Die Szenerien spielen hauptsächlich im rauen Norden Islands. Kalmann Óðinsson, der selbsternannte Sheriff in dem Dorf Raufarhöfn mit Stern und Cowboyhut, der unter Vormundschaft seiner Mutter stehende 34-Jährige Held mit Down-Syndrom, lebt in Akureyri bei der berufstätigen Mutter nach dem Versterben des Großvater, seiner vertrauten Vaterfigur. Mit der Einladung Kalmanns durch seinen leiblichen, amerikanischen Vater verlagert sich die Handlung kurz in die USA, verknüpft mit dem historischen Datum des 6. Januar 2021, der Erstürmung des Capitols in Washington, und seiner Festnahme durch das FBI. Thematisch damit verknüpft sind der Kalte Krieg mit dem Großvater als russischem Spion auf deren schwarzer Liste, mit der Corona-Pandemie und Grundwasserverschmutzung rund um den Berg Heiðarfjall, dem Standort der ehemaligen amerikanischen Radarstation H2. Kalmanns bei Zeiten spannungsgeladenes Verhältnis zur Mutter, seiner Trauer um den verstorbenen Großvater wechselt allmählich über zu Noé, seinem besten Freund. Mit ihm einher geht der Genrebruch zum Krimi, denn eine zunächst lose Behauptung von Mord an seinem geliebten Großvater steht im Raum. Bei weiteren Aktionen stolpert Kalmann in manch missliche bis unwahrscheinliche, ihn überfordernde Situation. Der raffinierte Plot rund um den Misty Mountain wirkt unrealistisch und thematisch überladen. Aufgrund Kalmanns geistiger und emotionaler Beschränktheit driftet sein Charakterbild vom geradlinig strukturiert denkenden Forest Gump, unerschrocken und selbstbewusst, hin zu einer hilflos ausgelieferten Person, überfordert in dieser Spionage-Verschwörung. Die Beschreibungen der rauen Naturschönheiten mit Grönlandhai oder Seewolf und Tourismusspots Nordislands wie Arctic Henge gefallen. 3/5*