Genial, tiefgründig und emotional aufwühlend. Eine Gesellschaftskritik, die nachdenklich macht, mit tollen Figuren und Magiesystem.
Normalerweise gebe ich keine 5 Sterne, aber diese Geschichte ist wirklich unglaublich intelligent, durchdacht und vollerer cleverer Zitate. Man sollte sich darauf einlassen und darf keinen Mainstream erwarten, aber dann wird man mit einer außergewöhnlichen Geschichte belohnt. Das magische System und wie die Magie funktioniert war extrem gut und etwas, dass ich noch nie gelesen habe. Die Settings von Oxford und London in den 1830er Jahren und der Abstecher nach China waren sehr atmosphärisch und passten perfekt zum Dark Akademia-Stil. Es war eher ein historischer Roman als Fantasy, aber die Verbindung von Fantasy mit Linguistik und Geschichte fand ich sehr gelungen. Man hat eine Menge über die damalige Zeit, die Gesellschaft und über den Kolonialismus gelernt. Man kennt Kolonialismus sonst nur abstrakt auf dem Papier, aber das Buch hat wirklich gezeigt, wie schrecklich es für die einzelnen Menschen war.Robin war eine tolle vielschichtige Hauptfigur und ich fand den Charakter positiv untypisch. Es wurde extrem gut gezeigt, wie er versuchte sein Leben mit seinem Gewissen zu vereinbaren und es war gut nachvollziehbarer, wie er anfänglich nicht alles aufgeben will. Allgemein mochte ich, wie alle vier Hauptfiguren unterschiedliche Hintergründe hatten, die sie geprägt haben.Die Handlung ist sehr langsam, aber gerade dadurch wirkte sie realistisch. Außerdem blieb die ganze Zeit eine düstere Grundspannung, sodass man immer neugierig war, wie es weitergeht. Es wurden so viele Themen, wie zerbrochene Freundschaft, Tod, Rassismus, Wirtschaft, (Opium-)Krieg miteinander verbunden. Hin und wieder hätte man ein paar Beschreibungen kürzen können, damit es spannender bleibt, aber das ist Kritik auf sehr hohem Niveau.