Atmosphärisch und winterlich mit mythologischen Anklängen, aber schwierigem Einstieg und emotionaler Distanz zu den Figuren.
Die Winterschwestern ist für mich ganz klar ein Buch, das man am liebsten bei kaltem, grauem Wetter liest. Die winterliche Atmosphäre passt hervorragend zur Geschichte und lädt dazu ein, sich mit einer Decke und einem heißen Getränk zurückzuziehen. Grundsätzlich hat mir das Buch auch gefallen, auch wenn der Weg dorthin etwas holprig war.Ich habe die Geschichte nicht beim ersten Versuch beendet. Beim ersten Lesen bin ich nach etwa einem Viertel ausgestiegen, weil ich überhaupt keinen Zugang zur Handlung gefunden habe. In diesem Winter habe ich dem Buch dann eine zweite Chance gegeben. Mit offenem Blick, aber ohne große Erwartungen, bin ich erneut gestartet. Auch dieses Mal konnte mich der Einstieg nicht begeistern, und es fiel mir schwer, mich wirklich einzufühlen. Dieses Mal hatte ich jedoch einen längeren Atem, und irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich in der Geschichte angekommen bin. Ab da ließ sich das Buch deutlich flüssiger lesen und wurde auch spürbar interessanter.Der Schreibstil ist nach wie vor nicht ganz mein persönlicher Geschmack, was für mich aber in Ordnung war. Die Figuren sind interessant gestaltet, dennoch konnte ich zu ihnen keine echte Verbindung aufbauen. Besonders gut gefallen hat mir hingegen das Setting. Es ist winterlich, rau und ungemütlich, wirkt dabei aber gleichzeitig geheimnisvoll und spannend.Die Handlung plätschert stellenweise etwas vor sich hin, ist insgesamt aber solide erzählt. Der Stil erinnert stark an eine Sage, und die Geschichte ist deutlich von mythologischen Elementen geprägt. Das verleiht dem Buch eine besondere Atmosphäre, auch wenn es mich emotional nicht vollständig abholen konnte.Am Ende bleibt für mich eine nette Geschichte, aber kein Highlight. Trotzdem bin ich froh, dass ich dem Buch eine zweite Chance gegeben und es dieses Mal auch beendet habe.