.B. auch den Leser direkt anspricht) , der aber nie benannt wird, oder bei dem wir erkennen wie er zur Geschichte steht. Am Ende des Buches ist er für mich quasi der "Theaterregisseur". Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Erstens der Untergang von Madeleine, zweitens ihre Rache. Ab dem zweiten Teil fühlte ich mich wie in einem Theater. Alles ist bis ins kleines inszeniert, ich weiß genau es wurde erfunden und wird gespielt, hat aber nichts mit der Realität zu tun. Denn auf der einen Seite läuft alles und für die Gegner (die doch auch nicht doof sind), läuft nichts mehr. Ab hier wurde es mir zu aufgesetzt, zu konstruiert, zu glatt und too much. Meine anfängliche Begeisterung begann zu bröckeln. Nichts desto trotz, werden wir einige Male total überrascht, vor allem zum Ende der ersten Teils. Wir erleben eine Gesellschaft in der es um unter anderem fast nur um Korruption, Gier nach Macht und Geld, Neid, Manipulation und Rache geht. Dann werden unglaublich viel andere gesellschaftliche Themen angesprochen: berufliche Stellung, sexueller Missbrauch, Pressefreiheit, bzw. Missbrauch, irreführende Werbung, Schweizer Nummernkonten, um nur einige zu nennen. Das erstarken des Naziregimes im nachbarlichen Deutschland nicht zu vergessen. Autor: Pierre Lemaitre, 1951 in Paris geboren, ist Autor mehrerer preisgekrönter Romane und Kriminalromane. Mein Fazit: Ein unglaubliches Buch, das ich als Schauspiel gesehen habe, das mich in der ersten Hälfte total verblüfft hat, in der zweiten aber zu konstruiert und glatt war. Durch seine Vielfalt: Gesellschaftskritisch, menschliche Abgründe und Krimi, hat es mich trotzdem gut unterhalten. Deshalb von mir 4 Sterne.
Die Rache einer Frau
von Langeweile - 18.03.2019
Klappentext: Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine , deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis versauert, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums - in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Péricourt,Madeleines verschwenderischer Onkel und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie, in einem Europa, dessen Kräfteverhältnisse sich zu dieser Zeit völlig verschieben, ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.... Meine Meinung: Zu Beginn hatte ich Probleme mich an den etwas außergewöhnlichen Schreibstil zu gewöhnen. Als mir das nach und nach gelang, gefiel mir die Geschichte gut, was zu einem großen Teil auch an dem einfließenden Humor und der Ironie lag, deren sich der Autor bediente. Er zeichnete gekonnt ein Bild der französischen Gesellschaft, wobei er auch einige historische Ereignisse in die Geschichte einfließen ließ. Das Bild der Protagonistin hob sich deutlich von dem ab, was zur damaligen Zeit dem gängigen Frauenbild entsprach. Nachdem sie durch ihre Familie um ihr Vermögen gebracht wurde, sann sie auf Rache und führte diese mit großer Energie durch. Unterstützung erhielt sie durch ihren Sohn Paul,Vladi ,eine polnische Krankenschwester und einen Freund. Auch wenn das Buch zwischendurch einige unnötige Längen hatte und teilweise in den allzu seichten Bereich abglitt, hat es mich gut unterhalten. Ein Kritikpunkt am Rande: ich hätte mir für die Sätze in polnischer Sprache eine Übersetzung gewünscht. Fazit: Trotz kleiner Schwächen ein lesenswertes Buch.
Ein Wahnsinnsroman! Toll!
von Nicola Egert - 18.03.2019
Ich habe bisher noch nie etwas von Herrn Lemaitre gelesen, werde das aber nachholen, sobald ich dazu komme. Also vermutlich nicht so bald, weil mein Stapel mit ungelesenen Büchern wächst und wächst und... Es ist zum Heulen! Tatsächlich ist Lemaitre ein tolles Sittengemälde gelungen - und zwar eines, das zeitweise dermaßen witzig ist, dass ich laut auflachen musste. Allein die Beerdigungsszene ganz am Anfang - so tragisch die Geschehnisse währenddessen sind - ist mit einem so herrlich ironischen Unterton geschrieben (der sich übrigens durch das ganze Buch zieht), dass selbst ein versuchter Selbstmord erst einmal witzig ist. Die Tragik ergibt sich erst später, dann aber mit geballter Macht. Ich glaube das ist es, was mich an dem Buch am meisten fasziniert hat: Wie Lemaitre uns durch die locker-leichte, ironische und teilweise sarkastische Sprache in Sicherheit wiegt, uns zum Schmunzeln und Grinsen bringt, um dann (mir persönlich etwas zu selten) - mit nicht weniger Wucht - Spannung, Tragik oder Trauer zu präsentieren. Um das Buch vollends genießen zu können, bedarf es vor allem folgender Voraussetzungen: Grundkenntnisse der französischen Geschichte zwischen den beiden Weltkriegen (natürlich geht es letztlich auch ohne, aber es geht ja ums vollends genießen), die Fähigkeit, sich selbst Dinge zusammenreimen zu können und ein marginales Verständnis für Ironie. Tja, und es wäre nicht schlecht, Der Graf von Monte Christo gelesen oder als Film gesehen zu haben. Denn der Knaller ist, dass Die Farben des Feuers im Prinzip eine Neuerzählung des Abenteuerklassikers ist. Zumindest habe ich mich während der Lektüre immer wieder an Der Graf von Monte Christo erinnert gefühlt. All das hilft, den Roman besser zu verstehen, aber ganz ehrlich: Natürlich kann man dieses Werk auch ohne Vorkenntnisse lesen. Es wird nur meiner Meinung nach nicht so viel Spaß machen, denn einiges wird nicht explizit erzählt, manches muss man sich denken. Aber genau das hat mir Freude bereitet, dass ich nicht betrogen werde, nicht als geistig minderbemittelt wahrgenommen werde, sondern das Lemaitre mir und allen anderen Leser*innen zutraut, dass wir allem folgen können, ohne dass er uns alles bis ins kleinste Detail vorkaut. Manches in dem Roman ist arg konstruiert, mir war es auch streckenweise zu seicht und ab einem gewissen Punkt, lief mir auch alles zu perfekt, aber Lemaitre wollte keinen Thriller abliefern, insofern war das für mich letztlich okay, zumal mich sein Schreibstil immer bei der Stange gehalten hat. Und dann kam noch der Epilog - und diese fünf Seiten haben es in sich. Da bleibt mir nur noch zu sagen: Endlich mal ein Epilog, der dieses Wort verdient hat! Das ist mittlerweile auch selten genug. Kurz und gut: Hätte die Möglichkeit, gäbe ich dem Buch 4,5 Sterne (von 5). Merci (übrigens auch an den hervorragenden Übersetzer, Herrn Tobias Scheffel)!
Interessantes Buch, das nach einem Drittel richtig mitreißend wird
von adel69 - 17.03.2019
Worum geht es in dem Buch? 1927 wird der Bankier Marcel Péricout in Paris beerdigt. Viele Leute sind gekommen. Auf einmal stürzt sich Marcels siebenjähriger Enkel Paul aus einem Fenster und kommt schwerverletzt in ein Krankenhaus. Pauls Mutter Madeleine befasst sich von nun an damit, dass ihr Sohn wieder gesund wird. Paul überlebt, ist aber von nun an gelähmt und benötigt einen Rollstuhl und Hilfe, um sein tägliches Leben bewältigen zu können. Die polnische Krankenschwester Vladi ist eine große Hilfe - aber auch Pauls Leidenschaft zur klassischen Musik. Er beginnt, sich für die Musik der Sängerin Solange Galinato zu begeistern und besucht eines ihrer Konzerte in Paris. Es ist schwierig für ihn, mit dem Rollstuhl in den Konzertsaal zu kommen, aber mit großer Ausdauer seiner Begleitpersonen gelingt das. Solange hat dieses bemerkt, sie sieht ihn nach dem Konzert - und beginnt von nun an einen Briefwechsel mit Paul. Madeleine hat vor lauter Sorge um Paul vergessen, sich mit der Bank ihres Vaters, der Péricourt-Bank, zu befassen. So bemerkt sie erst zu spät, dass Gustave Joubert, ein Angestellter der Bank, dem sie vertraute, sie um ihres und um Pauls Vermögen gebracht hat. Auch Léonce, eine Angestellte im Hause Péricourt, war daran beteiligt. Aber Madeleine lässt sich nicht unterkriegen. Sie muss ihr Stadthaus verkaufen und zieht mit Paul und Vladi in eine kleinere Wohnung. Mit Hilfe eines Bekannten versucht sie, Schwachstellen im Leben und geschäftlichen Treiben der Leute herauszufinden, die sie geschädigt haben. Denn sie will sich an ihnen rächen. Bald wird sie fündig¿. Meine Meinung zu diesem Buch: Das aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) verfasste Buch hat einen schönen literarischen Schreibstil, den ich gerne gelesen habe. Der Autor würzt seine Geschichte immer wieder mit seiner eigenen Meinung - oder teilt in einer Handlung mit, warum eine Person so agiert, wie sie es tut. Die Geschichte entwickelt sich langsam. Madeleine empfand ich oft als zu abwesend - sie vertraut Gustave, der sie einst heiraten wollte (denn Madeleines Mann ist im Gefängnis, deswegen ist sie geschieden) - aber das lehnte sie ab. Er weiß, wie er ihr Vertrauen ausnutzen kann. Das merke ich als Leserin, als er Geld in einem Tresor von Marcel entdeckt - und diesen Fund Madeleine vorenthält. Dann gibt es noch Léonce, eine Angestellte - scheinbar wie eine Perle, aber dennoch überaus hinterlistig. André ist der Lehrer von Paul, ein unscheinbarer Mensch, der gut schreiben kann, gegen den Paul - zu Recht - eine Abneigung entwickelt. Als Gustave zu Reichtum kommt und Léonce heiratet, steigt auch André bei einer Zeitung auf und wird bekannt. Außerdem gibt es noch Charles, Madeleines Onkel, der ebenfalls gegen sie ist und sie immer nur um Geld anpumpt. Als Madeleine merkt, dass sie hintergangen wurde, wird das Buch richtig spannend und lässt sich schneller lesen als am Anfang. Denn als Leserin will ich wissen, wie sie sich an den Personen, die sie und ihren Sohn um ihr Vermögen gebracht haben, rächt. Sie hat sich weiterentwickelt, sie arbeitet mit einem Mann zusammen, der als Privatdetektiv einen guten Job macht. Sie bekommt Selbstvertrauen, sie handelt nicht impulsiv - alles, was sie tut, ist wohldurchdacht. Denn die Leute, denen sie es heimzahlen will, wiegen sich in Sicherheit und haben Madeleine schon fast vergessen. Das macht Spaß zu lesen, ist auch sehr gut formuliert und interessant. Gleichzeitig bekomme ich nämlich Kenntnis darüber, wie es um das Bankenwesen und die Industrie in Frankreich in den 1920er- und 1930er-Jahren bestellt war. Weil mich das Buch "Die Farben des Feuers" begeistern konnte und ich ein Buch mit einer solchen Handlung vorher noch nie gelesen hatte, vergebe ich fünf Sterne und empfehle das Buch weiter.
Ein ganz besonderer Rachefeldzug
von Gisel - 14.03.2019
Zwar erbt Madeleine nach dem Tod ihres Vaters die Bank und ein ziemliches Vermögen, doch sie kennt sich zuwenig aus, um die Zügel in der Hand zu behalten. Es ist der Vorabend des Zweiten Weltkriegs, Frauen werden schlecht ausgebildet und haben wenig Rechte. Das machen sich ihr Onkel und ihr ehemaliger Verlobter zunutze, sie beraten sie schlecht, so dass Madeleine plötzlich mit ihrem behinderten Sohn die Bank und das Vermögen verliert. Doch einige Jahre später tüftelt sie einen Plan aus, wie sie einen ganz persönlichen Rachefeldzug umsetzen kann. Mit einem Augenzwinkern und viel schwarzem Humor beginnt das Buch, eigentlich eine traurige Angelegenheit, denn der Vater soll zu Grabe getragen werden, mit ganz viel Pomp und Gloria. Doch unversehens findet sich Madeleine mit ihrem Sohn im Krankenhaus wieder, denn er ist aus dem Fenster auf den Sarg gesprungen. Und plötzlich ist alles anders - für Madeleine, aber auch für den Leser, der mit der besorgten Mutter mit dem verletzten Kind ins Krankenhaus fährt. Dies ist nur eine der überraschenden Wendungen, die der Autor in die Geschichte einbaut. Er lässt seine Protagonistin samt Sohn durch ein tiefes Tal gehen, nur um danach mit ihr einen furiosen Rachefeldzug durchzuziehen. Das birgt einiges an Situationskomik in sich, und mehr als einmal denkt man: "Ja, genau richtig." Feinsinnig verwebt der Autor verschiedene Genres miteinander, historischer Roman, Krimi, Unterhaltungsroman, Gaunerkomödie, Gesellschaftskritik, alles ohne erhobenen Zeigefinger, sondern immer aus der Sicht seiner Figuren. Schnell ist der Leser mittendrin in einer Geschichte, die trotz mancher Schwächen einfach mitreißend geschrieben ist. Zunächst entsetzt, zunehmend aber vergnügt habe ich Madeleines Geschichte verfolgt und habe die Lektüre sehr genossen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle fünf möglichen Sterne.
Sehr langatmig
von dartmaus - 08.03.2019
Das schwarz weiße Cover gefällt mir ziemlich gut. Irgendwie passt es für mich zu historischen Büchern. Inhalt: Paul stürzt während der Beerdigung seines Großvaters aus dem Fenster und ist querschnittsgelähmt. Seine Mutter pflegt ihn seitdem aufopferungsvoll, obwohl sie sich nach dem Tod ihres Vaters um das Bankimperium ihrer Familie hätte kümmern müssen. Dadurch verliert sie den Überblick über die Geschäfte und steht letztendlich vor dem Ruin. Aus Enttäuschung über ihre engsten Vertrauten, schmiedet sie einen fiesen Racheplan. Meine Meinung: Die Geschichte des Buches ist wirklich interessant und auch die Idee wirklich toll. Leider konnte ich mit dem Schreibstil nicht wirklich überzeugen. Spannung ist zwar im Buch enthalten, aber wird durch unnötige Längen doch sehr dezimiert. Auch ist es mir schwer gefallen, den Überblick über die vielen Personen zu behalten. Gefallen hingegen hat mir die Beschreibung von Madelines Wandlung, die konnte man förmlich spüren. Wie sie von der ahnungslosen, hilflosen Übermutter zur Rächerin ihres Erbes wird. Das hat der Autor wirklich gut beschrieben. Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen, es war mir ein auf weiten Strecken einfach zu langatmig. Mein Fazit: Interessant, aber leider nicht meins.
Rache ist süß
von Anonym - 06.03.2019
Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß, die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen, und dreht den Spieß kurzerhand um. Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine, deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis sitzt, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums - in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Pericourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen. - Quelle: vorablesen.de Dieses Buch kommt in gebundener Form daher und fühlt sich sehr schwer und hochwertig an. Erschienen ist der Roman im Klett-Cotta Verlag und kostet 25,00€. Das Cover zeigt eine Schwarz-Weiß Fotografie einer Frau, die uns den Rücken zukehrt. Sie hält einen Regenschirm und läuft durch die Pfützen einer großen Straße. Die Farben sind in Schwarz-Weiß und Rot gehalten, was mir persönlich sehr zusagt. Allgemein finde ich den Buchumschlag sehr schön gestaltet und ansprechend. Ich würde dieses Buch und den Stil als typisch französisch beschreiben. Es fällt mir sehr schwer das zu erklären, aber jeder der schon einmal französische Bücher gelesen hat kann mir vermutlich beipflichten und weiß was ich meine. Dieser Roman entführt uns nach Paris in den 30er Jahren. Dreh und Angelpunkt ist Madeleine Péricourt, Ehefrau des französischen Bankiers Marcel Péricourt. Als ihr Mann stirbt, nimmt das Unglück ihren Lauf. Ihr über alles geliebter Sohn Paul stürzt sich am Tage der Beerdigung aus dem Fenster und überlebt nur knapp. Jedoch kann er nicht wieder laufen und ist nun auf seine Mutter Madeleine angewiesen, die sich ihm hingebungsvoll aufopfert. Ihr großes Erbe bringt natürlich nicht nur Freunde mit sich und so wird sie Opfer einer Intrige, die sie ihres Vermögens berauben soll. Doch Madeleine beweist Kampfgeist und hat schon einen geschickten Plan in der Hinterhand... Ein fesselndes Buch, das aber volle Konzentration erfordert. Den Schreibstil finde ich stellenweise etwas anstrengend, aber man gewöhnt sich relativ gut daran und so fliegen die Seiten nur so dahin. Mir hat das Buch gut gefallen, jedoch konnte es mich nicht ganz überzeugen. Es war ganz nett, jedoch kein absolutes Muss.
Sehr interessant,toller Schreibstil nur phasenweise zog es sich...
von Ayda - 05.03.2019
Die Farben des Feuers ist das erste Buch,das ich von dem Autor gelesen habe. Micht hat zuerst das wunderschöne Cover angesprochen und auch der Inhalt klang ganz nach meinem Lesegeschmack. Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht,jedoch fand ich es phasenweise langtamig und zu detailliert. Wir haben das Jahr 1927 und lernen die Bankierstochter Madeleine kennen. Ihr Vater, Marcel Péricourt, stirbt und sie muss sich in der Männerwelt behaupten und um seinen Nachlass kümmern. Auf der Beerdigung passiert ein großes Unglück, ihr Sohn und Marcel Péricourt Enkel Paul stürzt aus dem Fenster und wird lebenbedrohlih verletzt und für Madelein beginnt eine schwere Zeit... Der Schreibstil ist schön und flüssig zu lesen. Die Handlung schildert viele gesellschaftliche Bedingungen zu einer Zeit, in der Frauen nicht viel Selbstbestimmung hatten. Insgesamt ist es ein Portrait der franz. Gesellschaft zur damaligen Zeit. Das Buch braucht manchmal bis es Fahrt bekommt und das ist das Einzige,was mich etwas gesört hat. Schön und interessant zu lesen,gleichzeitig langatmig und zu detailliert. Trotzdem ist es eine Geschichte ,die mit viel Wissen und französischem Flair gefüllt ist.
Literatur für gehobene Ansprüche
von lielo99 - 01.03.2019
Der französische Schriftsteller Pierre Lemaitre wurde im Jahr 2013 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Das ist in Frankreich die am höchsten dotierte und bewertete Auszeichnung für Schriftsteller. Damals war es sein Roman Au revoir là-haut, welcher die Jury überzeugte. Auch sein Buch Die Farben des Feuers zeigt von der exzellenten Sprache und dem hintergründigen Humor des Schriftstellers. Die Farben des Feuers beginnt mit der Beerdigung eines Bankiers, Herrn Marcel Péricourt. Beim Aufstellen des Trauerzuges vor dem Haus des Toten kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Der Grund dafür wird sich erst viele Jahre später offenbaren. Der reiche Bankier hinterlässt ein großes Vermögen, welches sowohl seiner Tochter als auch dem Enkel vermacht wird. Aber bereits wenige Tage nach der Beisetzung beginnen Eifersüchteleien und Ränke. Das geht so weit, dass Madeline in wenigen Wochen das Geld verliert, das Haus verkaufen muss und mit ihrem behinderten Sohn Paul in Armut leben wird. Schnell reift in ihr ein Plan heran und sie rächt sich an denen, die ihr und ihrem Nachwuchs so viel Kummer bereitet haben. Dass mir Die Farben des Feuers so gut gefiel liegt daran, dass ich selten eine so abwechslungsreiche Beschreibung von Personen und Situationen las. Herr Lemaitre gab mir stets das Gefühl, dass ich neben den Hauptpersonen stehe und ihnen bei ihrem Tun zuschaue. Die Beschreibung der Situation in Deutschland, kurz nach der "Machtergreifung" Hitlers und das gegenseitige Misstrauen kommt sehr gut zum Ausdruck. Aber auch die Gefahr für Menschen, wenn sie sich den Anordnungen der Handlanger des "Führers" widersetzten. Ein Buch über Missbrauch und Vertrauensbruch, über Spionage und Freundschaft sowie dem Aufstand der Anständigen. Keine leichte Kost dafür aber recht anspruchsvoll.
Ein Rachefeldzug
von Pedi - 01.03.2019
Bald nach dem großen Erfolg von Wir sehen uns dort oben (Au revoir la haut), das 2013 in Frankreich den renommierten Prix Goncourt erhielt, war klar, dass Pierre Lemaitre damit nur den ersten Band einer geplanten Trilogie vorlegte, die Trilogie de lentre deux-guerres . Umfasste dieser erste Teil die Zeit um den ersten Weltkrieg, so beginnt der nun vorliegende zweite, Die Farben des Feuers (Les couleurs de l¿incendie), im Jahr 1927 mit dem Tod des Bankiers und Familienpatriarchen Marcel Péricourt. Dessen Sohn Édouard war einer der Hauptprotagonisten in Au revoir la haut und auch die Tochter Madeleine war ein Teil des Figurenensembles. Von ihrem Gatten, dem Halunken und Fiesling Henri dAulnay-Pradelle, ist sie geschieden, dieser sitzt im Gefängnis seine Strafe ab. Somit ist Madeleine nun die Erbin eines nicht unbeträchtlichen Vermögens und des Bankhauses. Als Frau ihrer Zeit ist sie diesen Geschäften zunächst nicht gewachsen, wurde ihr vom Vater doch jegliche Kompetenz dafür abgesprochen. Dieser plante eine Vernunftheirat mit dem 15 Jahre älteren, vernünftigen Prokuristen seiner Bank, Gustave Joubert. Zunächst willigte Madeleine auch ein, zog diese Einwilligung aber bald darauf zurück. Eine Kränkung, die Joubert nicht so bald zu vergessen dachte, auch wenn er nach dem Tod Marcel Péricourt sich zunächst aufopferungsvoll um die Geschäfte zu kümmern scheint. Madeleine ist für Geschäftsfragen seit dem tragischen Unfall ihres kleinen Sohns Paul, der am Tag der Beerdigung seines Großvaters aus dem Fenster stürzte und fortan querschnittsgelähmt ist, kaum ansprechbar. Auch ihr Geliebter, der Hauslehrer André Delacourt, ist ihr keine Hilfe. Selbst die Gesellschafterin Léonce, die Madeleine fast so etwas wie eine Freundin ist, scheint ganz eigene Interessen zu verfolgen. Eine enorme Intrige, bei der noch Charles Péricourt, der sich bei der Erbschaft benachteiligt fühlende und stets mit Geldnöten kämpfende Bruder Marcels, mitwirkt, bringt Madeleine und ihren Sohn schließlich an den finanziellen und gesellschaftlichen Abgrund. Nur das polnische Kindermädchen Vladi, so robust wie gutmütig, und die von Paul angehimmelte Operndiva Solange Gallinato, halten ihnen die Treue auch über den Abstieg hinweg. Madeleine hingegen verfolgt einen eigenen, perfiden und komplizierten Racheplan, bei dem ihr der Detektiv Mr. Dupré zur Hand geht. Ein Kabinett der Eitelkeiten, Selbstsüchte und der Hinterlist. Tatsächlich hat das Geschehen einiges von einer Seifenoper. Es gibt Täuschungen und Erpressung, Betrug und Treulosigkeit. Aber auch Stolz und Selbstlosigkeit. Es wimmelt von opportunistischen Politikern, ehrgeizigen Journalisten, Pädophilen, dummen Ganoven, eifersüchtigen Frauen. Das könnte fast ein bisschen zu viel des Guten sein. Besonders der generalstabsmäßig durchgeführte Racheplan Madeleines erstaunt dann doch etwas. Pierre Lemaitre hat seinen rasanten, überbordenden Plot aber stets gut in der Hand und erzählt ihn mit einem gewissen Augenzwinkern und einer Portion Ironie. Ganz bewusst wählt er eine ganz altmodische Erzählstimme, die geradewegs ins 19. Jahrhundert, in die Zeit von Balzac, Zola und besonders Alexandre Dumas führt, von dessen Rachegeschichte Der Graf von Monte Cristo die Geschichte so einiges hat. Der Leser wird hin und wieder direkt angesprochen: Ob Sie es glauben oder nicht¿ Dieser Ezählton macht einen Reiz dieser in den Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise und des erstarkenden Faschismus in Europa und speziell der Nationalsozialisten in Deutschland spielenden Geschichte aus. Des Weiteren amüsieren Details, die eindeutig mit einem Seitenblick auf unsere Gegenwart ausgestattet sind, seien es die Geldtransfers auf Schweizer Nummernkonten, Steuerhinterziehungen, die Sensationspresse, mit Lobbyisten besetzten Ausschüsse oder die Diskussion darüber, welche Erdölvorkommen aussichtsreicher sind, die in Rumänien oder die im Irak. Das ist vielleicht keine ganz große Literatur, war sicher auch Au revoir la haut nicht (der Prix Goncourt neigt immer schon zum gut Lesbaren, die letztjährige Wahl der doch eher anspruchsvollen Tagesordnung verwunderte die Kritiker da fast). Aber Lemaître kann schreiben und Die Farben des Feuers ist gute und lesenswerte Unterhaltungsliteratur (deutlich besser als der zwar weitgehend wörtlich übersetzte Titel - incendie ist mehr der Brand als das ungleich gemütlicher klingende Feuer ) - vermuten lässt.
ausgeklüngelte Racheaktion
von Anonym - 01.03.2019
1927 stirbt Marcel Pericourt und hinterlässt seiner Tochter Madeleine als Alleinerbin ein Bankenimperium. In dieser Zeit ist es unvorstellbar, dass eine Frau eine Bank leiten kann. Sie kann sich nur auf die Fähigkeit des langjährigen Prokuristen stützen, der nach einer abgelehnten Eheschließung mit Madeleine jedoch nicht mehr mit voller Unterstützung für die Belange der Bank einsteht. Madeleine selbst ist völlig überfordert, da an dem Tag der Beerdigung ihres Vater ihr kleiner Sohn Paul aus dem Fenster stürzte, überraschend überlebte, doch nun auf dauerhafte Pflege angewiesen ist. Einzig die Musik holt ihn aus seiner Lethargie. Madeleine wird mit vielen Intrigen konfrontiert. Ihr Onkel Charles ist ständig in Geldnöten und mit seinem Erbe unzufrieden. Der Prokurist holt sich über raffinierte Finanzgeschäfte die Mehrheit der Bank und verkauft sie anschließend. Der Hauslehrer und das Kindermädchen von Paul verfolgen ebenfalls eigene Interessen. Aus der äußerst wohlhabenden Madeleine wird eine Frau des Mittelstandes, ihr Leben verändert sich radikal. Sie will sich an den Menschen, die ihr das angetan haben, rächen. Sie vertieft sich in die politischen und wirtschaftlichen Begebenheiten. Anfang der 30er Jahre ist Europa im Umbruch, dies möchte sie für sich nutzen. Der Schreibstil orientiert sich an die Sprache zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Sie ist gewöhnungsbedürftig, passt jedoch ausgezeichnet zu der Handlung. Der Klappentext verspricht eine starke Frau, die eine Bank leiten wird. Das entspricht allerdings nicht dem Inhalt der Geschichte. Die Intrigen und anschließenden Rachefeldzüge haben ihren besonderen Reiz.
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