Wahnsinn! Ich denke das Wort beschreibt am besten, was wir in diesem Buch für Schicksale erfahren.Seit jeher bin ich Fan von John Grisham's Büchern und den Filmen, die aus seinen Büchern entstanden sind. Sie haben einen großen Anteil daran, dass ich mich damals für ein Jurastudium entschieden habe. Mit der ersten Vorlesungswoche wurde mir aber auch klar, das Justizsystem in Deutschland ist rein gar nicht mit dem in den USA zu vergleichen ist - zum Glück. Das Prozedere "erstmal handeln, dann vielleicht denken" trieft vor Ungerechtigkeit, persönlichen Befindlichkeiten, Ignoranz und Geltungsbedürfnis. Hier geht es um echte menschliche Schicksale, gestohlene Lebenszeit und Leben. Es sind leider keine fiktiven Geschichten.Schon nach der ersten Kurzgeschichte "Die vier aus Norfolk" musste ich zum Physiotherapeuten, weil ich Nackenstarre vom Kopfschütteln hatte. Man liest mit Ratlosigkeit und Traurigkeit, was diesen Menschen widerfahren ist. Keine Ahnung, wie oft ich parallel bei Google nach Bildern der Staatsanwälte und Polizisten gesucht habe, die sich hier als absolut unfähig erwiesen haben. Dass einige davon sogar befördert wurden, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.Eigentlich hätte das Buch 5 Sterne verdient. Vermutlich habe ich durch diesen emotionalen Ballast nur 4 gegeben.