Bisher hatte ich noch kein Buch von Pascal Mercier gelesen, obwohl "Nachtzug nach Lissabon" schon lange hier steht. Da hielt ich diesen Band mit 5 posthum erschienenen Kurzgeschichten für eine gute Möglichkeit, zu sehen, ob mir sein Schreibstil gefällt. Kurz und knapp kann ich sagen: Ja.
Jeder der Geschichten beleuchtet die Gefühle eines Menschen in einer besonderen Situation, seine Gedanken, seine Entscheidungen und seine veränderte Wahrnehmung des Zeitflusses.
Da treffen die neuen Hauseigentümer bei der Übergabe auf den alten Mann, der in diesem Haus sein ganzes Leben verbracht hat. Sie möchten das Haus schnell zu ihrem machen, während er noch in Erinnerungen schwelgt und ihnen "sein" Haus anvertraut.
Ein Mann wartet auf das Ergebnis einer Biopsie und befürchtet das Schlimmste. Er kann das Ergebnis kaum erwarten, vor dem es ihm doch so graust. Wie verbringt man diese Zeit, wenn sie noch durch Feiertage verlängert wird? Was geht dabei in einem vor?
Was macht ein riesiges Geschenk mit dem Beschenkten und dem Schenkenden? Kann man das verantworten? Welche Lösung gibt es, ohne die Freundschaft zu zerstören?
Kann Lärm töten?
Sollte man versuchen, seine Vergangenheit wieder aufleben zu lassen? Ust das überhaupt möglich? Und was macht der Versuch mit einem?
Sehr philosophische Erzählungen, die in sich geschlossen und wunderbar geschrieben sind. Im gegensatz zu anderen Kurzgeschichten hat mar hier das Gefühl, etwas Vollständiges gelesen zu haben.
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der gerne über das Leben nachdenkt.