Aroon, die Ich-Erzählerin, wächst in einer irische Familie aus dem Landadel auf. Einst vermögend, verprassen die Eltern ihren Reichtum ohne Rücksicht und wohl auch ohne besseren Wissens, wie denn überhaupt die maroden Kassen gefüllt werden sollen, das letzte Geld. Die Erbin Aroon erzählt uns ihre Geschichte, von guten Tagen, von zunehmend schlechteren Tagen, und auch viel über sich selbst. Auch sie lebt in einer Art Scheinwelt einer gefühlten Parallelwelt zum realen Leben, in der Hoffnung, dass Richard, ein Lebemann von einer befreundeten englischen Familie, sie endlich ehelicht. Denn, er kannte sie doch, kam ihr doch einmal für eine äußerst kurze Zeit sehr nahe. Ein sehr spärlicher Briefverkehr wuchs, aber es entwickelte sich daraus nie mehr. Es gab von Seitens Richards nie eine Zusage, oder ein Versprechen. Er war nur mit Hubert, Aroons Bruder, gut befreundet mehr als gut doch das wurde nie und nimmer ausgesprochen; vor allem in jener Zeit vor hundert Jahren. Hubert ist ein Dandy, Aroon das Gegenteil davon; korpulent und dem guten (und vielen) Essen mehr als zugeneigt.
Als Hubert bei einem Autounfall ums Leben kommt, verschließen sich Aroons Eltern komplett. Ihre Mutter tut so, als wäre nichts passiert, ihr Vater, ein leidenschaftlicher Jäger, ein Wrack. Irgendwann scheint Aroon zu verstehen, in welcher Welt sie lebt aber es ist zu spät. Nach dem Tod des Vaters kümmert sie sich zusammen mit der resoluten Hausangestellten Rose um ihre Mutter und der Kreis der Rache zur Eröffnungssequenz schließt sich.
Der Roman plätschert so dahin, ist eigentlich leicht und flüssig geschrieben, aber verzettelt sich manchmal für meinen Geschmack doch zu sehr und zu lustlos in Einzelheiten und dem Familiengeschehen. Auf der anderen Seite lässt einen die Autorin tief und leicht in die Erzählung eintauchen, und gibt uns ein gutes Abbild jener Gesellschaftsschichten.
In Summe hat mich der Roman zwar nicht restlos überzeugt, war aber dennoch eine angenehme Lektüre, die ich möglicherweise mit einer zu hohen Erwartungshaltung anging.