Hab ich alles schon mal gelesen. Tiefgründig war es nicht.
SpoilerfreiInhaltAm Tag, als Blaze auf die Welt kam, hätte sie diese fast in einem verheerenden Sturm untergehen lassen. Denn Blaze ist eine Sturmweberin - jedoch hineingeboren in eine der mächtigsten feuermagischen Familien des Imperiums. Seitdem ist Blaze gebrandmarkt und gefürchtet. Was niemand ahnt: Ihre Magie ist nach diesem schicksalhaften Tag versiegt. Doch als Blaze und ihr Zwillingsbruder Flint unerwartet zu einem Turnier an den Hof des Kaisers geladen werden, dessen Gewinnern nichts weniger winkt als die Krone eines der vier Königreiche, muss sie das erste Mal nach 17 Jahren versuchen, ihre Gabe heraufzubeschwören. Denn im Goldenen Palast warten noch ganz andere Herausforderungen: das Intrigenspiel der Mitbewerber ebenso wie gleich zwei gut aussehende Verehrer: der bezaubernde Kronprinz und ein gefährlich verführerischer Neuankömmling am Hofe. HandlungEs ist eine klassische Handlung über eine Außenseiterin mit Fähigkeiten, die von der Gesellschaft gefürchtet werden, sie aber trotzdem aus unbekannten Gründen zum Turnier der Krone auserwählt wird. Dort erlebt sie Misstrauen und Gehässigkeit, knüpft aber auch Freundschaften und schleicht Geheimnissen hinter den Mauern nach. Leider muss ich hier sagen, dass das Buch wirklich nichts Neues ins Regal bringt. Folgen wir konzentriert der Geschichte, kann das ein oder andere Geheimnis über die Welt aufregend sein zu lüften, doch Innovation bringt es nicht. Die Prüfungen an sich ebenfalls nicht, jeden Test habe ich in der ein oder anderen Art und Weise schon einmal gelesen. Am Interessantesten wird hierbei wohl gewesen sein, wer es in die letzte Runde schafft - nur unglücklicherweise gab es auch hier überaus offensichtliche Momente, in denen ich mir dachte, warum die Autorin nicht etwas Neues versucht hat. Denn schon ganz zu Anfang wusste ich mit Sicherheit, wer im Endspiel dabei sein wird - und so war es dann auch, was sehr enttäuschend ist. Ein bisschen seltsam finde ich, dass das Buch als Enemies-To-Lovers bewirbt wird, denn einmal ihm ein Messer an die Kehle zu halten, macht ihn für mich nicht feindlich gesinnt, sondern eher der Versuch, Intensität einzubringen. Hierbei hätten sie lieber bei ausschließlich "Slow-Burn" bleiben sollen, denn das ist es tatsächlich. Ansonsten wurden zwar Worldbuilding und gesellschaftliche Normen gepflegt, doch weniger in die Tiefe, sondern nur oberflächlich. Das Buch endete mit einem finalen Akt, von Spannung und Kämpfen geprägt.Charaktere Bei der Prota. wäre es mir lieb gewesen, tiefer auf ihre Traurigkeit einzugehen. Letztlich schien ihre Vergangenheit sie doch nicht zu sehr mitzunehmen und zu behindern, sondern half ihr nur ab und zu im Kampf. Somit war ihre Persönlichkeit nicht ganz so komplex, wie es vielleicht hätte ausgearbeitet werden können. Mir gefiel allerdings, dass ihre Interessen offen gezeigt wurden und wie ihre Fertigkeiten, die sie sich als jüngeres Mädchen angeeignet hat, im Verlauf der Handlung zur Hilfe kamen. Sie war eine fürs Fremde aufgeschlossene Person, was sie automatisch sympathischer macht. Ihre Neugierde und Fragen über die Welt begründeten gut die Suche nach den Lösungen der Rätsel, die sie sich teilweise selbst stellte. Andere Figuren blieben leider etwas stumpf. Am meisten Persönlichkeit wurde noch auf die beiden "Love-Interest" gesteckt, denen dann tatsächlich auch Hintergrundstory gegeben wurde - leider wieder keine Innovation, sondern nur Geschichten, die ich schon in anderen Büchern ähnlich gelesen habe. Ein positiverer Aspekt galt allerdings dem Prinzen und sein Geheimnis über die Zuneigung, die er Blaze schenkte. Über die restlichen Charaktere gibt es kaum etwas zu sagen. Die beiden weiblichen Rivalinnen der Prota. waren absolut identisch, bloß, dass die eine verwandt mit Blaze war. Das hätte sich die Autorin dann allerdings auch sparen können. Natürlich waren sie auch noch sehr gute Freundinnen, denn wer ist nicht gerne mit seinem Klon befreundet?Die Zofe von Blaze wird definitiv noch eine große Rolle in den Büchern spielen. Ich würde sogar behaupten, sie war eine der besten Figuren im Buch. Ein Side-Charakter mit tatsächlichem Konflikt! Denn genau das fehlt den meisten anderen. Die Wettkämpfer existierten für den Plot, damit sie von der Prota. vernichtet werden konnten - oder darüber berichtet werden konnte, wie sie vernichtet wurden. Der Lehrmeister von Blaze war ein typischer weiser, freundlicher Mann, der sie einwies. Interessant war er nicht. EmpfehlungNur, wer neu in diesem Genre ist. Nur, wer noch nicht mehr als zwei Mal ein Tournament-Buch gelesen hat. Ansonsten wird es hier schnell repetitiv.