ein besonderes Buch, nicht immer leicht zu lesen
Eine spannende Frage. Was wäre mit einem Kleinkind passiert, wenn es nicht gestorben wäre? Das ist für mich der Aufhänger dieses Buches. Die Geschichte startet um die Jahrhundertwende in Galizien und endet nach dem Mauerfall in Berlin.Nachgezeichnet wird das Schicksal einer jüdischen Frau, die rechtzeitig aus Deutschland nach Moskau floh und dort alles andere als einen sicheren Ort fand. Es gab weitere Situationen, in denen sie zu Tode hätte kommen können, und vielleicht ist sie das auch. Trotzdem begleiten wir sie bis zu ihrer letzten Lebensphase: hochbetagt, verwirrt und in einem Altenheim.Für mich war es vor allem eine spannende Zeitreise in dunkle Kapitel unserer Geschichte. Eingeschoben sind ¿Intermezzi¿, die infrage stellen, was wir gerade gelesen haben. Darüber hinaus gibt es stark komprimierte Abschnitte. So lässt sich der Roman nur phasenweise flüssig lesen; dann stolpert man und muss sich erst einmal wieder richtig aufrichten, um sich dann, mit Griff zum Handlauf, weiter voranzutasten.Ich mag außergewöhnliche Bücher. Dieses wird noch eine ganze Weile bei mir nachwirken, da es ihm gelang, mich mit meiner eigenen Lebensgeschichte sowohl hinter als auch vor mir zu verbinden. Auch stilistisch ein außergewöhnlicher Stoff.Fazit: ein besonderes Buch, nicht immer leicht zu lesen