Schon vor dem Erscheinungstermin wurde ich auf "Real Americans" von Rachel Khong, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, aufmerksam. Deshalb bestellte ich es mir sofort in meiner Stammbuchhandlung vor und holte es am Erscheinungsdatum ab.
Ohne große Umschweife zog mich Rachel Khong in die generationsübergreifende Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie und wirft dabei viele Fragen zur Genetik und der ethischen Verantwortung in diesem Zusammenhang auf. Die Autorin thematisiert dabei viele gesellschaftspolitische Fragen, die sie meisterhaft mit dem persönlichen Schicksal der Familie verbindet.
Dabei arbeitet die Autorin die Charaktere tief aus und lässt mich intensiv in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintauchen, sodass ich ihr Tun und Handeln jederzeit nachvollziehen konnte, auch wenn mir manchmal das Verständnis fehlte. Ja, ich hätte mich in den unterschiedlichen Situationen wahrscheinlich anders verhalten, doch ich fieberte trotzdem mit jeder einzelnen Person mit.
Die Storyline wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die es mir ermöglichen, die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erleben. Zusammengesetzt ergibt dies ein komplexes Bild, das tief in die Fragen rund um die Genetik und die damit verbundenen ethischen Probleme eindringt. Lediglich ein Protagonist, dessen Handeln jedoch den gesamten Verlauf der Story beeinflusste, blieb etwas farblos: Matthew, der Vater. In ihn hätte ich gerne tiefere Einblicke erhalten. Doch das ist Klagen auf sehr hohem Niveau!
Der Autorin gelang ein vielschichtiger und bewegender Familienroman über Ethik, Liebe, falsche Entscheidungen und fehlgeleitete Träume und Vorstellungen, der mich von der ersten Seite an begeistert hat. 4,5 von 5 Sternen für diesen klassischen Familienroman, der viele wichtige Themen behandelt, den ich euch nur wärmstens empfehlen kann!