Ich als erwachsene Frau habe mich in dieser Geschichte gern in meine Mädchenzeit zurückversetzt und hätte auf dieser Schule wohl auch viel Spaß gehabt. Aussergewöhnliche Unterrichtsfächer wie Täuschen und Tarnen, Schweizerdeutsch oder Tanzen hätte ich zu Algebra und Co. eine tolle Abwechselung gefunden. Es gibt in diesem Internat einfach wenig was es nicht gibt. Hier sind der Fantasie, trotz der Zeit in der es angesiedelt ist, wenig Grenzen gesetzt. Besonders gefallen hat mir die Individualität in einer Schule, voller eigentlich sehr ähnlicher Mädchen, solange man nur ein wenig näher hinschaut. Auch wenn die Protagonistinnen nur relativ oberflächlich betrachtet werden, machen doch gerade die individuellen Stärken und Schwächen die gute Zusammenarbeit aus. Im Vermisstenfall den die Mädchen bearbeiten, sieht man gut wie jedes Kind seine Stärken einsetzt. Doch wer einen reinen Krimi erwartet ist hier tatsächlich fehl am Platz. Auch Fantasyelemente finden hier statt, wodurch sich eine eigenwillige Mischung ergibt. Ich mag das, aber es ist sicher nicht jedermanns Sache.
Die Vertonung des Buches hat mir sehr gut gefallen, bis auf eine Kleinigkeit, die aber kaum anders lösbar ist. Es kommen immer wieder Aufzählungen vor, die sich einfach in Buchform deutlich komfortabler lesen lassen, als wenn man sie hört. Da kommt doch deutlich schneller Langeweile auf. Ansonsten kann ich die Hörbuchform aber auf jeden Fall empfehlen, auch wenn dem Hörer tolle Illustrationen entgehen.