Wirr, etwas wild und schwer nachzuvollziehbare Gedankengänge der Protagonistin.
Damani ist 30 und fährt in einer amerikanischen Stadt Taxi. Dabei begegnen ihr immer wieder die seltsamsten Leute und unsympathischsten Begegnungen. Ihr Frust auf ihr Leben ist groß, gleichzeitig kümmert sie sich um ihre depressive Mutter und - trifft Jolyn, die ein scheinbar perfektes Leben führt. Als Jolyne sich in Damani verliebt, wird ihre Welt ins Schwanken gebracht.Soweit, sogut. Was ich erwartete: Einen leichten unterhaltsamen Roman mit leichter Gesellschaftskritik (wie man es aus der Sicht einer Taxifahrerin erwarten würde). Was ich bekam: Ein wirres und irgendwie langweiliges Buch.Priya Gun (oder die Übersetzer*in) nutzen ständig Wortwiederholungen (immer wieder beginnen Absätze mit Verallgemeinerungen wie "Es gibt Menschen, die" oder "Manchmal gibt es Tage, da..." die irgendwie zu keinem klaren Motto oder Gedankengang führen.- Damani plappert. Sie labert und quatscht so sehr, dass dabei die Handlung drauf geht & nur gegen Ende des Buches klar wurde, wohin die Geschichte führt.- Damanis Beobachtungen ihrer Fahrgäste fühlen sich künstlich und nicht sehr authentisch an. Nun man das evtl daran liegen, dass amerikanische Fahrgäste so viel exotischer sind, aber irgendwie auch frecher und kotzbedürftiger, doch was mich am meisten daran gestört hat war, dass Damani die Gefühle ihrer Gästinnen ausformuliert als wären sie ein Fakt, und nicht nur ihre Annahme (das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben).- Damani hat viele Probleme und das ist auch ein Teil der Spannung - aber zu keinem Punkt in der Geschichte spüre ich Entwicklung bei ihr, auch wenn die Handlung behauptet, es gäbe welche. Ihre Gedanken bleiben wirr, ihre Motive werden immer egoistischer. Vielleicht sogar eher eine Rückentwicklung, denn gegen Ende wird sie radikal und wird dafür dann noch gelobt. (kleine Spoiler) Sie stalkt, bedroht und kommt damit ungestraft davon. Ohne dass es Selbstreflektion gäbe, Tiefgang in ihren Gedanken lobt man vergebens. Dafür wird wieder ihr Hanteltraining beschrieben.- Ihre Inkonsequent nervte mich: Ständig regt sie sich über Leute auf, die in ihrem Auto meckern. Doch nimmt sie ständig Kleinkinder die Cola in der Hand haben mit? Ja.Manche Ideen in dem Buch sind echt gut - auch das Worldbuilding und die Herkunft der Protagonistin. Doch sie werden nicht genutzt, der Schreibstil driftete oft ins vulgäre ab & viele der spicy Szenen empfand ich als unnötig (und leider auch nicht schön beschrieben).Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Buch unbedingt politisch aufreiben will,, aber dafür einfach nicht genug Tiefgang besitzt. Es werden viele politische Themen erwähnt, die dann wieder vorkommen und genutzt werden.Keine Empfehlung, wer Unterhaltung will sollte auch woanders zugreife, da ich das Buch nicht wirklich lustig fand. Dafür ist Damani dann zu brutal und bedrohlich und ihre Witze zu schlecht.