Gutes Fantasy-Jugendbuch für Einsteiger ins Genre.
Stadt der Magier und DiebeCor musste sich bislang als Dieb durchschlagen. Nachdem er zum zweiten Mal von der Polizei erwischt und festgesetzt wurde, wird er nun als Sklave zum Verkauf angeboten. Bei der Auktion wird er von einem Magier gekauft, der ihm jedoch nicht als grausamer Herr entgegensteht, sondern ihn freundlich empfängt.Als die Stadt von Bomben bedroht wird und immer mehr Diebe ermordet aufgefunden werden, ist es an Cor, dem Magier bei der Lösung von allem auszuhelfen.Warum ich 4 Sterne gegeben habe:Ich habe versucht, mir vorzustellen wie mir das Buch in einem jüngeren Alter gefallen hätte und die 4 Sterne deshalb vergeben.Das Buch bietet einen schnellen Einstieg in die Welt, obwohl es aufgrund der Magie definitiv zum Fantasy-Genre gehört, wird man nicht von einem komplexen Worldbuilding überschlagen. Für mich ist dieses Buch also ein guter Einstieg für Personen, die Fantasy an sich noch nicht viel gelesen oder vielleicht auch keine große Lust auf kompliziertes Worldbuilding haben. Die Magie wird sehr leicht gehalten, so gibt es beispielsweise keine speziellen "Zaubersprüche" an sich, die man sich schwer merken kann.Es ist ein angenehmes Buch mit vielen positiven Augenblicken, die den Hauptcharakter Cor zu einem fast schon normalen Leben bringen und einer Familie, die er in Babette und seinem Meister dem Magier findet.Aufgrund der Morde an Dieben, die teilweise Cor kennt, kommen auch emotionale Momente nicht zu kurz, sind aber auch nicht sehr intensiv ausgearbeitet.Dank der kurzen Kapitel, aber auch des Schreibstils, kommt man sehr schnell beim Lesen voran und bleibt nicht ewig an bestimmten Stellen hängen.Weshalb ich eigentlich eher zu 3 Sternen tendiere:Aus meiner jetzigen Perspektive hatte ich trotz der positiven Dinge einige Probleme mit dem Buch, die den Lesespaß nicht stark schmälerten, aber doch deutlich für mich sind.Bis ich Cor richtig kennengelernt habe, vergeht viel Zeit, in der er für mich recht blass wirkt. Während das irgendwann nicht mehr so ist, sind die meisten (Neben)Charaktere das ganze Buch über recht blass für mich geblieben und wirken teilweise sehr auswechselbar.Die Welt war mir persönlich zu simpel gehalten und die Fantasy-Elemente waren für mich ebenfalls nicht stark genug, Letzteres kann ich mir aber gut vorstellen, wird in zukünftigen Bänden besser ausgearbeitet sein.Teilweise, hält man sich im Buch zu lange an Stellen auf, welche der Storyline zu wenig dienen oder für mich persönlich als Leserin nicht "wichtig" genug waren. Andere Situationen werden hingegen sehr schnell abgehackt. Die Kapitel sind an sich schon sehr kurz (größtenteils 9-10 Seiten pro Kapitel, manchmal sogar kürzer), dennoch gibt es in den Kapiteln selbst oft mehrere Sprünge vorwärts, wodurch es sehr sprunghaft wirkt. Einige Dialoge werden "weggelassen" damit, dass Cor es einfach erzählt alá "Ich erzähle meinem Meister was in den vergangenen Stunden passiert ist." Teilweise ist das in Ordnung, damit man nicht aller zweimal liest, manchmal hätte ich mir aber durchaus gewünscht, dass der Dialog geführt wird, weil es einfach sehr oft passiert das Cor es auf diese Weise "erzählt".Die Spannung wegen der Bomben/des aufkommen König der Diebe wird erst recht spät für mich spürbar, den größten Teil des Buchs dümpelt der Plot irgendwie vor sich hin.Der/die Bösewichte sind für mich völlig uninteressant geschrieben, ihr einziges Ziel: Macht.Langweilig.Was mir auch aufgefallen ist:Es gibt im Grunde keine langfristigen Probleme, keine wirklich spannenden Momente und es ist etwas zu "Friede-Freude-Eierkuchen" für mich. Dies schiebe ich darauf, dass das Buch ab 14 Jahre ist, vielleicht sogar ab 12? Wann immer ein Problem auftaucht, wird das in den nächsten paar Seiten recht schnell gelöst.Ein ehemaliger Freund/Kumpane hat Cor verraten?Cor findet diesen, spricht es an und prompt wird einem erzählt warum und alles ist wieder gut.Der (beste) Freund des Magiers ergibt sich als jener, der dem bösen Bürgermeister geholfen hat?Ein Kapitel später oder vielleicht schon ein paar Seiten später, fällt auf das es sich um einen Zauber handelt und es nicht wirklich der beste Freund des Magiers ist.Das passiert immer wieder und fühlt sich zueasyan.Ansonsten geht es Cor wirklich gut beim Magier und das wird für das Buch auch so bleiben. Es gibt zwar einen anderen Magier der ihn nicht mag, aber ganz allgemein passiert Cor nie etwas wirklich Schlechtes. Es gibt keine schweren Augenblicke für ihn und selbst wenn es sie gäbe, wären sie in wenigen Seiten abgehakt - für mich ist das alles zu einfach gehalten. Wird aber wohl der Zielgruppe geschuldet sein.Ich bin zwar neugierig darauf zu erfahren, was mit Cor & Ro im nächsten Band geschieht, aber irgendwie fehlt die richtige Spannung darauf.