Maggie Fishbone wächst bei Nonnen in einem Waisenhaus auf. Da sie bei Hand- und Hausarbeiten wenig Talent hat und sich aus Sicht der Nonnen immer wieder diverse Vergehen leistet, liefern diese sie kurzerhand im Midwatch-Institut ab: einem düsteren und traurigen Ort für unerwünschte Mädchen. So ist es zumindest nach außen hin bekannt. Doch hinter verschlossenen Türen geht es alles andere als trostlos zu: Die Betreuerinnen und Lehrkräfte kümmern sich liebevoll um die Mädchen und bringen ihnen allerhand Nützliches bei oder das, was sie als nützlich erachten, wie etwa Schweizerdeutsch oder vor einem Krokodil zu fliehen. Zudem ermitteln die Schülerinnen immer wieder verdeckt in Kriminalfällen: Als Kinder, die von Erwachsenen kaum beachtet werden, sind sie perfekt getarnt. Maggie findet in Nell, Sofie und den anderen Mädels ihres Jahrgangs schnell Freundinnen, und gemeinsam stecken sie schon bald in einem äußerst kniffligen Fall um eine verschwundene Orchideenliebhaberin und ein gruseliges Nachtmonster, das im Reichenviertel sein Unwesen treibt.
Ich habe dieses Buch zusammen mit meinem knapp 12-Jährigen Sohn gelesen, der eine Vorliebe für Internatsgeschichten hat. Zeitlich dürfte der Roman zu Beginn es 20. Jahrhunderts angesiedelt sein. Das Setting des Romans klingt ziemlich skurril, und so entwickelt sich auch der gesamte Fall. Die Charaktere sind alle ziemlich schräg, und die Mischung aus realer Welt und einzelnen Fantasy-Elementen empfanden wir als gewöhnungsbedürftig. Es hätte uns deutlich besser gefallen, wenn der Roman entweder komplett in der Wirklichkeit oder einer Fantasy-Welt angesiedelt gewesen wäre. So wirkte es wie Flickwerk, das nicht recht zusammenpassen wollte. Die Figuren blieben charakterlich blass und austauschbar, so dass wir keinen echten Bezug zu ihnen herstellen konnten. Insbesondere mir war die Geschichte deutlich zu abgedreht und ich war ehrlicherweise froh, als wir das Buch beendet hatten. Mein Sohn hat sich weniger daran gestört, allerdings hat ihn die Geschichte auch nicht begeistert.
Sehr negativ aufgefallen ist mir der ziemlich einfache und eintönige Schreibstil, der überwiegend aus kurzen, immer gleich aufgebauten Hauptsätzen besteht. Ein echter Lesefluss kommt hier kaum zustande. Die Ausrufe Meine Güte! und Heiliger Strohsack! kommen gefühlt auf jeder Seite vor.
Positiv hervorheben möchte ich die überaus schönen und zahlreichen Illustrationen. Für ein Buch, das sich an Kinder ab 10 Jahren richtet, ist das sehr außergewöhnlich.
Insgesamt konnte uns Midwatch leider nicht begeistern und wir vergeben knappe 3 Sterne.