Red fährt zusammen mit ihren fünf Freunden zum Spring Break. Aufgrund des mangelnden Budgets teilen sie sich einen alten Campingbus. Doch dieser bleibt liegen, nachdem sie sich verfahren haben. Es ist dunkel, die Handys haben keinen Empfang und Hilfe scheint meilenweit entfernt. Vor allem, da in der Dunkelheit auch eine Gefahr lauert. Auf den Bus wird geschossen, und kurz darauf wird ihnen per Walkie-Talkie mitgeteilt, dass jemand in der Gruppe ein Geheimnis hat, welches gelüftet werden soll. Innerhalb weniger Stunden spitzt sich die Situation zu. Denn alle sind nun gezwungen, ihre dunkelste Vergangenheit darzulegen.Erst einmal muss ich zugeben, dass es mich doch einiges gekostet hat, das Buch nicht nach kurzer Zeit zur Seite zu legen. Der Hauptcharakter Red war mir zu wirr, zu nervig und hat mit ihrem Verhalten so ziemlich alles gefährdet, was gefährdet werden kann. Ein Dritter erzählt aus ihrer Sicht die Story und zeigt uns auf, dass Red mit allem total überfordert ist und eigentlich in eine Therapie gehört.Schon von Anfang an ist klar, dass der Scharfschütze, der draußen im dunklen Wald darauf lauert, jeden zu erschießen, der den Camper verlässt, es auf Red abgesehen hat. Dies wird von Red so in ihren Gedanken kommuniziert und durch verschiedene Verhaltensweisen seitens des Schützen auch dargelegt. Aber was genau dies ist, wird natürlich nicht verraten.Je mehr Seiten ich jedoch gelesen habe, habe ich mehr Mitleid mit Red gehabt. Ihre Vergangenheit ist schwer zu bewältigen und sie hat fast niemanden, der ihr durch diese schwere Zeit hilft. Maddy, ihre beste Freundin, die ebenfalls mit im Campingbus ist, tut zwar ihr Bestes, aber teilweise ist auch sie überfordert und weiß nicht, was sie tun soll bzw. überlässt Red ihren Gedanken und Gefühlen. Zwar sind die beiden befreundet, seit sie klein waren, aber Maddy macht auf mich mehr den Eindruck, als wolle sie damit nichts mehr zu tun haben.Die Situation ist sehr verfahren. Sobald sich jemand am Fenster blicken lässt oder versucht, den Camper zu verlassen, wird geschossen. Der Tank ist - auch dank eines Schusses - leer, die Reifen sind alle kaputt. Es gibt kein Vor und Zurück. Und mit den wenigen Hilfsmitteln im Bus lässt sich auch nicht sehr viel anfangen. Aber die Sechsergruppe wird erfinderisch und so ergeben sich manch gute Ideen, um evtl. eine Flucht zu ermöglichen. Doch der Schütze scheint immer einen Schritt voraus.Die Autorin hält die Spannung sehr hoch. Es gibt kaum Momente, um durchzuatmen. Vor allem Red kommt nicht nur Ruhe, was sie dringend benötigen würde, um ihre Gedanken zu ordnen. Dies wird auch noch unterstützt von Oliver, dem absolut nervigsten Charakter der Reihe. Er ist dominant und reißt alles an sich. Er manipuliert, er lässt nur seine Ideen gelten und gibt keinem die Chance, sich richtig einzubringen. Nur wenn es darum geht, etwas zu basteln, lässt er anderen den Vortritt.Etwa ab der Hälfte des Buches hatte es mich dann gepackt. Mal abgesehen von den Charakteren Red und Oliver, die mich meist nur aufgeregt haben, gab es etwas, das mich nun gepackt hat. Ich wollte wissen, wieso der Schütze draußen lauert, wer das dunkle Geheimnis hat und warum gerade mitten im Wald so ein Ding abgezogen wird. Die Idee dahinter fand ich dann wieder interessant, obwohl ich mir eigentlich vorstellen könnte, dass alles mit etwas reiferen und älteren Charakteren besser gepasst hätte, als mit 17- bis 20jährigen Jugendlichen, die mir mit ihrem Verhalten so manchen Augenroller entlockt haben. Das liegt aber wahrscheinlich an meinem Altem, welches schon sehr weit entfernt vom Teenager ist.Auch wenn ich von Anfang an wusste, dass Red wohl der Auslöser ist, konnte ich mir nicht genau vorstellen, warum. Und dies zu lesen war mehr als interessant, denn es hat so einiges aufgelöst, was zu Anfang einen Knoten im Gehirn ausgelöst hat. Die Autorin ist berühmt für ihre "A Good Girl's Guide to Murder"-Reihe. Ich habe schon viel davon gehört. Aber leider hat mich diese Story hier nicht überzeugt, auch danach zu greifen.Ach ja, und was ist mit den Vorhängen im Camper? Dies wird wohl ein Geheimnis bleiben.Meggies Fussnote:Die Charaktere etwas nervig, die Story etwas zu atemlos.