Magische Welt, phantastische Tierwesen und emotionales Chaos gefällig? Dann seit ihr bei dem Buch Die Pforten von Lophar genau richtig. Es ist der Auftakt zu einer sechsbändigen Reihe, die mit den klassischen Motiven der Phantasiewelt spielt.
Im Zentrum der Geschichte steht die siebzehnjährige Rachel, die zunächst ein ganz gewöhnliches Ziel verfolgt:
Sie reist nach Bali, um dort Abenteuer zu erleben, ihren Onkel zu besuchen und unter anderem einen Vulkan zu besteigen. Doch diese scheinbar realistische Ausgangssituation dient lediglich als Einstieg in eine deutlich größere, fantastische Handlung. Schon kurz nach ihrer Ankunft wird Rachel von ihrem Begleiter getrennt und gelangt durch eine mysteriöse Pforte in eine fremde Welt Lopahr.
Der Beginn kommt uns durch viele weitere Fantasybüchern bekannt vor. Ähnlich starten die Chroniken von Narnia (Wandschrank), die Insel der besonderen Kinder (Höhlendurchgang) oder auch Klassiker wie bei Alice im Wunderland (Hasenloch). Doch Schulze nutzt dieses Motiv jedoch nicht nur als Mittel zur Welteinführung, sondern auch als psychologischen Bruch: Rachel wird aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und muss sich in einer feindlichen, unverständlichen Welt zurechtfinden.
Lophar an sich ist eine gefährliche, von Magie durchzogene Welt, geprägt von Tierwesen, politischer Spannung und Machtansprüchen. Aber auch Freundschaften, Zusammenhalt spielen hier eine besondere Rolle und diese benötigt unsere Protagonistin Rachel auch. Sie schließt einen Pakt mit einem vogelartigen Wesen, als sie in Not gerät, nichtwissend was es mit diesem Tier auf sich hat, doch der Wunsch zu überleben und nach Hause zu kommen, lässt sie auf diesen Handel eingehen. Er fließt immer wieder in die Geschichte ein und seine Auswirkungen sind greifbar, gegenüber ihren Freunden und Weggefährten, aber auch in gedanklichen Fluchtversuchen, aus diesem Handel heraus zu kommen.
Rachel selbst ist ein typischer Teenie / junge Erwachsene. Teilweise etwas naiv und unbeholfen, doch bereits im ersten Band merkt man, wie sie zu reifen beginnt, was ihre Person interessant macht.
Insgesamt ist die Sprache schlicht und einfach gehalten. Komplexe Satzstrukturen sind nicht enthalten, dennoch wird die Natur und die Umgebung sehr greifbar und bildhaft beschrieben, sodass man durch die Seiten fliegen kann.
Resumee:
In diesem Buch wird ausschließlich mit klassischen Elementen der Phantasiewelt agiert, eine magische fremde Welt mit ihren Bewohnern, ein Normalsterblicher, der darin hinein purzelt und vieles erlernen muss, Gut gegen Böse, ein paar Intrigen.
Mir persönlich fehlt etwas die Originalität und ich finde ein paar Handlungsabläufe sehr voraussehbar, wodurch es Passagen gibt, die mir etwas langatmig vorkommen. Die ausgedachten magischen Tierwesen hingegen, haben mein Interesse geweckt und ich bin gespannt, auf welche ich noch treffen werde.