Patrick Sumner hat alles verloren, seine Reputation, seine Berufung, sein bisheriges Leben. Also geht er auf See. Denn dort kann ihm niemand etwas, glaubt er. Er heuert an und geht auf dieVolunteer, die im Nordwasser Wale und andere Tiere jagen will. Mit an Bord Henry Drax, Brownlee und Cavendish. Was Sumner nicht ahnt, ist ein Komplott, den sich die drei Männer ausgedacht haben und der nach und nach ans Licht kommt und am Ende alle Männer in Gefahr bringt.McGuires Roman zeichnet düstere Bilder: von rauen Städten, Menschen und einer Natur, die keine Gnade kennt. Spelunken, Tavernen, Seemänner, Schifffahrt, der Walfang. Es sterben Tiere, es sterben Menschen. Und McGuire beschreibt alles detailliert und das macht dieses Buch intensiv und auch irgendwie realistisch. Denn es ist nichts romantisch an einem Schiffbruch in den arktischen Gewässern, an der Begegnung mit wilden Tieren und Menschen, an der Seefahrt, die einige dunkle Gestalten anlockt. Sumner ist hier noch der moralische Pol der Geschichte, auch wenn er mit seinen eigenen Dämonen kämpft.Henry Drax hingegen ist der Teufel in Person: Vergewaltigung, Körperverletzung, Mord. Er ist die personifizierte Gewalt. Zu gern hätte ich etwas mehr aus seiner Perspektive gelesen und über seine Beweggründe erfahren, die McGuire den LeserInnen nicht mitgibt. Aber vielleicht ist gerade das auch gut, denn manchmal gibt es einfach auch keine Erklärungen, die ein solches Handeln begründen oder auch nur nachvollziehbar machen könnten.Kurzum: Ein intensives Leseerlebnis. Gewaltvoll, rau und ungeschönt.