Willkommen in Aragoa wo der Adel oben im Schloss residiert und die ärmere Bevölkerung unten Pilztee trinkt, während die Königin munter rationiert. Allein dieses Setting hat mich sofort gepackt. Die düstere Atmosphäre, die politische Ungleichheit und der tödliche Nebel schaffen eine starke Grundidee.
Viola als Schattenmagierin mochte ich sehr. Sie ist klug, moralisch gefestigt und lässt sich im Gegensatz zu allen anderen nicht von Roze, dem Prinzen, einschüchtern. Und Roze? Arrogant, kontrolliert, emotional komplett unterkühlt aber mit Rissen in der Fassade. Lieben wir!
Die Dynamik zwischen den beiden war definitiv eines meiner Highlights. Diese Wortgefechte? Eine 10/10. Man weiß nie, ob sie sich gleich küssen oder umbringen.
Der Schreibstil von Amber Hamilton ist super flüssig und angenehm zu lesen. Ich bin wirklich gut durch die Geschichte gekommen. Besonders gefallen haben mir die vielen Plot-Twists, die queeren Elemente und dass es sich um einen für mich gut abgeschlossenen Einzelband handelt.
Allerdings hätte ich mir beim Fantasy-Whodunnit rund um den Mord am König einen stärkeren roten Faden gewünscht. Die Auflösung kam etwas abrupt und teilweise wirkte das Pacing unausgeglichen manche Passagen waren sehr rasant, andere etwas langatmig. Auch das Worldbuilding hatte großes Potenzial, blieb für mich aber stellenweise etwas zu oberflächlich.
Saint Waffles, der Gargoyle, verdient übrigens einen eigenen Fanclub. Danke für diesen kleinen Lichtblick inmitten von Trauma, Gift und königlichem Chaos.
Ein düsteres, twistreiches Fantasy-Abenteuer mit starkem Enemies-to-Lovers-Trope, Märchenelementen à la Schneewittchen und spannender Grundidee mit kleineren Schwächen in Pacing und Ausarbeitung. Insgesamt eine klare Leseempfehlung für Fans von romantischer Dark Fantasy.