Vor vielen Jahren hat mich Blackout von Marc Elsberg vollkommen begeistert. Umso gespannter war ich auf Eden und die große Frage war natürlich: Kann mich dieses Buch genauso fesseln? Meine Antwort lautet ganz klar: Ja!
Eden ist weit mehr als ein spannender Thriller. Dieses Buch geht unter die Haut, macht nachdenklich und hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Das Erschreckende daran ist, dass vieles gar nicht so weit entfernt wirkt. Wir befinden uns längst in einer Zeit, in der Desinformation, Manipulation und digitale Einflussnahme unseren Alltag prägen und trotzdem hoffen wir oft noch, dass schon alles gut gehen wird.
Marc Elsberg zeigt eindrucksvoll, wie schnell unsere Umwelt ins Wanken geraten kann, wenn der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt. Dabei erzählt er die Geschichte in vielen, oft sehr kurzen Kapiteln und wechselt ständig zwischen unterschiedlichen Schauplätzen und Figuren. Das erforderte anfangs etwas Konzentration, und ich musste immer wieder gedanklich umschalten. Die ausführliche Figurenübersicht am Ende des Buches war dabei eine große Hilfe. Zwar stehen der Influencer Linus und der IT-Experte Piero Manzano im Mittelpunkt, doch auch die zahlreichen Nebenfiguren tragen entscheidend zur Vielschichtigkeit der Geschichte bei.
Besonders beeindruckt hat mich, wie lebendig und packend Marc Elsberg die verschiedenen Szenarien schildert. Die Spannung reißt nie ab, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Noch mehr beeindruckt mich jedoch der Mut, dieses hochaktuelle und komplexe Thema aufzugreifen. Eden ist ein Buch, das nicht nur hervorragend unterhält, sondern wachrüttelt und lange nachhallt. Für mich ein absolut wichtiges Buch, über das man nach dem Lesen unbedingt sprechen möchte.