
Karibuni Jikoni - tauche ein in die Küche Afrikas
Zimt, Nelke und Kardamom: Die afrikanische Küche ist reich an Aromen, Traditionen und Geschichten. Die Köchin Carol Waithira Mühlenbrock lädt dich ein, die Vielfalt Afrikas in 80 wärmenden Wohlfühlgerichten zu entdecken:
Authentische Zutaten und Gewürze, leicht verständliche Anleitungen und unterhaltsame Anekdoten machen dieses Kochbuch zu einer kulinarischen Reise, die Tradition und modernen Genuss vereint. Ein Muss für alle, die neue Geschmackswelten entdecken möchten!
Besprechung vom 12.03.2026
Von Samosas, Ugali und Chapati
In einem Buch alle Facetten der afrikanischen Küche präsentieren zu wollen, das ist so, als wolle man die europäische Küche in einem einzigen Menü einfangen - alle Spielarten von der Küste Portugals bis zum Ural. Das ist im Grunde nicht machbar. Und darum konzentriert sich Carol Waithira Mühlenbrock klugerweise auf die Küche des Landes, in dem sie geboren und aufgewachsen ist.
Entsprechend müsste ihr im Riva-Verlag erschienenes Kochbuch statt "African Comfort Food" eigentlich den Titel "Kenian Comfort Food" tragen. Aber da viele Gerichte, die sie dort auf gut 200 Seiten präsentiert, auch in anderen afrikanischen Regionen beliebt oder in ähnlicher Art zu finden sind, ist der Band doch so etwas wie ein Streifzug durch das kulinarische OEuvre des Kontinents.
Der beginnt mit den Samosas. Diese mit Gemüse oder Fleisch gefüllten und frittierten Teigtaschen stammen eigentlich vom indischen Subkontinent, haben sich mit den vielen Einwanderern, die von dort vor allem nach Ostafrika kamen, aber auf dem gesamten Kontinent verbreitet. Ähnlich ist es mit Ugali, dem fester Maisbrei, der im südlichen Afrika Mieliepap heißt, aber auch mit dem Fladenbrot Chapati und den frittierten Kochbananen Plantain. Sehr typisch für Kenia ist dagegen die landeseigene Variante des Kebabs, nämlich zu Rollen geformtes und zupackend gewürztes Rinder- oder Ziegenhackfleisch, das frittiert und dann oft in Scheiben geschnitten als einfacher Happen zwischendurch gegessen wird.
Insgesamt hat die Autorin 80 Gerichte zusammengetragen, darunter Streetfood, Salate, Suppen und Eintöpfe, aber auch deftige Currys und Ragouts sowie einige etwas aufwendigere Kreationen wie die in würziger Tomaten-Kokos-Soße servierte gebratene Seezunge. Natürlich kommen dabei typisch afrikanische Zutaten wie Maniok, Bananen, Cashewkerne, Süßkartoffeln und Okraschoten zum Einsatz, aber die Exotik der Speisen hält sich insgesamt in Grenzen.
Carol Waithira Mühlenbrock, die seit fast 20 Jahren in Deutschland lebt, lange ein eigenes Restaurant betrieben hat und jetzt einen Youtube-Kanal hat und Kochevents und Workshops veranstaltet, schreibt gut nachvollziehbare Rezepte und gibt im Laufe des Buches auch manches über sich, ihre Geschichte und das Leben in Kenia preis. Als Einstieg in die kulinarische Welt Afrikas ist ihr Buch unbedingt zu empfehlen. bad.
Carol Waithira Mühlenbrock:
"African Comfort Food".
Riva-Verlag, München 2015, 208 Seiten,
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