Nervige Protagonistin, unlogische Story, stellenweise sehr langweilig und ein scheußliches, unbefriedigendes Ende. Für mich ein Flop.
In Amerika ist ein tödlicher Virus, ein Husten, ausgebrochen. Eine Krise, die die Menschen bedrohen. Die Regierung möchte die Menschen in Quarantäne-Camps bringen. Red möchte dort auf gar keinen Fall und begibt sich auf den Weg zu ihrer Großmutter, die viele Meilen entfernt und mitten im Wald wohnt. Auf ihren Weg fürchtet sie sich weniger vor dem Virus, als vor den Menschen, die ihr Leben auf eine grausame Art bedrohen. Christina Henry sind bei mir immer eine 50:50 Chance, ob sie mir gefallen. Bis jetzt hat mich auch nur der erste Teil der Alice-Chronik überzeugt. Den zweiten Band fand ich nicht so pralle und den dritten habe ich noch nicht gelesen. Auch die Geschichte über Sleepy Hollow fand ich nur durchschnittlich, aber diesen Band über Rotkäppchen (oder Red, wie sie hier genannt wird) war für mich eine Vollkatstrophe. Ich fand die Protagonistin nervig, das Setting furchtbar (ich bin aber auch die Coronanspielungen müde, weshalb ich das dem Buch nicht allzu extrem vorhalten möchte), Story hatte für mich einige Logiklücken (und es sind seltsame Dinge, ohne Erklärung passiert) und das Ende war komplett offen. Es gab rein gar keine Erklärung, denn nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ziel ist das Ziel... Aber der Reihe nach.Erst einmal die Protagonistin:Red, die eigentlich Cordelia heißt, aber ihren Namen gar nicht mag und weil sie ein rotes Cape super gern trägt Red genannt werden möchte, ist eine Collegestudentin und empfindet sich als besonders schlau, was vor allen daran liegt, dass sie schon einige Katastrophenfilme angeschaut hat und sich über die KRISE belesen hat. Darum will sie auch jeden und alles belehren und es muss immer nach ihrem Kopf gehen. Kein Wunder, dass da ihr Umfeld von ihr keinen Bock auf sie hat, das hätte ich auch nicht bei so einer alten Besserwisserin, die das auch noch auf so eine unangenehme Art rausbringt.Zudem ist Red schwarz, trägt eine Beinprothese und die Bingokarte wurde am Schluss noch richtig gefüllt. Ich lasse das mal so stehen und jeder kann sich überlegen, was ich damit meine. Es ist ja toll, dass die Autorin diverse Figuren bedient, aber es war einfach so gewollt. Besonders der letzte Fakt war vollkommen unnötig, hat aber wie die Faust aufs Auge gepasst, damit alles abhaken kann. Mich hat es nicht gestört, dass Red so divers war, sondern das es so gewollt gewirkt hat und nicht natürlich in die Geschichte eingewebt. Es gibt ja solche Personen im realen Leben, auf die das alles zutrifft, aber wozu man das alles in diese Geschichte stopfen musste, obwohl es nur selten Relevanz hatte. Am meisten konnte ich die Beinprothese nachvollziehen, weil Red dadurch ein erhebliches Defizit hatte und es die Geschichte an der ein oder anderen Stelle spannender gemacht hat. Und auch wenn sich Red als sehr stark hingestellt hat und das man sie ja nicht unterschätzen soll, hat sie doch seitenweise darüber gejammert, wie sehr ihre Prothese sie doch einschränken könnte. Ich habe es auch nach dem ersten Mal verstanden...Zudem zerkaut Red jeden Gedanken, was mit der Zeit anstrengend ist und man das gefühlt bekommt, dass es nur Seiten füllen sollte, weil ab einem gewissen Punkt der Inhalt fehlt.Und dann ist ja Red so schlau und sie wollte ja die gesamte Zeit unentdeckt bleiben, am liebsten wie ein Geist ihren Weg langlaufen. Da habe ich mich schon gefragt, wie man da ein knallrotes Cape tragen kann, nur um seinen Namen gerecht zu werden. Das ist doch eigentlich recht dumm, hm? Über das Setting habe ich ja schon gesagt, dass es mir nicht gefallen, weil es eine Anspielung auf die Corona-Pandemie war und man hier das Szenario gebildet hat, wenn es eskaliert wäre mit Verschwörungen und dergleichen. Ich kreide das dem Buch aber an sich nicht an, nur weil ich persönlich nichts mit der Thematik anfangen konnte. So als Grundthema war es in Ordnung. Zum Aufbau der Geschichte:Die Geschichte fängt schon mit einer brutalen Szene an, als Red einfach einen Typen ermordet. Ich fand das schon vollkommen überzogen und wahrscheinlich sollte das nur ein schockierender Aufhänger sein, um am Ball zu bleiben. Für mich war es die erste Augenrollszene.Anschließend bekommt man Geschichten aus einem "Davor", wo man in die Vergangenheit springt und erfährt wie Reds Flucht zu Grandman angefangen hat und einem "Danach", die dann in der Gegenwart spielt, wie Red sich aktuelle durchschlägt.Ich fand sogar die "Davor"-Kapitel relativ interessant, aber vielleicht auch nur, weil ich die "Danach"-Kapitel ziemlich langweilig fand. Es war halt nicht viel passiert, außer dass Red sich durch den Wald geschlagen hat und jeden Gedanken zerkaut hat. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: Wenn Red zu ihrer Oma flüchtet, um dem Militär und sonstigen Leuten zu entkommen, um dort Unterschlupf zu bekommen, damit sie nicht in eine Quarantäne-Camp muss, warum es bei ihrer Oma sicherer sein soll? Weil das Haus im Wald liegt? Und wie wollen die sich dort unternähren? Und wird das Militär nicht irgendwann auch diese Gegenden abgrasen, um die freilaufenden Personen auch dort einzusammeln? Aber darauf bekam ich keine Antworten.Genauso wie auf die Frage, wo nun der Virus herkam, was es mit dem Militär oder der Miliz aufhat? Wieso, weshalb, warum geschieht etwas? Kein Wunder, dass nichts aufgeklärt wurde, denn Red hat ja irgendwann entschieden, dass sie ja auch nicht alles wissen muss und darum war es dann auch egal. Schön für sie, aber ich als Leserin hätte mich schon dafür interessiert, wenn man schon solche Themen aufmacht. Für Red war die Sache halt gegessen, als sie bei Grandma angekommen war.Das Ende war damit sehr offen und unbefriedigend. Ich habe nichts gegen Ende, die offen sind, gerade wenn sich der Leser überlegen kann, wie es danach weitergeht. Aber hier wurde rein gar nichts aufgelöst. Es war einfach zu Ende.Zudem wurde das Ende in wenigen Seiten abgefrühstückt. Von Gefühl her war es so, als wären nun genügend Seiten gefüllt worden, dass man nun zu einem schnellen Ende kommen kann. Das ist ja nicht das erste Mal, dass die Autorin mir damit auffällt, dass sie keine guten Enden schreiben kann. Fazit:Es tut mir leid, aber mit dem Buch konnte ich nichts anfangen. Red war eine fürchterliche Protagonistin, die Story hat für mich teils keinen Sinn ergeben und es gar auch keinerlei Erklärungen, warum manches passiert ist und damit war das Ende ebenso scheußlich. Für mich der Flop des Jahres. 1 Stern.