Ein spannender, clever konstruierter Roman, der weniger durch Action als durch psychologische Tiefe und permanente Überraschungen überzeugt.
¿¿¿¿¿¿ ¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿¿¿¿ ¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿.¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿ ¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿Ich liebe die Bücher von Joël Dicker, und dieses habe ich ganz bewusst etwas länger auf meinem SuB liegen lassen, einfach um das Warten auf das nächste nicht ganz so schmerzhaft zu machen. Und wie so oft: Dicker konnte mich auch hier wieder bestens unterhalten.Von Beginn an zog es mich in die Geschichte hinein. Die immer wieder eingestreuten Einschübe zum geplanten Raubüberfall und die Tage, die unaufhaltsam darauf zusteuern, erzeugen einen konstanten Spannungsbogen. Dieser Countdown funktioniert hervorragend und sorgt dafür, dass ich ständig weiterlesen wollte.Besonders gefallen hat mir das komplexes Mosaik menschlicher Schattenseiten, das sich nach und nach entfaltet. Die Figuren sind vielschichtig angelegt und entwickeln sich im Laufe der Handlung spürbar weiter. Ihre Beziehungen untereinander, ihre Geheimnisse, Abhängigkeiten und Entscheidungen verstricken sich immer stärker, bis kaum noch zu trennen ist, wer Täter, Opfer oder beides zugleich ist. Identifikationspotenzial gab es für mich dabei weniger, vielmehr beobachtete ich fasziniert, wie sich Menschen unter Druck verändern.Genretechnisch bewegt sich der Roman zwischen Thriller und psychologischem Drama. Liebe, Macht, Schuld, Begehren und Manipulation spielen zentrale Rollen, ohne in klare Tropes gepresst zu werden. Stattdessen geht es um grundlegende menschliche Themen: Ängste, soziale Fassaden, Besitzansprüche, moralische Grenzen und die Frage, wie gut wir die Menschen kennen, die uns am nächsten stehen.Das Setting als ein wohlhabendes, nach außen hin perfektes Umfeld, bildet einen starken Kontrast zu den dunklen Abgründen der Figuren und verstärkt die Wirkung der Geschichte. Hinter gepflegten Kulissen lauern Neid, Gewalt und Obsession, was der Atmosphäre eine stetige unterschwellige Bedrohung verleiht.Dickers Schreibstil ist klar, flüssig und stark plotgetrieben. Gefühlt alle zehn Seiten wartet eine neue Wendung, die den Blick auf Figuren oder Ereignisse verschiebt. Trotzdem bleibt der rote Faden stets erkennbar. Die Dialoge wirken glaubwürdig, die Kapitel enden oft so, dass ich "nur noch eins" lesen wollte, und langweilige Längen sind mir kaum aufgefallen.¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿ ist ein spannender, clever konstruierter Roman, der weniger durch Action als durch psychologische Tiefe und permanente Überraschungen überzeugt. Für mich ein weiteres starkes Buch von Joël Dicker. Komplex, unterhaltsam und absolut lesenswert. ¿¿¿¿¿¿¿¿¿,¿(9/10)