Rasant, clever und voller Überraschungen ¿ ein Fitzek, der von der ersten bis zur letzten Seite keine Sekunde loslässt.
In "Der Nachbar" von Sebastian Fitzek zieht eine alleinerziehende Mutter mit ihrer Tochter nach Berlin, um einen Neuanfang zu wagen. Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge, die sich nicht mehr mit Zufall erklären lassen.Irgendjemand scheint sie zu beobachten. Jemand scheint immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und während sich die Ereignisse immer weiter zuspitzen, stellt sich die Frage: Wer ist Freund und wer Feind?Oder vielleicht die viel wichtigere Frage: Wer spielt hier eigentlich welches Spiel?Meine MeinungIch habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen.Eigentlich hätte ich es an einem einzigen Tag beendet, wenn mir nicht irgendwann die Augen zugefallen wären. Denn dieses Buch macht etwas, das nur wenige Thriller schaffen: Es beginnt spannend - und hört einfach nicht mehr auf.Es gibt keine lange Einleitung. Keine hundert Seiten, in denen man erstmal die Figuren kennenlernt oder sich langsam an die Geschichte herantastet. Nein. Schon auf den ersten Seiten hat man dieses Gefühl:"Irgendetwas stimmt hier nicht."Und genau dieses Gefühl begleitet einen bis zur letzten Seite. Ich weiß nicht, wie Fitzek das macht. Wirklich nicht. Jedes Mal denke ich:"Jetzt habe ich dich, Fitzek."Und jedes einzelne Mal beweist er mir das Gegenteil. Ich habe wieder sämtliche Theorien aufgestellt. Jeden verdächtigt. Jede Möglichkeit durchgespielt. Und natürlich lag ich wieder falsch. Besonders faszinierend finde ich, wie er mit den Erwartungen seiner Leser spielt. Es gibt Stellen, an denen man sich absolut sicher ist, zu wissen, was gerade passiert. Man hat das Bild schon komplett vor Augen und denkt:"Oh nein. Bitte nicht."Und dann kommt die Auflösung. Und plötzlich merkt man, dass man gerade genau das gedacht hat, was Fitzek wollte.Dieses Spiel mit Wahrnehmung, Erwartungen und Fehlannahmen beherrscht er einfach meisterhaft. Auch die Geschichte selbst ist unglaublich clever konstruiert. Der Titel lässt einen automatisch in eine bestimmte Richtung denken. Man glaubt zu wissen, worauf alles hinausläuft. Tut es aber nicht. Und genau das liebe ich an seinen Büchern. Selbst Dinge, bei denen man denkt: "Das Thema kennt man doch längst", verwandelt er in etwas völlig Neues. Dabei bleibt die Spannung konstant hoch, ohne jemals übertrieben zu wirken. Ich habe mitgefiebert, mitgerätselt und wurde mehr als einmal komplett auf die falsche Fährte gelockt. Genau deshalb lese ich Fitzek.FazitSebastian Fitzek schafft es wieder einmal, aus einer scheinbar bekannten Idee einen Thriller zu machen, der einen komplett überrascht und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Für mich ein absolutes Muss für alle Fitzek-Fans - und für alle, die beim Lesen gerne glauben, sie hätten die Lösung längst gefunden.