Paula und Peter sind schon seit Langem Kollegen. Sie ist Ärztin, er arbeitet als Jurist in der Klinikverwaltung. Ein Interesse der beiden aneinander war schon immer da. Nach einem mehrtägigen Seminar verbringen sie die letzte Nacht miteinander. Auf der Rückfahrt nach Hause kommen die beiden mit der Bahn nur bis Würzburg: Streik. Was sollen sie tun mit ihrer ungeklärten Geschichte und den unerwartet freien Tagen? Während sie Stadt und Umgebung erkunden, nähern sich die beiden einander vorsichtig. Peter hält die Ungewissheit, wie es mit ihnen weitergehen wird, nur schwer aus. Sein Drängen nimmt Paula mal spielerisch, mal verärgert. Sie will das Jetzt genießen und weicht den Fragen nach dem Morgen aus. Als eine Katze zu ihrer Begleitung wird, sehen sie an deren Beispiel, wie schwer sich Menschen damit tun, den Moment zu leben, ohne Plan zu sein und sich der Freiheit hinzugeben.CoverEin sehr schönes Cover und für mich als Katzenliebhaberin einfach toll. Es sind warme und spätsommerliche Energien, die vom Cover ausgehen.Mein EindruckEine wunderschöne kurze Erzählung, die den Moment erfasst, wo aus einem One-Night-Stand mehr werden könnte, wenn da nicht die zahlreichen Gedanken wären. Beide, Paula und Peter beschäftigt die Situation und doch können sie keine Worte finden, um ihre jeweiligen eigene Gedanken, Sehnsüchten und Gefühlen auszudrücken, ohne das Gegenüber unter Druck zu setzen.Wie die Katze um den heißen Brei schleichen sie umeinander herum, mal spielerisch, mal humorvoll und mal streng abweisend, um dann doch still und leise die Nähe des anderen zu genießen. Im Mittelpunkt steht immer wieder die Frage, warum das Hier und Jetzt so schwer zu genießen ist und warum brauchen wir immer wieder Sicherheiten und können dem Glück nicht einfach folgen.Allein schon das Kreieren des Wortes Katzentage drückt aus, wie schwer es ist die inneren Autobahnen zu verlassen und sich einen neuen Pfad zu bahnen.Die Erzählung wurde durch sehr schöne Aquarelle begleitet, die auch gut zum Text und zur Stimmung von Paula und Peter passen.FazitEine wunderbare Erzählung - einfach mal unseren Gefühlen nachzugeben, den inneren Instinkten zu vertrauen und nicht immer der eigene Richter zu sein.260126